Kleiderspenden mit Papiertonne abholen lassen

Experiment bei der Altkleidersammlung

Es gibt in Olfen ein neues Experiment bei der Altkleidersammlung. Wirklich glücklich ist die Kolpingsfamilie damit nicht. Trotzdem trägt sie die im Gespräch mit dem Roten Kreuz und der Stadtverwaltung gefundene Lösung mit. Warum es überhaupt geht und welche Sorgen die Vereine haben, klären wir in Fragen und Antworten.

OLFEN

, 22.04.2015, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kleiderspenden mit Papiertonne abholen lassen

Kommt ein Kleidungsstück geflogen: Zunächst probeweise können Altkleider in der Altpapiertonne landen. Allerdings nur an zwei Terminen im Jahr. In Olfen ist die erste Abfuhr am Samstag, 9. Mai.

Warum gibt es überhaupt den Versuch, Altkleider über die Papiertonne einzusammeln? Laut Bürgermeister Josef Himmelmann geht es um Umweltschutz und einen gesellschaftspolitischen Aspekt. Nach Berechnungen der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld werden im Kreis 5,95 Kilogramm Altkleider je Bürger und Jahr gesammelt. Gleichzeitig landen viele Altkleider in der Restmülltonne und werden verbrannt. Der Stadt Olfen ist zudem wichtig, dass vor Ort gemacht wird, was vor Ort möglich ist.

Wie viele Altkleider sammeln Rotes Kreuz und Kolpingsfamilie? Die Kolpingsfamilie kommt im Jahr auf rund 7,5 Tonnen, das DRK auf rund 29,7 Tonnen. Die Erlöse belaufen sich auf rund 2000 Euro bei der Kolpingsfamilie und 12.000 Euro beim DRK.

Was machen die Vereine mit den Erlösen? Die Kolpingsfamilie unterstützt mit dem Geld vielfältige soziale Projekte. Stichworte sind die Hilfsaktion in Sri Lanka oder in Nigeria. Aber auch die Familienfreizeit erhielt einen hohen Zuschuss. Der karitative Bereich profitiert auch beim DRK von den Erlösen. Zudem wird mit dem Erlös auch die Ausbildung von Sanitätern mitfinanziert.

Welche Sorgen haben die Vereine? Insbesondere die Kolpingsfamilie hat bei der Sammlung von Altkleidern über die Altpapiertonne die Sorge, dass sie selbst deutlich weniger einsammelt und damit wenige Geld für karitative Zwecke zur Verfügung steht.

Wer bekommt das Geld, das nach Abzug der Kosten bei der Sammlung über die Papiertonne übrig bleibt? Bürgermeister Josef Himmelmann betonte gestern erneut ausdrücklich, dass die Vereine die komplette Summe erhalten. Kein Euro fließe in die Stadtkasse. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die Sammlung über die Vereine komplett ehrenamtlich ist, also der gesamte Verkaufserlös direkt in die karitativen Projekte fließt.

Wie oft soll die Abfuhr erfolgen? Zunächst sind zwei Termine in Olfen geplant. Die erste Sammlung erfolgt am Samstag, 9. Mai. Am Tag davor, Freitag, 8. Mai, wird die Papiertonne regulär abgefahren.

Bleibt es dauerhaft bei dieser neuen Regelung? Nein! Es handelt sich um ein Pilotprojekt. Eingebunden sind darin neben Olfen auch Ascheberg und Coesfeld. In allen drei Kommunen soll in diesem Jahr zweimal die Papiertonne für die Sammlung genutzt werden.

Wie geht es danach weiter? Wenn in den drei Kommunen beide Sammlungen stattgefunden haben und die Kosten und Erlöse ermittelt worden sind, wird ein Fazit gezogen. Die Verwaltung kündigte gestern Gespräche mit den beiden Vereinen an. Danach soll eine Entscheidung fallen, ob die Sammlung über die Papiertonne fortgesetzt wird. 

In Ascheberg blieben viele Tonnen ungenutzt
In Ascheberg und Coesfeld haben bereits erste Altkleidersammlung über die Papiertonne stattgefunden.

An die Straße gestellt wurden in Ascheberg 365 Mülltonnen. Das entspricht 8 Prozent aller Papiertonnen. In Coesfeld waren es 653 Gefäße, rund 6,5 Prozent der Papiertonnen.

Gesammelt wurden in Ascheberg insgesamt 5,42 Tonnen Altkleider, in Coesfeld waren es 8,54 Tonnen.

Zu den Kosten für die Sammlung wollte die zuständigen Wirtschaftsbetriebe Coesfeld GmbH keine Auskunft geben.

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