Er läuft und läuft und läuft: Wie viel Strom jemand verbraucht hat, kann jeder kinderleicht ablesen. © picture-alliance/ dpa
Gelsenwasser

Maske soll reichen – ungeimpfter Mitarbeiter nimmt Stromverbrauch auf

Die händische Ermittlung des Stromverbrauchs sorgt im südlichen Kreis Coesfeld für Kopfschütteln und Unverständnis. Erst auf Nachfrage räumte ein Mitarbeiter ein, nicht geimpft zu sein.

Die Corona-Zahlen erreichen gerade im Kreis Coesfeld nie gekannte Höchstwerte. Verantwortliche rufen eindringlich dazu auf, Kontakte so weit wie irgend möglich zu reduzieren. Deshalb reagieren mittlerweile viele Menschen sehr zurückhaltend, wenn unbekannte Personen an der Haustür klingeln. Teilweise werden sie sogar sehr skeptisch, wenn diese Personen gerne in das Haus wollen. Auch wenn sie sich ausweisen können.

In dem konkreten Fall geht es um den Stromverbrauch in den letzten Monaten. Eigentlich eine einfache Sache – könnte man meinen: Hauseigentümer anschreiben, Kontaktmöglichkeiten (Telefon, Internet oder klassisch Karte) aufzeigen. Gut ist es. Die Gelsenwasser Energienetze GmbH (GWN) geht aber einen anderen Weg. Sie geht von Haus zu Haus, um den Zählerstand abzulesen. Ein Problem sieht das Unternehmen darin nicht. Eine Familie aus dem Südkreis Coesfeld sieht das ganz anders. Sie will zwar namentlich nicht genannt werden, findet das Vorgehen aber „zumindest nicht glücklich“.

Gelsenwasser hat andere Firma die Aufgabe übergeben

Das Unternehmen teilt auf Anfrage schriftlich mit: „Die Ablesung von Stromzählern in Olfen, Lüdinghausen und Ascheberg führt die Firma Cabo im Auftrag der Gelsenwasser Energienetze GmbH (GWN) durch. GWN nimmt diese Ablesungen für die Westnetz vor. GWN ist noch nicht für den Stromnetzbetrieb zuständig, die Betriebsführung liegt bis Ende 2022 bei der Westnetz. Daher gehen die Ablesedaten ebenfalls an die Westnetz, auch Störungen sind weiterhin der Westnetz zu melden.“

Zudem betont die Gelsenwasser Energienetze GmbH, dass sich Mitarbeitende der Firma Cabo mit einem Westnetz-Ausweis ausweisen können. „Sie tragen bei Ihrer Tätigkeit im Zuge der Pandemievorsorge Maske. Wenn Kunden dennoch aufgrund von Bedenken keine Ablesung vornehmen lassen wollen, ist die Übermittlung des Zählerstands an die Westnetz per Telefon oder über deren Kundenservice im Internet möglich.“ Keine Aussage macht das Unternehmen aber, warum sie überhaupt von Haus zu Haus geht.

Unternehmen geht bei Austausch von Wasserzählern anderen Weg

Keine Stellung bezieht sie auch dazu, wie sie es bewertet, dass ungeimpfte Personen bei der Ablesung im Einsatz sind. Dass diese Position nicht alternativlos ist, zeigt das Vorgehen des Unternehmens bei anderen Aufgaben. Eine andere Familie, die ebenfalls nicht genannt werden möchte, bekommt in den nächsten Wochen eine neue Wasser-Zähleruhr. Bei der Terminabstimmung wies, so die Familie, der Gelsenwasser-Mitarbeiter ausdrücklich darauf hin, dass ausschließlich geimpfte Mitarbeiter diese Aufgabe übernehmen würden.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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