Die Bauarbeiten an der Lippebrücke zwischen Olfen und Ahsen haben begonnen. © Niklas Berkel
Großes Projekt

Nach dreieinhalb Jahren: Die Bauarbeiten an Lippebrücke Ahsen beginnen

Lange haben die Olfener auf diesen Moment gewartet. Dreieinhalb Jahre um genau zu sein. Mit dem ersten Spatenstich haben die Bauarbeiten an der maroden Brücke nach Ahsen nun begonnen.

Über dreieinhalb lange Jahre des Wartens gehen nun in die Schlussetappe. So lange fehlte den Olfenern der direkte Zugang ins Ruhrgebiet. Wer aus Olfen über Ahsen in den Kreis Recklinghausen fahren wollte, musste lange Umwege in Kauf nehmen. Schuld daran war die marode Brücke auf der Lippestraße. Sie ist seit vielen Jahrzehnten die direkte Verbindung zwischen Olfen und dem Ruhrgebiet – und seit drei Jahren nicht mehr begeh- oder befahrbar.

 

Im April 2018 stellten Fachleute bei einer Untersuchung der Lippebrücke fest, dass sie stark einsturzgefährdet sei. Damit setzten die Experten die Kreise Coesfeld und Recklinghausen unter Druck. Denn nur ein halbes Jahr zuvor ging eine Begutachtung davon aus, dass die Brücke – mit einigen Einschränkungen zwar – aber immerhin noch fünf bis sechs Jahre halten solle, erklärte Recklinghausens Kreissprecherin Svenja Küchmeister bei einem Termin, der für viele Olfener und Ahsener einer Erlösung gleichkommen könnte.

Die ersten Bagger sind angerollt, um die alte Brücke zwischen Ahsen und Olfen abzureißen.
Die ersten Bagger sind angerollt, um die alte Brücke zwischen Ahsen und Olfen abzureißen. © Niklas Berkel © Niklas Berkel

Denn beim Termin ging es um nicht weniger als den offiziellen Spatenstich für den Abriss und Neubau der Brücke. Nach der Sperrung vor dreieinhalb Jahren kommt nun Bewegung in die Sache. Ganz zur Freude von Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann: „Wir haben nicht so ganz viele Verbindungen ins Ruhrgebiet, nämlich genau drei. Und eine ist jetzt seit Jahren ausgefallen. Deswegen freuen sich viele Olfener, weil sie dann wieder kürzere Wege ins Ruhrgebiet haben, wenn diese Brücke hergestellt ist.“

Die Kosten für die gesamte Maßnahme belaufen sich auf knapp 5,9 Millionen Euro. Das Land hat Ende Juni eine Förderung in Höhe von 4,3 Mio. Euro genehmigt. Die restlichen Kosten teilen sich die Kreise Coesfeld und Recklinghausen.

Darauf haben sie auch lange gewartet. Viel schneller hätte der Neubau der Brücke aber nicht erfolgen können, war der Tenor beim offiziellen Spatenstich. „Ich weiß nicht, ob das so lange ist“, sagte Sendermann. „Wir reden über ein relativ großes Vorhaben und wir sind in der Lippeaue. Aus Umweltsicht her der höchste Stand. Da sind viele Untersuchungen erforderlich, da kann man zwar fragen, warum das immer so lange dauert. Aber das ist ein gehöriges Projekt.“ Unter dem Strich hätte das Projekt unter Federführung des Kreises Recklinghausen aber gut – und vor allem zügig – funktioniert.

Für die Bauarbeiten sind 410 Werktage veranschlagt. Laut Bauleiter Carsten Uhlenbrock soll die Brücke bis Ende des nächsten Jahres fertigstellt sein. Bis zur Freigabe der Brücke vergehen also noch etliche Monate. Der Anfang der Schlussetappe ist aber getan. Und Olfens Bürgermeister Sendermann ist optimistisch, dass es eventuell sogar schneller gehen kann. „Ich kenne den Bauzeitenplan, den die Firma aufgestellt hat. Es könnte vielleicht sogar einen Stups schneller gehen. Ich würde mich freuen.“

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Niklas Berkel