Firmen haben demnächst die Pflicht, ihren Mitarbeitern Coronatests anzubieten. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Absprache

Neue Teststrategie im Kreis Coesfeld – vier Zentren bleiben am Netz

Eine 2G-Regel wie beispielsweise in Wuppertal soll es im Kreis Coesfeld nicht geben. Die Bürgermeister finden „lokale Regeln schwierig“. Gleichzeitig drängen sie auf eine neue Teststrategie.

Die Stoppuhr läuft. Nur noch wenige Tage, dann gibt es nach dem Willen der Bundesregierung keine kostenlosen Bürgertests mehr. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss ab dem 11. Oktober für einen Coronatest zahlen. Wie viel wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Nachdem angesichts deutlich rückläufiger Zahlen bereits verschiedene Testzentren im Kreis Coesfeld geschlossen haben, will auch das Rote Kreuz seine Zentren spätestens zum 11. Oktober schließen. Eigentlich. Beim jüngsten Treffen der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Kreis Coesfeld war das Thema Coronatests vor allem auch deshalb ein Thema, „weil Fachleute vor einem anspruchsvollen Winter warnen“, so Wilhelm Sendermann. Der Sprecher der Bürgermeister im Kreis berichtete nach dem Treffen in Coesfeld, dass sich der Kreis als übergeordnete Stelle der Situation annimmt.

Am Dienstag (5.) haben sich Vertreter des Kreises, des DRK und der Christophorus-Kliniken getroffen. Die naheliegende Idee, zumindest einige DRK-Testzentren im Kreis Coesfeld offen zu halten, war zumindest in der bestehenden Organisationsstruktur aus arbeitsrechtlichen Gründen keine Option. „Die Beauftragung des DRK in der bisherigen Form ist erfüllt“, sagte nach dem Gespräch DRK-Vorstand Christoph Schlütermann. Ziel sei nun, „eine neue Beauftragung zu erwirken und damit ein niederschwelliges Angebot zu schaffen.“

PCR-Tests stehen künftigen besonders im Fokus

Im besonderen Fokus stehen dabei PCR-Tests. Aus gutem Grund.

„Wer sich selbst positiv auf Corona getestet hat, hat Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test“, sagt Christoph Schlütermann. Um Infektionsketten zu durchbrechen, sollten diese Tests möglichst schnell stattfinden und entsprechend ausgewertet werden. Eine Aufgabe, die die örtlichen Arztpraxen insbesondere am Wochenende nicht erfüllen könnten. Hinzu kommt, dass weitere Gruppen Anspruch auf kostenlose Tests haben. Dazu gehören Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können und bis zum 31. Dezember auch Bürgerinnen und Bürger, die noch keine 18 Jahre alt sind.

Sie alle müssen sich aber darauf einstellen, dass die Wege zum Testzentrum deutlich länger werden können. Aktuell ist angedacht, dass es Testzentren in Lüdinghausen (für den gesamten Südkreis), Buldern, Dülmen (für die Kreismitte) und Coesfeld (für den Nordkreis) geben soll. Ziel ist aktuell, dass die Aufgaben in diesen vier Testzentren von ehrenamtlichen Kräften übernommen werden. Hier stehen nach Aussagen von Christoph Schlütermann noch Gespräche mit den einzelnen Ortsvereinen an, denn die Testzentren soll auch am Wochenende geöffnet haben. Wie die konkreten Zeiten aussehen werden, soll in den nächsten Tagen geklärt werden.

DRK-Vorstand macht noch keine konkrete Aussage zu den Kosten

Noch keine finale Aussage gibt es auch zu den Kosten, die Selbstzahler zu tragen haben. Der DRK-Kreisvorstand Schlütermann geht von einem Preis von rund 15 Euro für den „normalen“ Corona-Schnelltest aus. Wer einen PCR-Test auf eigene Kosten machen lassen will oder muss, wird für den Test voraussichtlich knapp 100 Euro zahlen. Christoph Schlütermann begründet diese Summe mit den hohen Laborkosten. Der DRK-Vorstand machte zugleich deutlich, dass das Rote Kreuz „keine Kampfpreise“ anbieten wolle.

Während Kreis, Christophorus-Kliniken und Rote Kreuz den Blick auf die künftige Teststrategie richten, haben einige Teststationen im Kreis ihren Betrieb bereits eingestellt. Das gilt für das DRK ebenso wie für verschiedene private Anbieter. Die noch geöffneten DRK-Testzentren werden spätestens am 10. Oktober den Betrieb einstellen – mit Ausnahme der vier oben genannten im Kreis. Diese vier werden, so ist der Plan, an den bekannten Standorten bleiben.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer