Olfen hat ein Problem - nur zwei Sirenen und damit viele nicht erfasste Bereiche

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Das Urteil des Fachmanns ist eindeutig: Die beiden Sirenen in Olfen und Vinnum reichen nicht aus, um im Ernstfall alle Bürger der Stadt zu warnen. Das zu ändern, wird aber teuer.

Olfen

, 25.05.2019, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem Ende des Kalten Krieges galten Sirenen lange als Auslaufmodell. Defekte Sirenen wurden in vielen Städten und Gemeinde nicht mehr repariert, teilweise sogar intakte Sirenen demontiert. Mit der Folge, dass Jüngere mit den Heultönen nichts mehr anfangen können. Denn selbst die Feuerwehr wird in den meisten Orten nicht mehr über Sirenen alarmiert, die Mitglieder haben immer einen „Piepser“ in der Tasche. Doch jetzt heißt es auch beim Land: Um im Notfall die Bürger wirkungsvoll alarmieren zu können, wird ein flächendeckendes Sirenennetz benötigt.

Moderne Sirenen sind unabhängig vom Strom

„Es ist unabhängig vom Stromnetz“, sagte Thomas Paskert von der Firma Engineering in Senden den Olfener Politikern in der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstag. Moderne Sirenen würden über einen Akku verfügen. Und da sie einen sehr geringen Stromverbrauch hätten, könnte auch bei einem kompletten Stromausfall die Bürger gewarnt werden. Wenn sie die Sirene überhaupt hören können. Nicht nur tagsüber, sondern auch wenn sie nachts schlafen.

Die Untersuchung des Sendener Fachbereichs war für die Politiker ernüchternd. Die einzige Vinnumer Sirene an der Hauptstraße 42 ist zwar schon gut positioniert, sollte nach Einschätzung des Fachmanns aber durch ein größeres und dazu digitales Modell ersetzt werden.

Wie können Schliekerpark und Gut Eversum gewarnt werden?

Deutlich mehr Aufwand betreiben müsste die Verwaltung im Olfener Stadtgebiet. Hier schlägt das Büro vor, auf die Sirene am Rathaus zu verzichten, dafür aber neue Sirenen im Niekamp, in der Kita Appelstiege, in der Kita Von-Vincke-Straße und auf dem Wertstoffhof vor. Die Gesamtkosten für dieses Paket würde sich auf knapp 85.000 Euro belaufen. Damit nicht genug, Um künftige Baugebiete mit abdecken zu können, sei eine weitere Investition von mehr als 26.000 Euro notwendig. Auf Nachfrage musste der Fachmann einräumen, dass selbst mit der Investition von mehr als 110.000 Euro Bereiche wie der Schliekerpark oder Gut Eversum nicht erreicht werden.

Stadtverwaltung sieht weiteren Gesprächsbedarf

Kein Wunder, dass die Stadt bei der Umsetzung des Konzeptes nicht aufs Gaspedal drückt und keine Abarbeitung in diesem und im nächsten Jahr sieht. Zumal Thomas Paskert einräumte, dass es in NRW „keinen Zwang gibt, Sirenen zu bauen“. Allerdings gebe es für die Städte und Gemeinden die Pflicht, die Menschen im Katastrophenfall zu warnen. Dies könne jedoch in der Form geschehen, dass „die Verwaltungen oder Feuerwehren mit einem Auto losfahren“. Einfacher und aus effektiver sei jedoch ein flächendeckendes Sirenensystem. Bis zur Ratssitzung am Dienstag, 28. Mai soll geklärt werden, wie alle Bürger der Stadt gewarnt werden können.

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