Mit den robusten Rädern waren die Berge im Sauerland gut zu bewältigen © Foto: Maria Niermann
Radfahren

Münsterländer im Sauerland: Tourenleiter vom SuS-Radlertreff schließen Saison ab

Zum Abschluss der Radfahrsaison 2021 machten sich neun Tourenleiter des SuS-Radlertreffs auf den Weg ins Sauerland – mit Mountain-E-Bikes konnten die Sauerländer Höhen bewältigt werden.

Es sind versierte Radler, sie kennen Olfen und Umgebung, sie kennen das Münsterland, das Ruhrgebiet, den Niederrhein, Ostwestfalen, sie beherrschen die unterschiedlichsten Navigationssystemen, sie planen Touren, sie kundschaften die schönsten Rastplätze aus. Die Rede ist von den Tourenleitern des Olfener Radlertreffs. 2021 waren es acht Männer und eine Frau, die unter nicht immer leichten Voraussetzungen 30 Touren geführt haben, mit insgesamt 68 Teilnehmern. Diese erradelten während der wöchentlichen Feierabendtouren und manchen Tagesfahrten insgesamt rund 480.000 Kilometer.


Und immer – zum Abschluss einer Radel-Saison – gibt es für diese Tourenleiter eine Belohnung, eine gemeinsame Unternehmung. Zu diesem Abschluss begaben sich die Tourenleiter in diesem Jahr – am Tag der Deutschen Einheit – auf unbekanntes Terrain: ins Sauerland, ins Mittelgebirge. Ein für Münsterländer und ihre Tourenräder schwieriges Gelände – die Steigungen machen Touren im Sauerland nur äußerst schwer bis gar nicht möglich.

Die Organisatoren hatten an diesem Sonntag allerdings gut vorgesorgt: Im Hotel Rimberg in Schmallenberg warteten Moutain-E-Bikes auf die neun Radler und ein zertifizierter Bike-Touren-Guide. Normalerweise führt Gerd Birkenheuer Gäste des Hotels auf Touren durchs Sauerland. Dieses Mal hatte er die Olfener Tourenleiter vor sich, die bis zu dem Zeitpunkt nicht gewusst hatten, wohin die Reise an diesem Tag gehen würde. Und da die überwiegende Mehrzahl der Olfener kein E-Bike fährt, durften sie zunächst einige Proberunden rund ums Hotel drehen, bevor es auf den Radweg Richtige Hennesee ging.

Michael Etges mit dem Olfener-Stadt-Helm.
Michael Etges mit dem Olfener-Stadt-Helm. © Maria Niermann © Maria Niermann

Mit viel Freude begaben sie sich dann auf Asphalt- und Schotterstrecken, befestigte Waldwege, auf- und absteigend. Sie genossen die Fahrt über Bad Fredeburg, Bremke, Remblinghausen, unterwegs sahen sie Kapellen, die Jakobus-Quelle, den Hennesee und immer wieder – ganz einfach – die Sauerländer Natur. Am Ende waren sie rund 47 Kilometer gefahren und hatten 740 Höhenmeter überwunden. Die robusten Hotel-Räder machten sicheres Fahren möglich. Rad-Führer Gerd Birkenheuer ging entspannt mit seiner Gruppe um. „Ich gehe davon aus, dass Radler, die sich zu einer solchen Tour entscheiden und anmelden, auch die Voraussetzungen haben, eine solche Tour zu bewältigen.“

Bremen heiß gelaufen in den Bergen

Für seine Gäste aus dem Münsterland gab er lediglich einen Hinweis: „Immer Vorder- und Hinterradbremse gleichzeitig betätigen, und das bitte stotternd.“ Bei Teilnehmern aus der Vergangenheit seien schon mal Bremsen bei den Abfahrten heiß gelaufen, erinnert sich Gerd Birkenheuer.

Vorgaben bezüglich Kleidung oder Proviant und Fitness gab es keine von dem Sauerländer. Auch hierbei geht er davon aus, dass seine Teilnehmer wissen, was notwendig ist. Einzig auf den Helm weist er hin. Diese können – neben den insgesamt 25 Fahrrädern – im Hotel ausgeliehen werden. Aber auch hier gilt: „Es gibt in Deutschland keinen Helmzwang, also kann ich niemanden zwingen, einen zu tragen“, sagt Gerd Birkenheuter.

Die Olfener Tourenleiter starteten am Hotel Rimberg, wo sie sich auch die Touren-E-Bikes ausgeliehen hatten.
Die Olfener Tourenleiter starteten am Hotel Rimberg, wo sie sich auch die Touren-E-Bikes ausgeliehen hatten. © Maria Niermann © Maria Niermann

Die Olfener waren gut gerüstet für den Ausflug. Und sie stimmten ihrem sauerländischen Kollegen zu. „Es braucht kein anderes oder besonderes Equipment für eine solche Tour im Sauerland. Wir konnten mit unserer normalen Rad-Kleidung, einem Getränk und einem Snack für zwischendurch diese Tour mithilfe des Führers sehr gut bewältigen“, meinte etwa Werner Sander, der Verantwortliche des Radlertreffs Olfen.

Auf die Frage angesprochen, ob es denn für die Sauerländer Natur so gut sei, dass Menschen mit dem Mountain-Bike sie durchfahren, meint Gerd Birkenheuer: „Wir fahren nur auf den erlaubten Wegen, und ich erkläre den Gästen eindringlich, dass Radfahrer sich nur auf diesen Wegen bewegen sollten.“

Werner Sander, der Verantwortliche des SuS Radlertreffs.
Werner Sander, der Verantwortliche des SuS Radlertreffs. © Maria Niermann © Maria Niermann

Er erkläre die Natur des Sauerlandes, weise auf die Folgen des Sturms Kyrill hin, der einen Ausbau der Weihnachtsbaumkulturen nach sich gezogen habe. Er spreche über die Bedeutung des Mischwaldes und über das Fichtensterben. Er mache intensiv darauf aufmerksam, dass jeder Müll nach einem Picknick mitzunehmen sei, und immer wieder: „Bleiben Sie auf den Wegen!“ Gerd Birkenheuer ist sicher, dass die Touren eher Verständnis für das Miteinander von Tourismus und Forstwirtschaft im Sauerland wecken, als dass sie Schaden anrichten.

Bei den Olfenern jedenfalls war die Begeisterung groß: Kurz und bündig hieß es am Ende des Tages: „Schön! Sehr, sehr schön.“ Ein größeres Lob hat ein Münsterländer nicht zu vergeben.

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