Morgens um 6 im Naturbad in Olfen

Frühschwimmen

Morgens um 6 Uhr hat das Naturfreibad bereits für Frühschwimmer geöffnet. Reporter Nico Drimecker hat sich umgesehen, was sich bei derzeit 17 Grad Wassertemperatur hier tut.

Olfen

von Von Nico Drimecker

, 20.05.2011, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um 6.04 Uhr legt der erste Gast am Eingang seine Dauerkarte auf den Sensor, der das Drehkreuz freigibt. Der Olfener Oliver Schröder wirft ein „Morgen“ ins Gelände, zieht sich um, duscht sich ab, schlendert zum Beckenrand und lässt sich gerade wie ein Zaunpfahl ins Wasser plumpsen. So beginnt bei ihm seit Eröffnung des Bads jeder Morgen vor der Arbeit. Vor den regulären Öffnungszeiten gibt der Sensor nur volljährigen Dauerkartenbesitzern den Zugang zum Bad frei. Denn nicht die ganze Zeit beaufsichtigt Christa Kötter die Anlage.Als Oliver Schröder die ersten Wellen im Becken schlägt, tritt durch das Drehkreuz Stephan Pieper. Der 28-Jährige gehört mit Oliver Schröder zu den hartgesottenen Frühschwimmern. Die beiden waren in den vergangenen Tagen die einzigen so früh morgens. An der Leiter steigt Stephan Pieper ins Wasser und stöhnt, halb genießend, halb erschrocken ein kurzes, dumpfes: „Aah!“ Mit einer kleinen Bugwelle gleitet er in die dritte Bahn des Beckens. Auch er schwimmt vor seiner Arbeitsschicht, die um 8.30 Uhr beginnt. „60 Minuten“, sagt er, „abhängig von der Temperatur.“

Aufgewärmt wird das Wasser nicht. Gereinigt wird es in einem tiefer gelegenen Schilfbeet. Permanent rauscht das Wasser in Überlaufrinnen, die sich unter dem Steg verstecken. Schmutzig fließt es durch mehrere Sandschichten und das Wurzelwerk des Schilfs. Natürliche Zusatzstoffe helfen, das Wasser zu säubern, das danach durch Filtervlies wieder ins Becken gepumpt wird. Oliver Schröder zieht eine Viertelstunde lang einige 25-Meter-Bahnen – Brustschwimmen, Kraulen, mal überholt er Stephan, mal schwimmt er wieder gemütlich. Zwischen den Schwimmzügen haben beide genug Luft, um zu plaudern, auch mit Christa Kötter. Man kennt sich.

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