Meilenstein für Bau von Industriegebiet New Park

Kreis kauft Gelände in Datteln

Für 23,75 Millionen Euro wechseln 503 Hektar RWE-Fläche in den Rieselfeldern bei Datteln/Waltrop in den Besitz des Kreises Recklinghausen. Es ist ein Meilenstein auf dem Weg zum Industriegebiet New Park. Doch eine Prognose, wann dort die ersten Grundstücke vermarktet werden können, mag niemand abgeben.

DATTELN/OLFEN

von Von Michael Wallkötter

, 27.05.2015, 06:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Meilenstein für Bau von Industriegebiet New Park

Der New Park: Das gigantisches Gewerbegebiet soll zwischen Datteln und Waltrop entstehen, jetzt ist der Kreis Recklinghausen mit dem Kauf der ehemaligen RWE-Fläche dem Projektstart einen großen Schritt näher gekommen. Wann die Vermarktung beginnen kann, ist jedoch noch offen.

Der Kaufpreis ist von einem Gutachter ermittelt worden, der vom Oberlandesgericht Hamm bestimmt worden war. RWE und Kreis hatten zuvor höchst unterschiedliche Vorstellungen über den Wert des landwirtschaftlich genutzten Areals. Deshalb hatten sich die Verhandlungspartner darauf verständigt, dem Ergebnis des unabhängigen Sachverständigen zu folgen.

Kaufpreis deutlich über Vorzugspreis 

Der jetzt genannte Kaufpreis liegt weit unter den zwischenzeitlich genannten 30 Millionen, aber auch deutlich über dem Vorzugspreis von 15,2 Millionen Euro, den RWE bis Mai 2014 angeboten hatte. Inklusive Grunderwerbssteuer und Notarkosten wird der Kreis 26 Millionen Euro zur Verfügung stellen müssen.

Der Kreistag hat in der Sitzung vom 19. Mai bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst. Er ist den Empfehlungen der Verwaltung gefolgt, hat die Gründung der Gesellschaft und das Bereitstellen des Geldes für den Erwerb der Fläche beschlossen. 

Kein Kredit notwendig

Für den Grundstückskauf muss der Kreis noch nicht einmal einen Kredit aufnehmen. Beglichen wird die Rechnung aus der Liquiditätskasse. „Auch bilanztechnisch ist das kein Problem“, betonte Kreis-Kämmerer Roland Butz. „Wir tauschen Geld gegen ein werthaltiges Grundstück.“

Landrat Cay Süberkrüb (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender der New Park GmbH, sprach mit Blick auf die zurückliegenden Monate von einem „Kraftakt“. Georg Petrich, Geschäftsführer der RWE Service GmbH, hob hervor, dass es dem Energiekonzern wichtig sei, dass im nördlichen Ruhrgebiet Arbeitsplätze geschaffen würden. „Wir fühlen uns dieser Region verbunden“, sagte er. RWE könne sich eine Unterstützung des New Parks zum Beispiel auf dem Gebiet einer intelligenten Energieversorgung vorstellen.

Klagen gegen der Bau von Bundesstraße

Der Blick der New-Park-Planer richtet sich nun auf das Oberverwaltungsgericht Münster. Dort wird nach Einschätzung von Dattelns Bürgermeister André Dora (SPD) bis zu den Sommerferien über Klagen gegen den Bau der B474n auf Dattelner Gebiet entschieden.

Ein weiterer Meilenstein: Denn die Bundesstraße soll den New Park an das überregionale Straßennetz anbinden. Auch das Bauleitplanverfahren wird jetzt in Angriff genommen. Dafür hat die Stadt Datteln eine zusätzliche Planerin eingestellt.

Unterstützung vom Land

Für Projektentwicklung und Erschließungsmaßnahmen erwartet die Region finanzielle Unterstützung von Land und EU. „Der Wirtschaftsminister hat zugesagt, dass das Land den New Park mit uns gemeinsam nach vorne bringen will“, betonte der Landrat.

Keine Prognose wagte Süberkrüb zum Jahr, in dem die ersten Ansiedlungen erfolgen könnten. Zunächst sollen 156 Hektar auf Dattelner Gebiet vermarktet werden. Weitere 80 Hektar stehen als Option auf Waltroper Gebiet zur Verfügung. Doch in Waltrop gibt es bislang keine politische Mehrheit für eine Beteiligung am New-Park-Projekt.

 

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