Lippebrücke in Olfen nach 13 Jahren Bauzeit fertig

50 Millionen Euro

13 Jahre Bauzeit, rund 50 Millionen Gesamtkosten – die Zahlen für die Olfener Lippebrücke über den Dortmund-Ems-Kanal sind gewaltig. Doch zur Fertigstellung haben keine Sektkorken geknallt. „Still und heimlich“ ist das gewaltige Bauwerk seiner Bestimmung übergeben worden. Wir haben uns vor Ort umgesehen.

OLFEN

, 26.08.2017 / Lesedauer: 3 min
Lippebrücke in Olfen nach 13 Jahren Bauzeit fertig

Einen traumhaften Ausblick auf Lippe und Region bietet die neue Kanalbrücke in Vinnum. Nach Abschluss der Bauarbeiten können Fußgänger und Radfahrer wieder die naturnahe Verbindung von Olfen nach Datteln nutzen.

Das Containerdorf in unmittelbarer Nähe zur Baustelle ist seit etlichen Wochen abgerüstet, die Fläche weitgehend renaturiert. Hinter einigen wenigen Bauzäunen liegen letzte Materialien. Fußgänger und Radfahrer erobern sich den seit vielen Jahren gesperrten Bereich immer mehr zurück – auch ohne offizielle Freigabe für die Wege entlang des Kanals und die Brücke.

„Auf einen offiziellen Termin zum Ende der Bauarbeiten haben wir bewusst verzichtet“, sagte am Freitag auf unsere Anfrage Projektleiter Herbert Hohmann vom Wasserstraßen-Neubauamt in Datteln. Die Gründe liegen auf der Hand. Als die Bauarbeiten im Januar 2004 anliefen, gingen die Verantwortlichen von einer fünfjährigen Bauzeit aus.

Straße "Im Berg" bleibt noch wenige Wochen gesperrt

Zwei Havarien im Oktober 2005 und im März 2006 sprengten allerdings Zeitplan und Kostenrahmen – am Ende belaufen sich die Kosten auf etwa 50 Millionen. Aus Sicht von Herbert Hohmann „ein Klacks im Vergleich zum Berliner Flughafen“. Als eine Begründung für die Kostensteigerungen führte Projektleiter Hohmann Baugrundprobleme an, die eine Umstellung des Bauverfahrens notwendig gemacht hätten.

Immer wieder gab es aber auch kleinere Probleme wie Niedrigwasser im Rhein, die notwendige Lieferungen verzögerten. So musste das Wasserstraßen-Neubauamt Datteln auch in der Endphase des Projektes musste den Zeitplan mehrfach korrigieren. Noch im Frühjahr 2015 waren die Verantwortlichen davon ausgegangen, dass die Wege entlang des Kanals und über die Brücke zur Fahrradsaison 2016 fertig sein würden. In diesem Frühjahr waren sie tatsächlich wieder frei. Noch nicht freigegeben ist allerdings die Straße „Im Berg“ in Höhe der Kanalunterführung. „Hier sind noch kleinere Sachen zu erledigen“, sagt Hohmann.

Größere Schiffe können Kanal mittlerweile nutzen

Der Straßenbelag müsse punktuell ausgebessert werden. „Zudem fehlen noch einige Schilder.“ In rund vier Wochen sollen die Arbeiten erledigt sein, sodass die Straße freigegeben werden kann. Bereits seit geraumer Zeit können hingegen auch größere Schiffe den ausgebauten Dortmund-Ems-Kanal nutzen. Weil sie einen größeren Tiefgang und breiter sind, mussten auch die Lippeüberführung tiefer und breiter werden. Mit den beiden neuen Trögen über die Lippe ist der Kanalausbau an dieser Stelle abgeschlossen. Die Bauarbeiter sind längst weitergezogen.

 

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