Mitarbeiter können aufatmen: Olko baut XXL-Bagger weiter in Olfen

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Beim Spezial-Maschinenbauer Olko in Olfen reicht der Platz vorne und hinten nicht. Ein Umzug zum Konzernsitz Mühlheim stand deshalb im Raum. Doch jetzt ist eine Alternative gefunden.

Olfen

, 13.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Geschäftsführer Markus Beermann spricht von einem „schönen Moment“, als er von der jüngsten Betriebsversammlung berichtet. Und von entspannten Gesichtern bei den Mitarbeitern. Kein Wunder. Sie hatten gerade von einer Investition in zweistelliger Millionenhöhe gehört.

Nicht am Hauptsitz des Thyssen-Schachtbau-Konzerns in Mülheim, sondern nur wenige hundert Meter entfernt vom aktuellen Firmensitz in Olfen an der Carl-Benz-Straße. Im neuen Gewerbegebiet Olfen Ost II. Also in der Nachbarschaft von Mercedes Schopp und Kordel, die ebenfalls hier investieren.

Jahresumsatz soll sich von 28 auf bis zu 40 Millionen Euro erhöhen

Olko wird damit aus Sicht der Stadtverwaltung der „dritte Leuchtturm“ in dem Gewerbegebiet, der einen großen Beitrag zu den angestrebten 500 Jobs leisten soll. Aktuell beschäftigt Olko in Olfen 77 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Zahl könnte sich spätestens mit dem Neubau weiter erhöhen.

Mitarbeiter können aufatmen: Olko baut XXL-Bagger weiter in Olfen

Olko-Geschäftsführer Markus Beermann (M.) plant einen Millioneninvestition in Olfen. Darüber freuen sich Bürgermeister Wilhelm Sendermann (l.) und Wirtschaftsförderer Christopher Schmalenbeck. © Thomas Aschwer

„Aktuell haben wir einen Jahresumsatz von 28 Millionen Euro“, sagt Geschäftsführer Beermann. Schon für das nächste Jahr sind 35 bis 40 Millionen Euro angepeilt. Mit ungewöhnlichen Nischenprodukten wie Fördermaschinen im XXL-Format, mit Sonderprodukten wie Windentechnik und mit einem spektakulären Pontonbagger.

Olfener Firma präsentiert Ponton-Bagger 2020 in Las Vegas

In der Halle an der Carl-Benz-Straße sind die Mitarbeiter seit einigen Tagen dabei, einen schwimmfähigen Bagger wieder auseinanderzubauen und die Einzelteile in riesige Kisten zu verstauen. Über den Duisburger Hafen wird er Ende des Jahres Richtung USA verschifft.

Im März 2020 wird er auf der größten Baumaschinenmesse auf dem amerikanischen Kontinent in Las Vegas zu sehen sein. Alle drei Jahre laufen hier Bagger, Kräne und Co. für einige Tage den Spielcasinos und Riesenhotels den Rang ab. Für den Olfener Hersteller soll die Messe kein Glücksspiel werden.

Graffiti-Kunstwerken haben sich zum Markenzeichen entwickelt

Bei der ersten Messeteilnahme sorgte der schwimmfähige Bagger für großes Erstaunen - und wurde direkt auf der Messe verkauft. Dazu beigetragen haben dürfte auch das ungewöhnliche Erscheinungsbild.

Mitarbeiter können aufatmen: Olko baut XXL-Bagger weiter in Olfen

Graffiti statt langweiliger Ein-Farben-Lackierung ist zum Markenzeichen geworden. © Thomas Aschwer

Wo andere Hersteller mit „Standardlackierungen“ um die Gunst der Kunden werben, fällt der Bagger made in Olfen mit einem Graffiti-Kunstwerk direkt auf. Was 2017 eher spontan umgesetzt wurde, hat sich längst zu einem Markenzeichen beim Ponton-Bagger entwickelt.

Um der weltweiten Nachfragen nach Spezialmaschinen gerecht zu werden, braucht Olko einfach mehr Platz und effektivere Arbeitsabläufen. „Aktuell haben wir nur 18 Prozent produktive Fläche“, sagt Markus Beermann. Das soll am neuen Standort deutlich mehr werden.

Olko hat in einem ersten Schritt gut 15.000 Quadratmeter gekauft

Aktuell hat Olko eine Fläche von gut 15.000 Quadratmetern erworben - die größte Fläche nach Kordel. Hier entstehen in einem ersten Schritt ab Spätsommer/Herbst 2020 drei Fertigungshallen, ein rund 900 Quadratmeter umfassendes Verwaltungsgebäude sowie ein 240 Quadratmeter großer Sozialtrakt.

„Es handelt sich um eine Gesamtinvestition im zweistelligen Bereich“, sagt Beermann. Er geht von einem Umzug spätestens zum 1. Januar 2022 aus, denn zu diesem Zeitpunkt läuft auch der Mietvertrag für den bisherigen Standort aus.

Mit dem Umzug müssen die Bau-Aktivitäten nicht enden. Weitere 3000 Quadratmeter hält die Stadt Olfen als Optionsfläche für drei Jahre bereit. „So kann das Unternehmen in Ruhe entscheiden, ob es eine weitere Fläche benötigt“, sagt Wirtschaftsförderer Christopher Schmalenbeck.

Dass neben den drei „Leuchttürmen“ weitere Firmen großes Interesse am neuen Baugebiet haben, dokumentiert eine weitere Zahl: Aktuell ist Schmalenbeck mit mehr als sieben Unternehmen in konkreten Gesprächen.

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