Nachdem das Dach des früheren Kinos eingebrochen ist, hat die Stadt den Schutt sortiert und gesammelt. Links neben der Mauer gibt es eine Fläche, die ebenfalls noch zum städtischen Grundstück gehört. © Thomas Aschwer
Gastronomie

Olfener Marktplatz beleben: Filetgrundstück wartet auf neue Nutzung

Mehr Menschen zwischen 20 und 40 Jahren will die Stadt nach Olfen holen. Der Schlüssel zum Erfolg soll eine neue Gastronomie sein. Die Rahmenbedingungen scheinen vielversprechend.

Eher unscheinbar ist der Eingang zum früheren NKD am Olfener Marktplatz. Wer das Ladenlokal betritt, dürfte keine Jubelsprünge machen. Unscheinbar ist die frühere Verkaufsfläche mit der für Geschäfte typischen abgehängten Decke und dem Teppichboden. Weil links und rechts Gebäude stehen, fällt auch nur wenig Tageslicht in den Bereich.

Ein Aha-Effekt stellt sich jedoch nach rund 10 Metern ein. Die Außenmauern des früheren Kinos dürften locker so hoch wie bei einem zweigeschossigen Gebäude sein. Seit wenigen Wochen sind sie Wind und Wetter ausgesetzt. Das Dach ist eingestürzt. Doch der Schutt liegt nicht mehr auf dem Boden. „Wir haben aufgeräumt“, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann, um gleich eine mögliche Anschlussfrage zu beantworten: „Abreißen werden wir das Gebäude vorerst nicht.“

So sieht es aktuell in dem früheren Ladenlokal am Markt aus. © Thomas Aschwer © Thomas Aschwer

Wann sich das Bild des Marktplatzes grundlegend verändern wird, kann Sendermann beim Ortstermin nicht sagen. „Wir arbeiten weiter daran, eine zusätzliche Gastronomie zu bekommen.“ Die Suche ist nicht einfach. Die Stadt möchte keine direkte Konkurrenz zu den bereits bestehenden Gastro-Betrieben holen. Ziel sei es, so Wilhelm Sendermann, mit einem neuen Angebot Menschen aus den umliegenden Orten für einen Besuch in Olfen zu begeistern. Als „Königsweg“ hat die Verwaltung dabei eine Gastronomie ausgemacht, die vor allem Menschen zwischen 20 und 40 Jahren anspricht.

Stadt Olfen hat eine besondere Zielgruppe im Blick

Dass eine derartige „Erlebnisgastronomie“ das Potenzial hat, dürfte außer Frage stehen. In einigen Nachbarorten gibt es entsprechende Betriebe – mit der auch in Olfen gewünschten Resonanz. Bis es aber ein entsprechendes Angebot in Olfen gibt, wird es noch dauern. Priorität hat aktuell die Suche nach einem Betreiber der Gastronomie. Dass das nicht einfach wird, macht bereits ein anderer Aspekt deutlich.

In Nachbarorten gibt es auch private Investoren, die entsprechende Gebäude errichten und dann vermieten. In Olfen muss die Stadt selbst aktiv werden. Allerdings bietet die Fläche riesiges Potenzial. Sie ist mehr als 800 Quadratmeter groß. Nicht zu unterschätzen ist die Erschließung des Bereiches. Die Fläche verläuft parallel zur Funnenkampstraße, die allerdings über viele Jahre komplett bebaut war. Mit der Errichtung eines neuen Hauses gibt es die Möglichkeit, das alte Kinogrundstück auch von der Funnenkampstraße zu erreichen.

In der Corona-Pandemie hat allerdings die Gastronomie insgesamt stark gelitten. „Wir waren vorher schon sehr weit“, sagt Bürgermeister Sendermann. Er „bleibt weiter optimistisch“, dass das Projekt umzusetzen ist und damit der Olfener Markt belebt werden kann. Bis dahin bleibt das Gebäude so stehen wie es jetzt steht.

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer