Die vorbereitenden Arbeiten für den Neubau der Lippebrücke in Ahsen sind angelaufen. So ist in den vergangenen Tagen eine neue Zufahrt geschaffen worden. © Thomas Aschwer
Millionen-Projekt

Lippebrücke Ahsen: Bauarbeiter machen den Weg für den Abriss frei

Auf diesen Moment haben viele Menschen 3,5 Jahre warten müssen. Die vorbereitenden Arbeiten für den Bau einer neuen Lippebrücke in Ahsen sind angelaufen. Erste Veränderungen sind sichtbar.

Bis zum offiziellen Spatenstich ist es zwar noch einige Tage hin, doch die Bauarbeiter in Ahsen haben erste Fakten geschaffen. Auf der Ahsener Seite der gesperrten Brücke sind Baucontainer aufgestellt worden. Zudem hat es erste Erdbewegungen gegeben. Deutlich sichtbar ist ein neu angelegter breiter Weg, der von der Lippestraße parallel zur Brücke Richtung Lippe führt.

Auf der Olfener Seite hingegen ist die Landschaft komplett unberührt. Wer vor der aufwendig abgesperrten Brücke steht, sieht, wie sich die Natur Stück für Stück sogar die marode Brücke zurückerobert. Lange werden Büsche und Gräser allerdings hier nicht mehr wachsen. Nach dem Ende der vorbereitenden Arbeiten wird die marode Brücke abgebrochen.

Im Zuge des Neubaus entsteht auf Olfener Seite auch ein neuer Radweg, der die Lücke bis zur Eversumer Straße schließt. Auch auf der Brücke wird es eine eigene Spur für Fahrradfahrer geben, die damit künftig sicher die Lippe queren können. Zu sehen ist vom geplanten Radweg entlang der Eversumer Straße noch nichts, keine Markierungen, keine vorbereitenden Arbeiten. Auch das soll sich Anfang nächsten Jahres ändern – mehr als 3,5 Jahre nach der Sperrung der Brücke.

Auf der Ahsener Seite der Lippe gibt es bereits deutliche Erdbewegungen.
Auf der Ahsener Seite der Lippe gibt es bereits deutliche Erdbewegungen. © Thomas Aschwer © Thomas Aschwer

Im April 2018 war bei einer Untersuchung der Lippebrücke ein hohes Sicherheitsrisiko festgestellt worden. Wegen Einsturzgefahr musste die Brücke mit sofortiger Wirkung komplett gesperrt werden. Die weiteren Untersuchungen haben ergeben, dass eine Instandsetzung der Brücke nicht möglich und ein Neubau an gleicher Stelle notwendig ist.

Neue Fundamente werden eine aufwendige Angelegenheit

Die Arbeiten sind vor allem auch deshalb sehr aufwendig, weil nach Auskunft des federführenden Kreises Recklinghausen auf beiden Seiten der Lippe jeweils sechs Fundamente mit einem Durchmesser von 1,20 Meter notwendig werden. Bei Bohrungen sind Fachleute auf tiefe Sande gestoßen, die jetzt einen hohen Aufwand erfordern. Bis zu einer Tiefe von 20 Meter müssen die Bauarbeiter für die Fundamente bohren.

Die Kosten für die gesamte Maßnahme belaufen sich auf knapp 5,9 Millionen Euro. Das Land hat Ende Juni eine Förderung in Höhe von 4,3 Mio. Euro genehmigt. Die restlichen Kosten teilen sich die Kreise Coesfeld und Recklinghausen. Der Kreis Recklinghausen hat die Federführung für diese Maßnahme. Auch nach der Fertigstellung der neuen Brücke kann nur ein Teil der Olfener Pendler aufatmen.

Seit 3,5 Jahren ist die Brücke gesperrt und gesichert. Mittlerweile erobert sich die Natur die Fläche zurück. © Thomas Aschwer © Thomas Aschwer

Nach dem Neubau in Ahsen steht eine ähnliche Maßnahme in Vinnum an. Dass die Brücke über die Lippe südlich von Vinnum neu gebaut werden muss, ist unstrittig. Das haben Experten bereits vor geraumer Zeit signalisiert. Für viele Pendler Richtung Dortmund wird der Neubau zu einer Geduldsprobe werden.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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