Am Mittwoch weht in Olfen eine Flagge für den Frieden

Mayors for Peace

Eine Welt ohne Atomwaffen, das wünscht sich das weltweite Bündnis „Mayors for Peace“. Auch Olfen gehört diesem Bündnis seit 2019 an und wird deshalb am Mittwoch eine besondere Flagge hissen.

Olfen

07.07.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vor dem Olfener Rathaus wird am Mittwoch die Flagge von Mayors for Peace gehisst.

Vor dem Olfener Rathaus wird am Mittwoch die Flagge von Mayors for Peace gehisst. © Arndt Brede (Archiv)

Eine besondere Flagge, wird am Mittwoch, 8. Juli, vor dem Olfener Rathaus wehen. Dann wird Bürgermeister Wilhelm Sendermann nämlich die Flagge des weltweiten Bündnisses Mayors for Peace hissen. Mayors for Peace war 1982 vom Bürgermeister der Stadt Nagasaki gegründet worden. Die Flagge symbolisiert den Einsatz des Netzwerkes für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Mit der Aktion setzen sich die „Bürgermeister für den Frieden“ in diesem Jahr für die Verlängerung des New-Start-Vertrages ein.

Welt ohne Kernwaffen noch nicht erfüllt

Das von den USA und Russland unterzeichnete Abkommen trat 2011 in Kraft. Es ist die letzte noch gültige Vereinbarung zur Begrenzung von Atomwaffen. Der Vertrag läuft im Februar 2021 aus. Neben der Forderung nach einer Verlängerung des New-Start-Vertrages appellieren die Mayors for Peace am Flaggentag an die Atommächte, den Atomwaffenverbotsvertrag von 2017 zu unterzeichnen.

„75 Jahre nach den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki hat sich die Hoffnung der Überlebenden nach einer Welt ohne Kernwaffen, immer noch nicht erfüllt. Wir, die Bürgermeister für den Frieden, erinnern mit dem Hissen unserer gemeinsamen Flagge an diesen Wunsch. Wir fordern die Atommächte eindringlich dazu auf, ernsthafte Verhandlungen zur Abschaffung der Nuklearwaffen zu führen und dem 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag endlich beizutreten,“ so Bürgermeister Wilhelm Sendermann in einer Presseerklärung.

Auch Münster und Lüdinghausen sind dabei

Olfen hatte im vergangenen Jahr erklärt, sich dem Bündnis anschließen zu wollen. Zuvor hatte der Künstler Kai Tolle, der die Aktion Stolperschuhe initiiert hatte, sich dafür eingesetzt. Dem Bündnis gehören inzwischen 7900 Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt an. Der Kreis Coesfeld gehört seit 2018 dazu, auch Städte wie Münster und Lüdinghausen unterstützen „Mayors for Peace“.

Aktuell schätzt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri, dass die Atomwaffenstaaten noch immer rund 13.400 Kernwaffen besitzen. Zugleich werden die bestehenden Arsenale modernisiert. Es besteht die Befürchtung, dass eine neue Aufrüstungsspirale drohen könnte.

Der Flaggentag der Mayors for Peace erinnert an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, das am 8. Juli 1996 veröffentlicht wurde. Das Gutachten stellte fest, dass die Gefahr durch oder die Verwendung von Nuklearwaffen im Allgemeinen dem Völkerrecht widersprechen.

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