Kreisveterinäramt hat GPS-Daten von Schweinetransporter ausgewertet

rnSchweineanhänger abgestellt

In den sozialen Medien hatte der Fall eines abgestellten Anhängers voller Schweine für hitzige Diskussionen gesorgt. Jetzt haben sich die Umstände geklärt. Ein Beteiligter kann aufatmen.

Olfen

, 22.05.2019, 17:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Kreisveterinäramt Coesfeld wird kein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen einen Unternehmer für Tiertransporte einleiten. Einer seiner Anhänger hatte Mitte Mai, voll beladen mit Schweinen, eine Zeit lang im Gewerbegebiet Olfen gestanden, was für Empörung gesorgt hatte. Von „Tierquälerei“ war auf Facebook zu lesen und dass die Schweine „mehrere Stunden über Nacht“ abgestellt gewesen seien. Nun sagt das Veterinäramt: Der Transporteur hat nichts Unrechtes getan.

GPS-Daten und Aussagen decken sich

Die Begründung von Dr. Helmuth Hiegemann, dem zuständigen Tierarzt beim Kreisveterinäramt gegenüber der Redaktion: „Wir haben die GPS-Daten vom Fahrzeug bekommen und sie mit dem abgeglichen, was die Beteiligten erklärt haben. Sie decken sich.“ Laut Hiegemann hat sich das Geschehen so abgespielt: Der Transporteur hatte den Anhänger, nachdem er die Schweine gegen 5 Uhr auf einem Hof eingeladen hatte, gegen 6.15 Uhr an jenem 15. Mai im Gewerbegebiet abgestellt. Weil er nämlich auf einem weiteren Hof weitere Schweine aufladen wollte. Denn dorthin wollte er seine bisher schon aufgeladenen Schweine im Anhänger nicht mitnehmen. Aus Schutz vor Seuchen und Krankheiten, so der Tierarzt. Deshalb habe er den Anhänger zwischengeparkt. „Das ist übliche Praxis“, sagt Helmuth Hiegemann.

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Dreieinhalb Stunden unterwegs

Nachdem der Transporteur die zweite Ladung Schweine aufgenommen hatte, habe er den Anhänger wieder angekoppelt und sei dann zum Schlachthof gefahren, wo er die Schweine um 8.30 Uhr abgeladen habe. „Der Transporter war also dreieinhalb Stunden unterwegs“, bilanziert Hiegemannn. Das bewerten die Veterinäre des Kreises als Kurzstrecke (unter acht Stunden). So, dass also der Anhänger nicht über Gebühr im Gewerbegebiet abgestellt worden sei.

GPS-Daten des Fahrzeugs und die Aussagen der beteiligten Landwirte sowie des Spediteurs hätten sich gedeckt, so Hiegemann. Folge: „Wir werden kein Verfahren gegen den Spediteur einleiten“, erklärt Helmuth Hiegemann.

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