Olfens Grüne wollen wieder in den Stadtrat einziehen

rnKommunalwahl 2020

Über zwölf Jahre war es still um die Grünen in Olfen - bis sich im November 2015 ein neuer Ortsverband gründete. Ein Jahr vor der Kommunalwahl verrät Katja Meyer, welche Ziele es gibt.

Olfen

, 04.10.2019, 04:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das ist ja die Krux“, sagt Katja Meyer, Teil des Spitzenduos der Olfener Grünen. „Wir Grünen sind deshalb nicht im Stadtrat von Olfen vertreten, weil wir bei der letzten Kommunalwahl einfach nicht wählbar waren.“ Sie selbst merkte das als Zugezogene erst in der Wahlkabine. „Das war wirklich kurios“, erinnert sie sich. „Ich guckte auf den Wahlzettel und dachte nur: Da fehlt doch was. Wo sind die Grünen?“

Von der Wählerin zum Führungsmitglied im Ortsverband

Bis dahin war sie nur Wählerin und Sympathisantin gewesen, erklärt sie. Doch da wurde sie Mitglied. „Kurz darauf rief mich Ralf Wozniak an und meinte: ‚Jetzt sind wir fünf. Wir können einen Ortsverband gründen‘.“ Seither bilden die beiden die Doppelspitze der Olfener Grünen - und Meyer fungiert als Sprecherin.

Inzwischen zählt Bündnis 90/Die Grünen Olfen 13 Mitglieder. „Das ist noch auf kleinem Niveau, aber man muss ja anfangen“, sagt Katja Meyer. Die Ziele sind jedoch groß: „Wir wollen wieder in den Stadtrat.“

Grüne Themen sind in Olfen gefragt

Bei den Mitgliederzahlen profitiere man ohne Frage vom allgemeinen Aufschwung der Grünen, „aber wir scheinen mit unseren Themen auch den Nerv der Olfener zu treffen“, sagt die Frau, die zwischen Bundes- und Lokalpolitik unterscheidet. „Wir müssen hier vor Ort gucken, was los ist.“ Die Diskussion im Sommer um den Grasschnitt habe gezeigt, dass sich die Olfener Gedanken machten. „Es wird hier schon sicherlich viel getan und Olfen ist auch sehr grün, aber an der Artenvielfalt mangelt es noch. Da könnte man mehr tun“, sagt Meyer.

Olfens Grüne wollen wieder in den Stadtrat einziehen

Genau wie ihre Partei ist Katja Meyer der Meinung, dass in Olfen bei vielen Dingen „noch viel mehr geht“. © Arndt Brede

Außerdem wünschen sich die Grünen von Verwaltung und Rat mehr Transparenz und Informationen. „Es gibt seit 2014 das integrative Klimakonzept - aber was wurde davon bereits umgesetzt, was noch nicht? Alle fünf Jahre sollte das eigentlich überarbeitet werden. Das wäre eigentlich jetzt. Da wäre mehr Dialog wirklich wichtig.“

Grüne wollen einen Gegenkandidaten für Sendermann

An vielen Stellen meinen die Grünen: „Da geht noch mehr“. Deshalb wollen sie in knapp einem Jahr, am 13. September 2020, bei der Kommunal- und Bürgermeisterwahl als Bündnis 90/Die Grünen wieder auf dem Wahlzettel zu finden sein. Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten werde man aber nicht stellen. „Das können wir noch nicht“, sagt Meyer. „Doch eventuell können wir uns mit den anderen Parteien auf einen gemeinsamen Gegenkandidaten einigen“, sagt Meyer.

Mit Amtsinhaber Wilhelm Sendermann habe man zwar keine Probleme: „Wir erleben ihn als kompromissbereiten Mann, der immer die gute Lösung sucht. Er gilt als kommunikativ und konsensfreudig, aber zu einer Demokratie gehört es auch, eine Wahl zu haben.“

Mit dem neuen Jahr beginnt der Wahlkampf

Die Winterzeit wollen die Grünen nutzen, um ein Wahlprogramm zu erstellen. Oberpunkte sind bereits gefunden, nun geht es an die Details. „Zu Jahresanfang wollen wir dann loslegen“, sagt Meyer, und ist sich sicher: „Das wird spannend.“

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