An insgesamt zwölf Standorten im Kreis Coesfeld bietet das Deutsche Rote Kreuz kostenlose Corona-Schnelltests an - auch in Nordkirchen und Olfen. DRK-Vorstand Christoph Schlütermann - hier im Bild - sieht grundsätzlich keine Probleme darin, die Anzahl der Testungen zu erhöhen. © Thomas Aschwer
Hohe Investition

Kinder und Erzieher schützen – DRK geht bei den Kitas in die Offensive

Die Stadt Olfen sieht keinen wirklichen Bedarf für Raumluftreinigungsgeräte in den Schulen. Der DRK-Kreisverband hingegen hat eine andere Auffassung und geht bei den Kitas in die Offensive.

Viele Millionen Euro stellt das Land NRW für Lüftungsgeräte zur Verfügung. Doch die Förderung ist mit einer hohen Hürde verknüpft. Geld gibt es nur für Räume, bei denen sich nicht genügend Fenster öffnen lassen. Entsprechend reagieren Städte und Gemeinden. Auch die Stadt Olfen. Sie teilt auf Anfrage schriftlich mit: „Die Stadt Olfen ist in dieser Frage (Lüftungsgeräte; die Red.) in Abstimmung mit den anderen Kommunen im Kreis. Solche Lüftungsanlagen sollen nur dort eingesetzt werden, wo eine mechanische Lüftung nicht den gewünschten Erfolg bringt. Bei unseren (modernen) Schulbauten sehen wir nach Überprüfung solche Einsatzbereiche nicht.“

Ähnlich argumentiert die Gemeinde Nordkirchen: „Die Schulen in Nordkirchen verfügen in allen Unterrichts- und Fachräumen sowie auch in den Mensen und Foren über öffenbare Fenster, die in regelmäßigen Abständen einen Luftaustausch zulassen.“ Eine Position, die der DRK-Kreisverband nicht teilt. Er wird nach Auskunft von Vorstand Christoph Schlütermann alle Kitas mit Raumluftreinigern ausstatten.

Kosten für Anlagen in den Kitas belaufen sich auf eine halbe Million

„Die Aufträge sind erteilt. Die Kosten belaufen sich auf rund eine halbe Million Euro“, betont Schlütermann. Er weist darauf hin, dass es „trotz langwieriger Bemühungen keine Fördermittel gibt.“ Das DRK wird die Anlagen deshalb aus Kibiz-Rücklagen finanzieren. Das Rote Kreuz begründet den Vorstoß und die Investition damit, dass es „von der Wirkung der Anlagen überzeugt ist. Sie geben Kindern und Erziehende mehr Sicherheit.“

Zusätzlich wird das DRK in den Kitas CO2-Ampeln installieren. „Damit lässt sich das Lüften besser steuern. Es kommt ja jetzt die kalte Jahreszeit und man kann nicht ständig in Kitas alles auf Durchzug stellen“, betont DRK-Vorstand Christoph Schlütermann. Mit diesem Maßnahmenpaket reagiert das Rote Kreuz auch auf Untersuchungen im Dezember vergangenen Jahren.

Rotes Kreuz appelliert an Menschen: Bitte impfen lassen

Nach Aussage von Prof. Dr. Stephan Ludwig von der Westfälischen Wilhelm-Universität können „Luftreiniger die Aerosolbelastung im Raum in einer nachgestellten Besprechungssituation effizient reduzieren, allerdings nicht vollständig eliminieren. Dabei wird jedoch die Spitzenbelastung an Aerosol zwischen zwei Lüftungsphasen stark reduziert, was man beispielsweise dazu nutzen könnte, Lüftungsintervalle zu verlängern.“

Neben der technischen Ausstattung macht sich das Rote Kreuz auch massiv dafür stark, dass sich Menschen impfen lassen. „Die nachlassende Impfneigung wird zu einer Herbstpandemie führen“, so Schlütermann. Er verweist zudem auf Fachleute, die davon ausgehen, dass sich Menschen in der Altersgruppe 20 bis 60 in dieser Saison infizieren werden – wenn sie nicht geimpft sind.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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