Junger Dobermann aus Olfen frisst Rattengift

Unglück beim Gassigehen

Täglich ging Heidrun Ferkinghoff gerne mit ihrem sieben Monate alten Dobermann Nayloo an der Alten Fahrt in Olfen spazieren. Seit dem 6. April ist das anders, denn Nayloo fraß beim Gassigehen dort Rattengift. Kurz darauf fing er an, blutig zu erbrechen.

OLFEN

von Damian Harazin

, 09.05.2017, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heidrun Ferkinhghoff mit Nayloo der an der Alten Fahrt Rattengift gefressen hat.

Heidrun Ferkinhghoff mit Nayloo der an der Alten Fahrt Rattengift gefressen hat.

Um etwa 17 Uhr war Heidrun Ferkinghoff mit ihrem lebhaften, jungen Rüden zur Alten Fahrt gegangen. Schon kurz nachdem der Hund das Gift gefressen hatte, wurde Heidrun Ferkinghoff klar, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. „Kurz nach dem Spaziergang fing er an blutig zu erbrechen und blutigen Stuhlgang abzusetzten“, erzählt Tim Ferkinghoff.

Diese beiden Symptome seien auch erste Anzeichen einer Vergiftung durch Rattengift, meint Heidrun Ferkinghoff. „Nayloo hat nur ganz wenig vom Gift gefressen. Als junger Hund geht er noch an alles ran“, sagt die Besitzerin von Nayloo. In einem kurzen Augenblick der Unachtsamkeit ereignete sich der Vorfall. „Das Gift sah aus wie zerlaufenes Kaugummi und war so groß wie ein Zwei-Euro-Stück“, erzählt die Hundehalterin.

Polizei sind keine ähnlichen Fälle bekannt

„Ich möchte nicht ausschließen, dass jemand das Gift absichtlich dort platziert hat, damit es ein Tier oder ein Kind zu sich nimmt“, meint die Hundebesitzerin. Ein ähnlicher Fall in der letzten Zeit sei der Polizei in Olfen allerdings nicht bekannt, so Rolf Werebeck-Ueding von der Polizeipressestelle.

Drei Stunden nach dem Vorfall sei Nayloo dann kollabiert und die Familie Ferkinghoff brachte ihren jungen Vierbeiner in die Tierklinik nach Waltrop. „Die Ärztin hat uns klipp und klar gesagt, dass er es nicht überstehen würde“, sagt Heidrun Ferkinghoff.

Nayloo musste wochenlang Medikamente nehmen

Der Dobermann habe unglaubliches Glück gehabt. „Sein allgemein guter Zustand, seine Robustheit und sein Gewicht von 28 Kilogramm haben es überhaupt erst ermöglicht, dass er es glücklicherweise überstehen konnte“, erzählt die Hundehalterin. Nach einer Nacht in der Tierklinik und Zufuhr von Vitamin-K und Kortison konnte Nalyoo am Freitagnachmittag wieder von seinen Herrchen abgeholt werden.

Doch auch weiterhin musste der vierbeinige Patient medizinisch versorgt werden. „Die Ärztin gab uns den Tipp, dass man auch schon zu Hause helfen kann, indem dem Tier Kohletabletten verabreicht werden“, sagt die Hundehalterin.

Erst nach zwei Wochen Bangen war eine deutliche Besserung zu erkennen. „14 Tage lang haben wir ihm Medikamente zugeführt. Nach relativ kurzer Zeit konnte er schon wieder fressen, das Wasserhalten war jedoch ein großes Problem“, sagt Heidrun Ferkinghoff. Einen Monat später merkt man Nayloo nichts mehr davon an, dass er beinahe gestorben wäre.

Rattengift ist auch eine Gefahr für Kinder

Schon vor dem Vorfall war Nayloo immer angeleint, jetzt traut seine Besitzerin sich trotz Leine nicht mehr zur Alten Fahrt. „Aus lauter Angst gehe ich nicht mehr hin. Entspanntes Spazierengehen ist nicht mehr möglich. Ich stehe immer unter Strom“, sagt Ferkinghoff. Das Rattengift sei nicht nur für Tiere eine Gefahr, sondern auch für Kinder mit so einer prägnanten Farbe, meint sie.

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