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Kürzere Wege, schnellere Hilfe - Kreis entwickelt Idee für den Rettungsdienst

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Olfen und Lüdinghausen können im Notfall so weit voneinander entfernt sein, dass die schnelle Hilfe nicht wirklich schnell ist. Jetzt gibt es einen ganz neuen Lösungsansatz.

Olfen, Vinnum

, 22.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Zahlen lügen nicht: Nur in rund zwei Drittel aller Notfälle war nach Auskunft der Coesfelder Kreisverwaltung im Jahr 2018 der Rettungswagen aus Lüdinghausen innerhalb der Hilfsfrist von zwölf Minuten in Olfen.

Ein schlechter Wert. Wer jemals auf einen Rettungswagen gewartet hat, weiß ganz genau, dass in Notfällen Minuten zu gefühlten Stunden werden können. Deshalb hat der Kreis zum 1. Januar 2019 Einsatzzeiten und Personal aufgestockt.

Retter aus Datteln rücken häufig nach Olfen aus

Bis Ende 2018 stand tagsüber ein Rettungswagen in Olfen, ein anderer in Lüdinghausen. In der Nacht stand der „Olfener“ Wagen an der Rettungswache in Lüdinghausen. Da dafür aber kein Personal vorgesehen war, konnte er auch in den Fällen nicht nach Olfen ausrücken, in denen der Lüdinghauser Wagen in Lüdinghausen oder in Nordkirchen im Einsatz war.

Nur gut, dass es immer wieder Amtshilfe aus Datteln gab. Allein für das Jahr 2018 listet der Kreis Coesfeld 251 Einsätze der Dattelner Retter im Kreis Coesfeld auf - ein neuer Spitzenwert.

Zweiter Rettungswagen ist seit Jahresanfang auch nachts besetzt

Um diese Situation zu entzerren und gleichzeitig bessere Zeiten zu erreichen, hat der Kreis zum 1. Januar aufgestockt. Der Olfener Wagen ist noch immer nachts in Lüdinghausen, ist allerdings auch besetzt.

Somit steht auch in den Situationen ein Wagen für einen Einsatz in Olfen zur Verfügung, wenn der andere Rettungswagen bereits in Lüdinghausen oder Nordkirchen im Einsatz ist. Ob diese Regelung die Situation nachhaltig verbessert vermag auch der Kreis Coesfeld nicht einzuschätzen.

„Wir schauen uns die Situation und die Zahlen genau an“, sagt Ulrich Helmich, Dezernent für Sicherheit und Ordnung beim Kreis Coesfeld.

Bahnlinie hat „nahezu keine Einfluss auf Hilfefrist“

Die Auswertung der ersten Zahlen belegt aus Sicht des Kreises, dass die Bahnlinie Lüdinghausen - Dortmund „nahezu keinen Einfluss auf die Einhaltung der Hilfefrist hat“. Fest steht ebenfalls, dass die „Standorte Olfen und Lüdinghausen nicht optimal zur Versorgung der jeweils anderen Stadt gelegen sind“.

Vor allem die Anfahrt von der Rettungswache Lüdinghausen über die stark befahrene B 58 Richtung Olfen ist ein großes Problem.

Kreis will Vorschläge bis zum Herbst entwickeln

Im Kreishaus ist die Idee entwickelt worden, den zweiten Rettungswagen in Seppenrade zu stationieren, denn die Städte Olfen und Lüdinghausen könnten von hier aus optimal versorgt werden. „Das sind aber nur erste Überlegungen“, sagt Helmich.

Auf Anfrage räumt der Dezernent ein, dass es noch keine Ansätze gibt, wo ein Rettungswagen im Rosendorf stationiert werden könnte. Bis zum Herbst will der Kreis die Situation beobachten und Lösungsansätze präsentieren.

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