Olfener Schüler setzen sich gegen Rassismus ein

Projekt der Wolfhelm-Gesamtschule

Der reguläre Schulunterricht setzte für einen Tag aus - dafür haben sich Schüler des siebten Jahrgangs der Olfener Wolfhelm-Gesamtschule gemeinsam gegen Fremdenfeindlichkeit starkgemacht. "Schule ohne Rassismus" heißt das Projekt - bei dem Flüchtlinge aus Aleppo und Mossul den Schülern von den Grausamkeiten des IS berichteten.

OLFEN

12.02.2017, 17:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es macht großen Mut zu sehen, wie sich besonders in der heutigen Zeit unsere Gesamtschüler gegen Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und rechtsradikale Gesinnung einsetzen“, sagte Lehrer Bert Baesgen am Sonntag auf unsere Anfrage. Er hat gemeinsam mit der Schülervertretung (SV) und dem ökonomischen Arbeitskreis Asyl in Olfen das Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" an der Olfener Gesamtschule organisiert.

Inzwischen im zehnten Jahr werde kurz vor den Halbjahreszeugnissen der reguläre Unterricht aufgelöst - im siebten Jahrgang für acht Unterrichtsstunden zugunsten des Projektes. Dabei arbeiten die Schüler der Oberstufe mit den jüngeren Schülern gemeinsam an den Themen „Flüchtlinge“, „rechtsradikale Gesinnung“, „gutes Miteinander“ und „Homophobie“.

Geflüchtete aus Aleppo und Mossul waren eingeladen

In diesem Jahr hatten die Schülersprecherinnen Michelle Rottmann und Michelle Petrich über ein Vorbereitungstreffen mit Pastor Thorsten Melchert, Heiner Dieckmann und Flora Walterbusch vom Arbeitskreis Asyl sowie der ehemaligen Gesamtschülerin Anna Butacci sogar Flüchtlinge aus Aleppo und Mossul einladen können. Die berichteten über das Vorgehen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Zerstörungen durch den Krieg. Offensichtlich hatten die die Berichte der Flüchtlinge Eindruck hinterlassen: Sie erzählten über mutwillige Tötungen des IS und über die enormen Zerstörungen in Aleppo, so Baesgens Bilanz.

Zusätzlich wurden populistische Anfeindungen gegenüber Flüchtlingen mehr als deutlich entlarvt. „Das Engagement der Schüler ist beeindruckend“, sagt Baesgen. Aber auch die Tatsache, dass einzelne Schüler der Oberstufe im Rahmen des Projektes so viel Mut besaßen, sich zu ihrer eigenen Homosexualität zu bekennen, zeigt die Tragweite des Projekts und die damit verbundene Toleranz.

"Das ist ein gutes Zeichen für Zivilcourage"

„Ich bin überrascht, wie offen die Schüler über diese schwierigen Themen gesprochen haben. Das ist ein gutes Zeichen für Zivilcourage und ich hoffe sehr, dass das Projekt über die Schulgrenze hinaus Wirkung zeigt“, sagte Pastor Thorsten Melchert auf Anfrage.

Auch die Schüler waren begeistert von dem Projekt. Kieljan Börner, der Klassensprecher einer siebten Klasse, sagt: „Das war schon total klasse plötzlich die Mitschüler als Lehrer zu haben, die man sonst im Bus und auf dem Schulhof sieht. Man hörte ihnen ganz anders zu, als sonst den Lehrern.“

An der Gesamtschule ist man sich sicher, mit diesem Konzept Kinder und Jugendliche immuner gegen populistische und diskriminierende Vorstellungen im Alltag zu machen und zu einem größeren Verständnis untereinander beizutragen. Die Schülervertretung der Gesamtschule habe damit nicht nur auf regionaler, sondern sogar auch auf Landesebene große Beachtung gefunden, so Baesgen.

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