Kampf gegen Kaninchenseuchen: Jäger schießen an Friedhof und Alter Fahrt

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Jedes Jahre suchen Krankheiten die wilden Kaninchen in Olfen heim. Die Jäger versuchen, die Population klein zu halten, um die Seuchen einzudämmen. Das sorgt bei Spaziergänger für Verwunderung.

Olfen

, 06.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit einigen Jahren gehen unter wild lebenden Kaninchen zwei Seuchen um: die Kaninchenpest Myxomatose und die Chinaseuche. Beide Viruserkrankungen sind für die Kaninchen fast immer tödlich. Jäger versuchen, bereits ab dem Frühjahr die Ausbreitung der Seuchen durch die Jagd einzudämmen - auch auf öffentlichen städtischen Flächen. Das führt bei Spaziergängern zu Irritationen, wenn sie etwa an der Alten Fahrt Jäger mit Gewehr treffen.

Eine Kaninchenseuche grassiert auch in diesem Jahr wieder in Olfen. Die Mitarbeiter des Bauhofs haben bereits tote Tiere eingesammelt, Spaziergänger berichten bei Facebook ebenfalls über tote Tiere an den Wegen. Ob es die Chinaseuche oder die Kaninchenpest ist, lässt sich vom Außen schwer sagen. Bei beiden Viren sitzen die Tiere apathisch herum, bei der Kaninchenpest Myxomatose sind die Augen der Kaninchen meist verklebt und geschwollen.

Hegering: Im Herbst viele Kaninchen tot

Mittlerweile treten Kaninchenseuchen jedes Jahr auf, sagt Heribert Birken, für die Öffentlichkeitsarbeit beim Hegering Olfen zuständig. Eigentlich dürfen Jäger erst im Herbst Jagd auf Kaninchen machen. Doch bis dahin haben die Viren die Tiere so weit dezimiert, dass kaum noch Kaninchen da seien, so Birken. Die Tiere, die dann noch lebten, „die werden dann in Ruhe gelassen“, sagt der Jäger. Seit zehn Jahren bereits könne er sich nicht mehr erinnern, dass im Herbst beispielsweise in Vinnum noch ein Kaninchen geschossen worden wäre. Dort hat Birken sei Jagdrevier.

Um die Seuchen unter den Wildkaninchen wenigsten etwas einzudämmen, erlaubt das Jagdgesetz den Jägern, bereits im Frühjahr und Sommer junge Tiere zu schießen. „Um ein bisschen einzugreifen“, sagt Heribert Birken. Denn soll so die Population verringert werden, damit sich weniger Tiere mit den Krankheiten anstecken.

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Für ihrer eigenen Flächen hat die Stadt Olfen einigen Jägern ebenfalls erlaubt, schon vor der eigentlichen Jagdzeit auf Kaninchen Tiere zu schießen - die Erlaubnis gilt für den Friedhof und Flächen darum herum und für die Alte Fahrt. „Wir haben da eine richtige Plage“, sagt Christopher Hölscher vom Ordnungsamt der Stadt. Deshalb dürfe der dort ansässige Jäger die Tiere schießen.

Jäger bekommen Schreiben von der Stadt

Diese amtlich bestellten Jäger trügen auch Schreiben der Stadt bei sich, um sich zu legitimieren, so Heribert Birken. Denn eigentlich sei die Alte Fahrt kein Jagdgebiet. Immer wieder käme es bei Spaziergängern zu Irritationen, wenn sie die Jäger an solch öffentlichen Plätzen mit ihrem Gewehr sehen, sagt Birken. „Wir versuchen schon, außerhalb normaler Spazierzeiten dort zu sein“, sagt Birken.

Doch es gebe auch viele private Flächen und Felder, auf denen die Jäger nicht schießen dürfen. Auch deshalb könnten die Jäger nicht viel gegen die Kaninchenpest und andere Seuchen tun, sagt Birken. Sie sammeln aber die toten Tiere ein und entsorgen sie fachgerecht, so der Hegerings-Obmann. Doch auch im kommenden Jahr werden wohl wieder Kaninchen an den Seuchen sterben. „Das ist halt Natur“, sagt Heribert Birken.

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