Nach Störfall in Olfen: So funktioniert die Reparatur von Glasfaserkabeln

rnGlasfaserkabel

Eine Erdrakete hat bei Bauarbeiten am Freitag auf der Marie-Curie-Straße in Olfen wichtige Kabel beschädigt. Die Reaktion vieler Kunden war überraschend.

Olfen

, 09.04.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bauarbeiter arbeiteten am Freitag munter vor sich an, um ein neues Kabel zu verlegen, als sie überraschenden Besuch bekamen. Viele Fragen mussten die Mitarbeiter der Olfenkom nicht stellen. „Für uns war sofort klar, dass diese Arbeiten an diesem neuen Kabel verantwortlich sind für den Ausfall von Telefon und Internet im Bereich Eckernkamp und Appelstiege“, sagte am Dienstag Olfenkom-Geschäftsführer Manfred Casper. Wie es dazu kommen konnte, vermag Casper ebenso wenig zu sagen wie der zweite Olfenkom-Geschäftsführer Klemens Brömmel. Fakt ist jedenfalls, dass die Bauarbeiter die Straße nicht aufreißen wollten und stattdessen eine Rakete einsetzen. Mit fatalen Folgen. Die Rakete zerfetzte das Olfenkom-Glasfaserkabel ebenso wie das Antennenkabel. 500 bis 600 Kunden – darunter zahlreiche mit Home-Office – waren vom Netz. Nicht für einige Minuten, sondern für etliche Stunden.

Aufwendige Reparatur

„Die Kunden haben großes Verständnis gezeigt“, berichtete am Dienstag Monika Casper von etlichen Anrufen. Als sehr wertvoll habe sich die direkte Information erwiesen, sagte Brömmel und verwies damit auf unsere Online-Berichterstattung. Damit sei den Kunden klar geworden, dass sie mehrere Stunden ohne Anschluss bleiben würden. Zwei Mitarbeiter der Olfenkom haben von 13.45 bis gegen 23 Uhr gearbeitet, um alle Kunden wieder ans Netz zu bringen. „Einige sind zur Baustelle gekommen und haben den Mitarbeitern Kaffee und Wasser gebracht“, berichtet Manfred Casper.

Verdient hatten es die beiden Kollegen auf jeden Fall. Das zerstörte Glasfaserkabel hat 48 Adern. Und im Gegensatz zu Kupferkabeln ist es bei Glasfaserkabeln technisch sehr aufwendig, die Kabel wieder zu verbinden. „Wir sind in der Lage, die Arbeiten selbst auszuführen, denn wir verfügen über die dafür notwendige Spleißmaschine“, erklärt Casper. Doch diese Reparatur sei nur eine Übergangsmaßnahme. „Wir werden das komplette Kabel mit einer Gesamtlänge von rund 2,5 Kilometern später komplett austauschen“, sagt Brömmel.

Drei Schäden in 23 Jahren

Und zwar von Station zu Station. Die reparierten Kabel seien anfälliger als ein komplettes Kabel. Olfenkom-Geschäftsführer Klemens Brömmel spricht von einem „Riesenschaden“.

Er hofft mit Manfed Casper, dass dieser Schaden eine große Ausnahme bleibt. „In 23 Jahren hatten wir erst drei Glasfaserschäden“, sagt Casper. Und wenn beim Telefon und Internet nichts geht, muss es auch nicht unbedingt am Olfener Netz liegen. Erst im Februar hatten rund 1200 Olfenkom-Kunden kein Internet und auch kein Telefon. „Unser großes Zuführungskabel, das aus Frankfurt kommt, ist in Düsseldorf bei Tiefbauarbeiten beschädigt worden“, erklärte damals Klemens Brömmel von der Olfenkom GmbH. Mehrere Hunderttausend Kunden in allen Bundesländern waren betroffen.

Doch in diesem Fall lag die Ursache vor Ort. Mit Schuldzuweisungen halten sich die beiden Geschäftsführer Kasper und Brömmel zurück. Allerdings machen beide deutlich, dass eine Erdrakete nicht zu kontrollieren sei. Sie können durch einen Stein oder andere Hindernisse im Boden abgelenkt werden.

Lesen Sie jetzt