Lütkemöller: "Bin auf fahrenden Zug aufgesprungen"

Neuer Pfarrer der Gemeinde St. Vitus

Bernhard Lütkemöller ist seit einigen Wochen Pfarrer der Gemeinde St. Vitus. Ob er schon in Olfen angekommen ist, ob man ihn auch mal bei einem Glas Bier antreffen wird und was seine Pläne für die Zukunft sind, hat er Theo Wolters im Interview verraten.

OLFEN

, 07.04.2015, 12:21 Uhr / Lesedauer: 3 min
Bernhard Lütkemöller ist der neue Pfarrer der Gemeinde St. Vitus.

Bernhard Lütkemöller ist der neue Pfarrer der Gemeinde St. Vitus.

Sind Sie eigentlich schon in Olfen angekommen?

Ich habe schon viele Menschen kennengelernt und mit vielen Gremien, Gruppen, Vereinen und Verbände erste Treffen gehabt. Dennoch würde ich sagen: Ich bin noch dabei anzukommen. Fragen Sie mich im Sommer noch mal.

Wie schätzen Sie die Olfener ein?

Die, die ich kennengelernt habe, waren sehr offen und selbstbewusst, sehr engagiert und interessiert an den Fragen, wie es mit Glaube und Kirche vor Ort weitergeht. Das sind ja Fragen, die viele Menschen heute bewegen, zumal wenn die Kirchengemeinde wie in Olfen im privaten wie im öffentlichen Leben eine Rolle spielt. Ich finde es gut, wenn Menschen sich in vielfältigen Aktivitäten in der Gemeinde engagieren. Das ist in Olfen und Vinnum in großem Maße der Fall und das werde ich auf alle Fälle auch weiter unterstützen.

Wird man Sie auch mal bei einem Glas Bier antreffen?

Ich glaube, das hat mit dem „Ankommen“ zu tun. Wenn man Menschen kennt, halte ich es für normal, sich auch mal bei einem Glas Bier zu treffen und miteinander auszutauschen. Das wird sicher auch hier geschehen. Wenn ich weiß, ich treffe Leute, mit denen ich reden kann, kann ich gut mit diesem Gedanken leben. Schließlich stamme ich ja aus der Nachbarschaft der Oelder Brauerei.

Was steht in der Zukunft in St. Vitus an?

Olfen hat keinen Bahnhof, deshalb passt das Bild ganz gut: Ich bin in den Zug St. Vitus nicht an einer Haltestelle eingestiegen, sondern quasi auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Viele Dinge, die zum Teil schon lange geplant sind, warten noch auf die Umsetzung. Ich erinnere an „ProOrgano“ und den Wunsch, die Orgel der Vitus-Kirche zu erneuern.

Oder: Der Pfarreirat hat schon vor zwei Jahren darüber gesprochen, wie für kleinere Gruppen in der großen Vitus-Kirche ein Raum geschaffen werden kann, damit ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl im Gottesdienst vermittelbar ist. Ich erinnere an den Prozess, einen lokalen Pastoralplan zu erarbeiten, nachdem das Bistum Münster den Diözesanpastoralplan veröffentlicht hat. Dies sind nur ein paar Beispiele, die zeigen: Ich werde nicht arbeitslos in dieser Pfarrei.

Wann wird mit der Erneuerung der Orgel begonnen?

Es gab ein klärendes Gespräch mit Vertretern des Bistums. Klar ist nun, dass der Antrag, die Orgel zu erneuern, den der Kirchenvorstand im vergangenen November bereits gestellt hat, nun genehmigungsfähig ist. Deshalb wird es nach Ostern ein Treffen mit dem Orgelbauer geben, damit wir einen Zeitplan erarbeiten können und klären, was an Begleitarbeiten in diesem Punkt zu machen ist.

Was gibt es noch für Wünsche?

Für kleinere Gruppen einen Raum zu schaffen, ist ebenfalls ein seit langem gehegter Wunsch. Deshalb haben Pfarreirat und Kirchenvorstand noch im April ein gemeinsames Treffen, um die vorhandenen Ideen zu besprechen und dann möglichst auch einer Umsetzung zuzuführen.

Gab es schon ein Treffen mit Bürgermeister Himmelmann?

Ja, ich habe meinen Antrittsbesuch bei ihm bereits gemacht. Es war ein sehr angenehmes und konstruktives Gespräch, in dem deutlich wurde, dass eine gute Kooperation zwischen Stadt und Kirchengemeinde nicht nur sinnvoll und nützlich, sondern auch von beiden Seiten gewollt ist. Bereiche der Zusammenarbeit gibt es jede Menge: vom Friedhof über die Kindergärten bis hin zur Begrüßung Neuzugezogener in Kommune und Pfarrei.

Dass Olfen eine wachsende Gemeinde ist, zeigt sich natürlich auch in unserer Pfarrkartei. Deshalb war in den Überlegungen hinsichtlich eines Pastoralplanes für St. Vitus diese Frage auch immer wieder geäußert worden: Wie können wir die Neuzugezogenen besser integrieren? Man hat mir erzählt, dass der Bürgermeister regelmäßig eine Radtour veranstaltet, um Neubürger zu begrüßen. Was lag da näher, als im Gespräch nach Kooperationsmöglichkeiten zu fragen? Herr Himmelmann war sehr offen für dieses Anliegen und wir werden versuchen, das dann auch gemeinsam mit der evangelischen Gemeinde umzusetzen.

Wie sehen Sie die Veränderungen im Rahmen der Umgestaltung der Alten Fahrt nahe bei der Kirche? Wie kann sich die Kirche einbringen?

Ich glaube, dass das ein spannendes Projekt ist, denn hier im Bereich der Alten Fahrt ist ja tatsächlich ein Querschnitt des Lebens anzutreffen: Altenheim und Seniorenwohnungen, Grundschule und Freizeitanlagen. Da passen Kirche und Pfarrheim gut hinein. Wie wir uns im Einzelnen einbringen können, muss in Absprache mit der Stadt und den Gremien unserer Gemeinde noch geklärt werden, aber ich bin sicher, dass eine Aufwertung dieses Bereiches nicht nur der Stadt Olfen nützen wird, sondern auch unserer Kirchengemeinde St. Vitus.

Zum Abschluss noch eine sportliche Frage: Sind Sie Fußballfan?

Von der Ebene der Länderspiele an: ja. Beim Vereinsfußball habe ich keine Präferenzen. Da fehlt mir auch die Zeit, mich intensiv darum zu kümmern. Auch wenn Dortmund und Schalke ja quasi Vororte von Olfen sind.

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