Neuer Leiter und stärkeres Internet für Unterkunft

Flüchtlinge in Vinnum

Wie können die Flüchtlinge aus der Zelt-Unterkunft in Vinnum nach Olfen kommen - etwa zum Einkaufen? Wie können sie Kontakt zur Heimat aufnehmen? Wer wird der Leiter der Unterkunft? Auf alle Fragen gibt es jetzt Antworten.

OLFEN

, 26.09.2015, 09:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neuer Leiter und stärkeres Internet für Unterkunft

Denis Kolakovic leitet die Zeltstadt in Vinnum.

Stadt sorgt für eine Busverbindung

Die Stadtverwaltung Olfen sorgt für einen Busservice und einen Hotspot für die Flüchtlingsunterkunft in Vinnum. „Die Bewohner der Zeltstadt können in Vinnum nicht einkaufen, eine Busverbindung nach Olfen gibt es auch nicht“, so Bürgermeister Josef Himmelmann. Zwar könne man den Bürgerbus nutzen, doch sei dieser für den Transport der Zeltstadtbewohner nicht geeignet.

Himmelmann: „Der Bürgerbus soll weiterhin der Bevölkerung zur Verfügung stehen.“ Es sei aber wichtig, dass man den Zeltstadtbewohnern die Möglichkeit gebe, nach Olfen zu fahren. Denn dort könnten sie einkaufen. „In Gesprächen mit der RVM ist es uns gelungen, einen täglichen Busservice einzurichten“, so der Bürgermeister.

So werde ein Bus der RVM um 14 Uhr in Vinnum abfahren. Die Rückfahrt könne dann zwei oder drei Stunden später erfolgen.  Wie der Bürgermeister erklärte, würde die Bezirksregierung die Kosten übernehmen. Die Fahrt soll für die Nutzer nicht kostenlos sein. Gedacht wird an einen Fahrpreis von 1 oder 1,50 Euro für Hin- und Rückfahrt.

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Schlagworte Vinnum

Hotspots sollen für stärkeres Internet sorgen

Wichtig ist für die Bewohner von Notunterkünften auch die Möglichkeit, Internet zu nutzen. „Ein Handy und eine Internetverbindung ist die einzige Möglichkeit, mit der Heimat in Kontakt zu treten.“ Und wenn 300 Personen in Vinnum ins Internet gehen, würde das schon schwache Netz in Vinnum zusammenbrechen.

Gemeinsam mit Manfred Casper von Olfenkom wurde über eine Lösung nachgedacht. Und diese ist gefunden. „Wir werden eine Funkverbindung von der Alten Fahrt zur Zeltstadt aufbauen“, so Manfred Casper. Man wolle eine Antenne an dem Schornstein der Ziegelei befestigen. Von dort würden Leitungen über das Hallendach in Richtung Zeltstadt verlegt. Zwei Hotspots könne man einrichten. Die Arbeiten sollen Mitte der nächsten Woche durchgeführt werden.

Durch diese Funkleitung besteht die Möglichkeit, dass auch die Bürger in Vinnum einen bessere Leistung erhalten. Wie Manfred Casper erklärte, prüfe er zurzeit Möglichkeiten.

Erste Flüchtlinge könnten schon am Wochenende kommen

Wann die ersten Flüchtlinge in der Unterkunft eintreffen, ist weiterhin offen. Es kann am Wochenende geschehen. Wie DRK-Vorstand Christoph Schlütermann in einem Gespräch mit der Redaktion erklärte, stehen erstmals für dieses Wochenende mehr Plätze als Flüchtlinge erwartet werden zur Verfügung.

Schlütermann: „Die Lage kann sich aber ganz schnell ändern.“ Deshalb müsse man in Vinnum auf die Ankunft vorbereitet sein.

Dennis Kolakovic leitet die neue Unterkunft

Die Unterkunft in Vinnum wird Denis Kolakovic leiten. "Wir werden alles tun, dass die Menschen eine vernünftige Unterkunft vorfinden." Denis Kolakovic ist in Deutschland geboren. Sein Vater stammt aus Bosnien, seine Mutter ist Deutsche. Der Dülmener spricht spanisch, englisch und serbokroatisch. "Es ist eine große Verantwortung, eine Einrichtung zu leiten." 

Erfahrungen hat er in den Einrichtungen in Coesfeld und Dülmen gesammelt. Vieles könne er auf Vinnum übertragen. "Und Dinge, die nicht so gut gelaufen sind, können wir verbessern".

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