Katalysatordiebe: So ging die Polizei vor

Prozess

Der Prozess gegen die Katalysatordiebe, die in Olfen, Nordkirchen und Schwerte zugeschlagen haben, geht weiter: Am dritten Prozesstag vor dem Landgericht in Münster breitete sich vor den Zuhörern ein Lehrstück über die Polizeiarbeit in Zeiten von GPS-, Funk- und Videoüberwachung aus. Wobei am Anfang Kommissar Zufall half.

OLFEN/NORDKIRCHEN/SCHWERTE

10.03.2017, 18:17 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Frühjahr 2015 bildete die Polizei in Münster eine spezielle Ermittlungsgruppe, die sich eigentlich den rapide zunehmenden Diebstählen von Navis aus edlen PKW annehmen sollte. Im Zuge dieser Arbeit beschlagnahmten die Beamten das Handy eines Verdächtigen.

Verdächtiger fuhr nach Vernehmung zur Kommando-Zentrale

Sie vernahmen den Mann in Greven. Anschließend fuhr er direkt zur Wohnung eines Bekannten. Dort war, wie sich später herausstellte, der Ausgangspunkt für 49 Diebestouren – unter anderem auch nach Olfen und Nordkirchen.

Am Haus in Greven installierte die Polizei eine Videokamera. Fortan registrierte sie ein munteres Kommen und Gehen sowie häufige nächtliche Fahrten zweier Autos. Die statteten die Ermittler mit versteckten GPS-Sendern aus. Und weil in ihnen immer die gleichen Zweierteams unterwegs waren, erwirkten die Beamten auch Genehmigungen zur Überwachung ihrer Handys.

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Hinzu kamen schließlich die Anzeigen von den Tatorten. All das setzten die Beamten wie bei einem Puzzle zusammen. Am Ende erhielten sie komplette Bilder, in denen alle Daten übereinstimmten - weil sich die Handys der Angeklagten in örtliche Funkzellen einloggten.

So auch in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 2015 am Agravis-Gelände sowie am Grundstück einer Metallbaufirma im Olfener Gewerbegebiet. Genauso wie in der selben Nacht am Gelände der Firma Automaten Schäfer in Schwerte und in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2015 am Gelände des Bosch-Service Thygs an der Lüdinghauser Straße in Nordkirchen, wo die Täter jedoch jeweils gestört wurden.

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Rasch merkten die Polizisten, dass es ihren Verdächtigen um teure Katalysatoren aus Mercedes Sprintern ging. Die gestohlenen Abgasgeräte versteckten die Angeklagten zunächst in der Nähe der Tatorte. Später holten sie sie ab und brachten sie über die niederländische Grenze. Von dort aus wurden die Katalysatoren nach Litauen gebracht. Anfang April wird das Urteil erwartet.  

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