Kitt-Dreigestirn kann vielleicht doch noch Regentschaft übernehmen

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Der 11. November ist ein großer Feiertag für die Karnevalisten - die neue Session beginnt. Für Kitt-Präsident Matthias Kortenbusch wird es ein normaler Arbeitstag sein. Wie eigentlich immer.

Olfen

, 11.11.2020, 06:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Olfener Karnevalisten gehen stets voran: Am Sonntag (früher auch am Samstag) vor dem 11.11. lassen sie es krachen. Sie eröffnen die neue Session, singen, schunkeln und freuen sich auf die schönste Zeit des Jahres. Doch in Coronazeiten ist alles anders.

„Es ist schon ein Stück Enttäuschung dabei“, räumt Matthias Kortenbusch ein. Seit fast drei Jahrzehnten ist für den Präsidenten der Start in die neue Session ein Tag an dem sich alles um den Kitt und den Karneval dreht. Nicht aber in diesem Jahr. Kortenbusch hat Verständnis für die Absage durch die Landesregierung. „Es gibt keine andere Möglichkeit.“

Natürlich hatten viele Kittmitglieder auf eine andere Entwicklung gehofft. Die beiden Dreigestirne für die 187. Session standen fest “, sagt Kortenbusch. Die Namen nennen will der Präsident nicht. „Zumindest beim großen Dreigestirn gibt es die Möglichkeit, dass es in einem der nächsten Jahre die Regentschaft übernimmt.“

„Immerhin hatten wir früh genug Planungssicherheit“

Wie beim Kitt üblich, hatten die Verantwortlichen im Sommer die Weichen für die neue Session gestellt. Mit den Dreigestirnen war alles besprochen. Auch für die Zeltveranstaltungen gab es Überlegungen, welche Künstler die Olfener und die vielen Gäste begeistern sollten.

Als aber im Herbst die Zahl der Infizierten anzog, wurde eine Session immer unwahrscheinlicher. Bis die Politik eine klare Ansage machte. „Immerhin hatten wir früh genug Planungssicherheit“, sagt Kortenbusch. Bei der letzten Karneval-Absage in 1990 sei das ganz anders gewesen. „Im Irak-Krieg wurden die Feiern wenige Tage vorher abgesagt.“

Aber auch der längere Vorlauf hat Konsequenzen für den knapp 700 Mitglieder zählenden Verein. „Wir haben finanzielle Einbußen“, sagt Kortenbusch ohne eine konkrete Summe zu nennen. Der Präsident sagt aber auch, dass der Kitt ein Jahr ohne Veranstaltungen verkraften könne.

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Und so herrscht aktuell in der großen Kitthalle ungewohnte Ruhe. Kein potenzieller Wagenbauer bittet um Unterstützung. Keine Schilder müssen bemalt werden. Matthias Kortenbusch richtet auf diesem Weg den dringenden Appell an alle Fußgruppen und Wagenbauer, in einem Jahr sich besonders zu engagieren.

Bis dahin „kocht der Kitt auf Sparflamme". Eine Mitgliederversammlung wird es in diesem Jahr nicht geben, allerdings ist die Kasse geprüft worden. Der geschäftsführende Vorstand hat sich für diese Woche zu einer Telefonkonferenz verabredet. Dabei wird es auch darum gehen, wie der Kitt in der Corona-Pandemie ein wenig auf sich aufmerksam machen kann. Außerdem hat Matthias Kortenbusch die Hoffnung, dass doch noch kleinere Feiern im privaten Bereich möglich werden.

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