Olfener Veranstalter berichtet: „Für viele geht es ums Überleben“

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Das Coronavirus sorgt in vielen Branchen bis heute für Probleme. Ein Olfener Veranstalter berichtet von der Arbeit während der Pandemie. Für viele geht es ums Überleben.

Olfen, Lünen

, 03.09.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kein Theater, keine Konzerte, keine Feste. Seit März mussten die meisten Kulturveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Betroffen davon waren neben den Künstlern auch die Veranstalter. Für viele ging es um die Existenz. Ein Olfener Konzertveranstalter berichtet.

Seit 26 Jahren in der Veranstaltungsbranche

Obwohl seine Veranstaltungen seit Monaten dem Coronavirus zum Opfer fallen, muss Veranstalter Reinhard Sallach einiges organisieren: „Im Moment geht es darum, die Veranstaltungen zu verwalten, die vor Corona geplant wurden“, so der Olfener.

„Diese Veranstaltungen wurden schon mehrfach verschoben.“ Spätestens im Herbst 2021 sollen die aber nachgeholt werden. Bereits seit 26 Jahren organisiert Sallach Konzert- und Theaterveranstaltungen. In der Vergangenheit in verschiedenen Städten präsent, konzentriert er sich mittlerweile auf den Standort Lünen.

Sallach ist es wichtig, immer in der Nähe sein zu können: „Wenn man weiter weg ist, hat man nicht so die Kontrolle.“ Diese Kontrolle hatte er bisher bei seinen Events, die er in das Lüner Heinz-Hilpert-Theater brachte.

„Dann kam Corona. Das begleitet uns jetzt schon eine ganze Zeit, was die Veranstaltungsarbeit natürlich nicht einfacher macht“, berichtet Sallach.

Keine neuen Veranstaltungen in Planung

Deshalb gehe es aktuell darum, bereits geplante Events möglichst bald stattfinden zu lassen. „Neue Sachen sind gar nicht in Planung, weil die Unsicherheit zu groß ist“, weiß Sallach.

Tickets für Veranstaltungen im Heinz-Hilpert-Theater können im Webshop des Theaters erworben werden. Karten für die Simon & Garfunkel Revival Band am 15. Oktober sind ab 30,70 Euro erhältlich.

Bei den bestehenden Veranstaltungen müsse immer wieder neu entschieden werden, ob diese stattfinden können – oder eben nicht. „Ich bin immer derjenige, der den Gegebenheiten hinterherlaufen muss.“

Bei größeren Produktionen ist Sallach aber immer auch abhängig von den Entscheidungen der Tournee-Veranstalter. Bei den Events, den er aus den Niederlanden nach Lünen holt, ist er zusätzlich abhängig von der Situation im Nachbarland. „Wegen eines Termins in Lünen kommt natürlich keine Produktion.“

„Für viele geht es ums Überleben“

Mit den Auswirkungen von Corona plant Sallach noch länger: „Ich persönlich gehe davon aus, dass das noch bis Herbst 2021 so sein wird.“ Das macht sich auch finanziell bemerkbar.

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Reinhard Sallach griff in den vergangenen Monaten auf Erspartes und die Corona-Hilfen zurück. „Ich habe das Glück, dass ich das als Einzelperson mache. Es ist mein Vorteil, dass ich keine Angestellten habe“, so der Einzelkämpfer.

„Ich weiß von Kollegen, die Schwierigkeiten haben, ihre Angestellten zu bezahlen. Für viele geht es ums Überleben.“ Um die großen der Branche macht sich Sallach keine Sorgen: „Es trifft eher die mittleren Unternehmen, wo die Beschäftigten in Kurzarbeit sind. Da wird eine Menge passieren.“

Langfristige Auswirkungen auf die Veranstaltungsbranche befürchtet Sallach allerdings nicht. „Es werden immer wieder neue Agenturen gegründet“, weiß der Olfener Veranstalter.

Mitte Oktober soll es weiter gehen

Reinhard Sallach will – Stand jetzt – mit der „Simon & Garfunkel Revival Band“ am 15. Oktober seine erste Veranstaltung nach Corona präsentieren. Die Saison im Heinz-Hilpert-Theater läuft dann bereits seit über einem Monat wieder.

Die Simon & Garfunkel Revival Band soll am 15. Oktober im Heinz-Hilpert-Theater auftreten.

Die Simon & Garfunkel Revival Band soll am 15. Oktober im Heinz-Hilpert-Theater auftreten. © RS-Konzertagentur

350 Karten dürfen laut Hygienekonzept des Theaters dafür verkauft werden, im vergangenen Jahr waren 600 Zuschauer da. Bisher ist die Nachfrage nach Tickets eher verhalten. „Da ist noch Luft nach oben. Die Unsicherheit der Menschen ist recht groß“, vermutet Sallach.

Allerdings sei er froh, dass gekaufte Karten für verschobene Veranstaltungen weitestgehend nicht zurückgegeben werden: „Da ist beim Publikum eine gewisse Unterstützung für die Veranstalter da.“

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