Massenschlägerei in Vinnum: Polizei zeigt Facebook-Kommentatoren wegen Volksverhetzung an

rnPolizei ermittelt

Die Massenschlägerei von Vinnum hat strafrechtliche Folgen - nicht nur für die brutalen Schläger auf dem Fußballplatz. Auch ein Mann, der gar nicht in der Nähe war, muss sich verantworten.

Vinnum

, 18.09.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Massenschlägerei mit acht Verletzten auf dem Vinnumer Sportplatz hat nun auch möglicherweise Konsequenzen für einen Facebook-Kommentatoren. Die Polizei im Kreis Coesfeld hat den Kommentatoren wegen Volksverhetzung angezeigt.

„Die Pressemeldung vom Spiel hatte ich auf unserer Facebook-Seite gepostet“, erklärt Rolf Werenbeck-Ueding von der Polizeipressestelle im Kreis Coesfeld. Daraufhin habe einer der Nutzer einen Kommentar gepostet, der offensichtlich volksverhetzend war.

„Der Kommentator hat die Spieler der gegnerischen Mannschaft mit Insekten verglichen“, sagt Werenbeck-Ueding ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Hier ermittelt nun der Staatsschutz in Münster. Der Staatsschutz wird dann aktive, wenn es um politisch motivierte Aktivitäten geht.

Immer wieder Ausfälle

Laut Paragraf 130 des Strafgesetzbuches erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung unter anderem, wer eine Schrift der Öffentlichkeit zugänglich macht oder verbreitet, die die Menschenwürde einer nationalen, rassischen, religiösen oder durch ihre ethische Herkunft bestimmte Gruppe „dadurch angreift, dass diese beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet“ wird. Dies kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe bestraft werden.

Laut Rolf Werenbeck-Ueding komme es „immer wieder mal zu Ausfällen in unseren Kommentaren.“ Das schlage sich aber nur sehr selten in Anzeigen nieder. Seit Februar 2018, seit die Polizei im Kreis Coesfeld ihre Facebook-Präsenz betreibt, könne er die Anzahl der Anzeigen „an einer Hand abzählen.“

Allerdings, so Werenbeck-Ueding „sind wir Administratoren unserer Facebook-Präsenz und halten die Kommentare im Auge.“ Was erlaubt sei oder nicht, regelt die Netiquette. Alles, was ins Strafbare gehe, werde angezeigt. Geschmacklose Kommentare werden verborgen.

Ermittlungen laufen weiter

Einen ersten Tatverdächtigen der Schlägerei hatte die Polizei am Montag ermittelt. Die Ermittlungen zur Identifizierung weiterer Tatverdächtiger laufen. „Wir sind da guter Dinge“, sagt Werenbeck-Ueding.

Zeugen, die Tatvideos oder Tatbilder auf ihren Handys haben oder deren Personalien vor Ort nicht von der Polizei aufgenommen werden konnten, werden gebeten, sich mit der Polizei in Lüdinghausen unter der Rufnummer (02591) 7930 in Verbindung zu setzen.

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