Olfen möchte fahrradfreundliche Stadt werden. Dazu wird die Stadt beantragen, in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW aufgenommen zu werden. © Arndt Brede
Fahrradfreundlich

Olfen will sich um Auszeichnung als fahrradfreundliche Stadt bemühen

Die größte Veränderung der letzten Jahre für die Olfener ist der neu angelegte und auffallend rot markierte Radweg entlang der Bilholtstraße. Die Situation für Radler soll noch besser werden.

Lünen ist schon seit 1993 Mitglied. Nun soll Olfen möglichst auch in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) aufgenommen werden. Jedenfalls hat der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig beschlossen, die Verwaltung damit zu beauftragen, einen Antrag auf Aufnahme in die AGFS zu erarbeiten und einzureichen.

Die AGFS wurde nach Auskunft der Verwaltung 1993 mit dem Ziel gegründet, „das Verkehrsmittel Fahrrad in der kommunalen Verkehrsentwicklung besonders zu fördern, um so den Radverkehrsanteil in den Städten und Gemeinden zu steigern“. Im Laufe der Zeit habe sich das Blickfeld über den Radverkehr hinaus erweitert. Heute stehe die Förderung aller Formen der Nahmobilität auf der Agenda.

Mit der Mitgliedschaft in der AGFS ist die Auszeichnung als fahrrad- und fußgängerfreundliche Stadt verbunden.

Welche Vorteile bietet die AGFS-Mitgliedschaft noch?

Laut Verwaltung sind es zum Beispiel folgende Vorteile:

  • Zugriff auf Print- und Aktionsmaterialien,
  • Teilhabe an einem Netzwerk für Wissens- und Erfahrungsaustausch, Beratung und Hilfestellung in Fragen der Nahmobilität,
  • exklusiver Zugang zu Fördermitteln des Landes zum Beispiel für Öffentlichkeitsarbeit.

Die Aufnahme in die AGFS zeichne jedoch nicht einen erreichten optimalen Zustand aus, betont die Stadtverwaltung. Vielmehr markiere sie den Beginn einer intensiveren Förderung der Nahmobilität. Dabei würden die Mitgliedskommunen von der AGFS ideell, materiell und durch einen stetigen Know-how-Transfer unterstützt. Ziel des Prozesses sei es, die Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr kontinuierlich zu verbessern. Zur Aufnahme in die AGFS müssen die interessierten Kommunen einen Antrag einreichen.

Mitgliedschaft zunächst auf sieben Jahre begrenzt

Die Mitgliedschaft und die damit verbundene Auszeichnung sind auf sieben Jahre begrenzt. Eine Verlängerung der Mitgliedschaft um weitere sieben Jahre ist erneut zu beantragen. Eine Mitgliedschaft in der AGFS kostet 2500 Euro jährlich.

Nach Einreichung des Antrags findet eine Besichtigung der Kommune durch die

Auswahlkommission statt. Anschließend wird beraten und durch Abstimmung eine

Entscheidung gefällt, ob die Kommune in die AGFS aufgenommen wird. Die

Mitgliedsurkunde wird bei erfolgreichem Antrag durch den Verkehrsminister übergeben.

Grüne: ADFC nicht außen vor lassen

In der Haupt- und Finanzausschusssitzung gab es wenig Diskussion zum Thema. Jedoch wiesen die Grünen darauf hin, in der Frage der Fahrradfreundlichkeit der Stadt Olfen die Expertise des ADFC Olfen nicht außen vor zu lassen.

Wie sieht eigentlich der ADFC Olfen das Thema? Wäre der ADFC bereit, daran mitzuarbeiten? „Ich finde es sehr gut, dass die Stadt Olfen den Antrag auf AGFS-Mitgliedschaft stellen will“, sagt Peter Mehmke, Sprecher des ADFC Olfen. „Wir haben einigermaßen regelmäßige Gespräche mit der Stadt Olfen. In dem Zusammenhang habe ich auch schon mal erwähnt, ob es nicht sinnvoll wäre, diesen Antrag zu stellen.“ Es sei aber auch mit viel Aufwand verbunden. „Man muss ein Konzept erstellen, was man wirklich machen möchte, um aufgenommen zu werden.“ Andererseits können AGFS-Mitglieder andere Fördertöpfe für Ausbaumaßnahmen als Nicht-Mitglieder.

ADFC: „Wir haben hier schon viel erreicht“

Wie ist denn aus Sicht des ADFC-Sprechers der Status Quo in der Fahrradlandschaft Olfens? „Ich finde, wir haben hier schon sehr viel erreicht“, sagt Peter Mehmke. „Es sind ja schon fast alle Einbahnstraße für Fahrradfahrer aufgehoben worden.“ Die Bilholtstraße sei umgebaut worden. Und zwar sei sie nun fahrrad- und fußgängerfreundlich. „Das war uns auch ein großes Anliegen. Der Altzustand, also der gemeinsame Geh- und Radweg, der viel zu schmal war, war weder für Fahrradfahrer, noch für Fußgänger befriedigend.“

Würde der ADFC denn der Stadt Olfen beratend zur Seite stehen, wenn die Stadt Olfen auf den ADFC zukäme?` „Ja natürlich“, lautet die klare Antwort von Peter Mehmke. „Das ist ja auch eine Aufgabe des ADFC. Wenn man gefragt wird, dann muss man dazu auch Stellung beziehen.“

Allerdings sei die Situation in Olfen „ein bisschen speziell“, berichtet Mehmke. In Olfen gebe es ja auch den SuS-Radlertreff. „Viele derjenigen, die dort mitmachen, sind auch Mitglieder des ADFC. Immer, wenn einem ADFC-Mitglied oder jemandem vom Radlertreff etwas auffällt, dann geben wir das natürlich weiter an die Stadt.“ So seien aufgrund solcher Hinweise beispielsweise Bordsteine abgesenkt worden. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt, ADFC und SuS-Radlertreff sei gedeihlich.

Fällt Peter Mehmke spontan etwas ein, was in der Fahrradlandschaft und bei der Situation für Radfahrer in Olfen noch zu verbessern wäre? „Man könnte noch mehr Radwege bauen“, sagt der ADFC-Sprecher.

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Redaktion Selm
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Arndt Brede