Besuche im St. Marien Hospital in Lüdinghausen sind nun leichter möglich. © Marien-Hospital
Corona-Impfung

Krankenhaus in Lüdinghausen verärgert über Impfstopp: „Wie kann das sein?“

Eigentlich war der Liefer-Termin für die Impfung für den Montag schon gesetzt. Allerdings kam nie etwas an. Erst über Umwege erfuhr das St.-Marien-Hospital von dem Impf-Stopp - und ist verärgert.

„Das kam zu einem denkbar schlechten Moment“, formuliert es Burkhard Nolte, Regionalgeschäftsführer der Franziskus-Stiftung in Münster und damit auch für das St.-Marien-Hospital in Lüdinghausen verantwortlich, bewusst vorsichtig. Gemeint ist das plötzliche Aus für die gerade erst begonnene Impfung der Krankenhaus-Mitarbeiter in NRW.

„Wir waren so froh über die große Impfbereitschaft in der Belegschaft, und dann passiert so was. Das verunsichert die Leute, und das können wir angesichts der Lage nun wirklich nicht gebrauchen“, macht er aus seinem Unmut keinen Hehl.

Woche startete vielversprechend

Dabei hatte es Anfang der Woche noch so vielversprechend begonnen, wie Monika Kleingräber-Niermann im Gespräch schildert. „Ich wurde am Montagmorgen telefonisch über die Lieferung der ersten Impfdosen am folgenden Tag informiert“, erzählt die Referentin der Geschäftsführung. Persönlich habe sie die Box Dienstagfrüh in Empfang genommen.

„Für mich schon ein besonderer Moment, wenn man bedenkt, was da alles dran hängt.“ Im Anschluss sei die erste Hälfte der Impfung in einer eigens dafür eingerichteten Praxis im Nebengebäude durchgeführt worden.

„Als ich allerdings bis 13 Uhr noch keine Ankündigung für den zweiten Teil der Lieferung am Mittwoch erhalten hatte, wurde ich etwas nervös und habe mich ans Telefon gehängt.“ In den folgenden Stunden habe sie vergeblich versucht, etwas in Erfahrung zu bringen. „Ob im Ministerium oder beim Spediteur – niemand wusste etwas oder es ging nicht mal jemand ans Telefon“, ärgert sich Kleingräber-Niermann. Lediglich die Kommunikation mit dem Kreis Coesfeld habe funktioniert. Von dort erreichte sie schließlich um kurz vor 22 Uhr die Hiobsbotschaft, dass in ganz NRW die Impfungen gestoppt worden seien.

Hin und Her nicht nachvollziehbar

„Wie kann das denn sein, dass man montags noch vollmundig die Impfungen ankündigt und einen Tag später reichen plötzlich die Impfdosen nicht mehr aus“, kann sie das Hin und Her nicht nachvollziehen. Schließlich hätten alle Krankenhäuser vorab die genauen Zahlen für die Impfung der ersten Phase durchgegeben.

In dieser Phase werden zunächst nur Mitarbeiter der Priorität 1 geimpft, also jene, die beispielsweise auf Intensiv- und Covid-Stationen arbeiten und besonders gefährdet sind. 129 davon hatten sich im Marien-Hospital zu einer Impfung bereit erklärt. „Das entspricht 90 Prozent, ein Wert, über den wir uns sehr gefreut haben“, betont Kleingräber-Niermann.

Wie es nun weitergeht? Zugesichert worden sei bisher lediglich, dass die Dosen für die notwendige Zweitimpfung der bereits am Dienstag geimpften Mitarbeiter zur Verfügung stünden. „Damit der Impfschutz eintritt, muss die innerhalb von drei Wochen erfolgen. Hoffentlich funktioniert zumindest das.“