Magen-Darm-Fälle: Stadt Olfen schließt Naturbad

Mehrere Erkrankungen

Nach einer Reihe von Magen-Darm-Erkrankungen hat die Stadt Olfen die Reißleine gezogen und das Naturbad vorläufig komplett für den öffentlichen Badebetrieb geschlossen. Gleichzeitig richtet die Verwaltung eine Bitte an die Besucher der vergangenen Tage.

OLFEN

, 29.08.2016, 19:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wer nach dem Bad-Besuch unter einer Magen-Darm-Erkrankung leidet, meldet sich bitte bei der Stadtverwaltung Olfen“, sagt Daniela Damm, kaufmännische Betriebsleiterin des Bades, auf unsere Anfrage. Noch keine Antwort kann sie derzeit geben, ob die Erkrankung mit dem Badbesuch zusammenhängt oder nicht.

„Es sind mehrere Ursachen möglich. Wir wollen der Sache auf den Grund gehen“, betont Daniela Damm. Sie berichtet, dass die Stadt Olfen deshalb das Gesundheitsamt eingeschaltet hat – und zudem das Bad vorsorglich komplett geschlossen hat.

Hauptsächlich sind Kinder erkrankt

Erste Informationen über Magen-Darm-Erkrankungen nach dem Badbesuch hat die Stadt Olfen am Sonntagvormittag erhalten. Im Laufe des Tages und auch am Montagvormittag meldeten sich dann weitere Betroffene. „Bislang sind hauptsächlich Kinder betroffen“, sagt auf unsere Anfrage Daniela Damm. Sie konnte jedoch „keine verlässliche Aussage zur Zahl der Betroffenen“ machen.

„Mehrere Kinder, die in den letzten Tagen das Naturbad Olfen besucht haben, weisen Symptome einer Magen-Darm-Erkrankung auf“, betont die Stadtverwaltung. „Wir hoffen, dass die Kinder schnell wieder gesund werden, das ist erst einmal das Wichtigste. Die Sorgen der Eltern teilen wir und sind froh, dass sie uns benachrichtigt haben.“

Höheres Infektionsrisiko als in gechlorten Bädern

Völlig offen ist, ob das extreme Wetter der vergangene Tage dazu beigetragen hat, dass Badbesucher erkrankt sind. Fakt ist jedenfalls, dass am Sonntag so viele Menschen eine Abkühlung gesucht haben, dass die Stadt irgendwann keine Besucher mehr in das Bad gelassen hat. Konkrete Zahl über die Besucherzahlen der vergangenen Tage konnte Daniela Damm auf unsere Anfrage am Montag nicht nennen.

Ausdrücklich betonte die kaufmännische Geschäftsführerin jedoch, "dass das Wasser im Naturbad biologisch aufbereitet wird und gegenüber einem mit Chlor desinfizierten Wasser in einem normalen Freibad oder Hallenbad ein höheres Infektionsrisiko bestehen kann. Badegäste mit Erkältungen, Durchfall und anderen ansteckenden Krankheiten sollen daher das Baden unterlassen.“

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25.08.2016
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Im und rund ums Strandbad war in den letzten Tagen bei dieser Hitze immer reichlich Betrieb. Die Gäste des Campingplatzes, aber auch so mancher Selmer und Tagesgäste fanden sich hier ein, um sich abzukühlen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Michael und Kornelia Frychel aus Selm machen es richtig bei 35 Grad: Im Schlauch-Kajak ging es am Donnerstag auf die Stever. "Das machen wir ab und zu mal", sagte Kornelia Frychel, stieg ein und dann ging es in Richtung Aue zu den Eseln und Rindern.© Foto: Tobias Weckenbrock
Im und rund ums Strandbad war in den letzten Tagen bei dieser Hitze immer reichlich Betrieb. Die Gäste des Campingplatzes, aber auch so mancher Selmer und Tagesgäste fanden sich hier ein, um sich abzukühlen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Im und rund ums Strandbad war in den letzten Tagen bei dieser Hitze immer reichlich Betrieb. Die Gäste des Campingplatzes, aber auch so mancher Selmer und Tagesgäste fanden sich hier ein, um sich abzukühlen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Michael und Kornelia Frychel aus Selm machen es richtig bei 35 Grad: Im Schlauch-Kajak ging es am Donnerstag auf die Stever. "Das machen wir ab und zu mal", sagte Kornelia Frychel, stieg ein und dann ging es in Richtung Aue zu den Eseln und Rindern.© Foto: Tobias Weckenbrock
Michael und Kornelia Frychel aus Selm machen es richtig bei 35 Grad: Im Schlauch-Kajak ging es am Donnerstag auf die Stever. "Das machen wir ab und zu mal", sagte Kornelia Frychel, stieg ein und dann ging es in Richtung Aue zu den Eseln und Rindern.© Foto: Tobias Weckenbrock
In der 35-Grad-Buller-Hitze von Donnerstag mussten diese Männer auf dem Acker die Ernte einfahren.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf der Luftmatratze paddeln oder einmal ganz durch den See schwimmen: Die Selmer, aber auch Auswärtige, ließen sich in der Spätsommerhitze vom Wasser im Ternscher See abkühlen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auf der Luftmatratze paddeln oder einmal ganz durch den See schwimmen: Die Selmer, aber auch Auswärtige, ließen sich in der Spätsommerhitze vom Wasser im Ternscher See abkühlen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Im und rund ums Strandbad war in den letzten Tagen bei dieser Hitze immer reichlich Betrieb. Die Gäste des Campingplatzes, aber auch so mancher Selmer und Tagesgäste fanden sich hier ein, um sich abzukühlen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Beim Kampf gegen die Hitze haben die Selmer sich ganz unterschiedliche Dinge einfallen lassen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Im und rund ums Strandbad war in den letzten Tagen bei dieser Hitze immer reichlich Betrieb. Die Gäste des Campingplatzes, aber auch so mancher Selmer und Tagesgäste fanden sich hier ein, um sich abzukühlen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Beim Kampf gegen die Hitze haben die Selmer sich ganz unterschiedliche Dinge einfallen lassen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Schlagworte Selm, Olfen

Wasserproben werden alle 14 Tage entnommen

Und es gibt noch einen Unterschied zwischen dem Naturbad und Bädern, die mit Chlor arbeiten: Die Zeitabstände für Wasserproben sind verschieden. Im Naturbad zieht ein Umweltlabor nach Aussage der Stadt alle 14 Tage Proben – häufiger* als im Olfener Hallenbad, wo der Betreiber aber selbst den Chlorgehalt prüft. Damm: „Das ist mit dem Gesundheitsamt so abgesprochen.“

* In einer vorherigen Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, im Naturbad würden seltener Proben genommen als im auf Chlorbasis arbeitenden Olfener Hallenbad. Das stimmt nicht, bezieht man es auf die sogenannte „Große Probe“, bei der das Wasser im Labor auf Keime untersucht wird. Das geschieht im Hallenbad deutlich seltener als im Naturbad. Dagegen prüft das Hallenbad für sich selbst aber deutlich häufiger als das Naturbad – allerdings auf Chlorkonzentration. Eigene Proben werden im Naturbad nicht genommen. 

Wer nach dem Besuch des Naturbades in den vergangen Tagen unter einer Magen-Darm-Erkrankung leidet, sollte sich bei der Stadtverwaltung Olfen melden: bei Daniela Damm, Tel. (02595) 389111, oder Markus Freck, Tel. (02595) 389165.

Schwimmmeister Kühn erklärt die Filteranlage

Hinweis: Dieses Video stammt aus dem Sommer 2015. Der Schwimmmeister wollte nicht vor die Kamera. Deshalb ist nur seine Stimme zu hören.

 

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