Olfens süßester Esel trägt jetzt einen Chip im Hals

Heidi offiziell registriert

Knapp vier Monate ist es her, dass Heidi, das kleine Eselstutfohlen in der Steveraue in Olfen das Licht der Welt erblickte. Seither verzaubert die Kleine die Besucher mit ihren langen Beinen, dem wuscheligen Fell und den großen dunklen Augen. Diese Woche hatte Heidi einen ganz besonderen Termin. Beteiligt waren ein Chip und ihr Hals.

OLFEN

, 15.09.2017, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Mittwochmorgen stand der erste große Tierarztbesuch an. Heidi ist ein französischer Poitou-Esel und gehört somit einer bedrohten Tierrasse an. Um die Tiere zu schützen und den Weltbestand zu stärken, gelten strenge Zuchtrichtlinien und Gesetze.

Seit 2003 gibt es die BDP`Z, die Baudet Du Poitou Zentrale Europas. Hier wird der reale Bestand der Tiere erfasst, die Zuchttiere werden vermessen und Stammbäume erstellt.

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Der Olfener Esel Heidi wird gechipt

Knapp vier Monate ist es her, dass Heidi, das kleine Eselstutfohlen in der Steveraue in Olfen das Licht der Welt erblickte. Seither verzaubert die Kleine die Besucher mit ihren langen Beinen, dem wuscheligen Fell und den großen dunklen Augen. Diese Woche hatte Heidi einen ganz besonderen Termin: Sie bekam vom Tierarzt einen Chip in den Hals.
15.09.2017
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Unter der roten Kappe befindet sich die Nadel auf der der kleine Mikrochip sitzt. Dieser wird Heidi unter die Haut gespritzt.© Foto: Pia Niewind
Gespannt verfolgte die restliche Eselherde die Prozedur.© Foto: Pia Niewind
Die kleine Heidi ist nun vier Monate alt. Zeit sie registrieren zu lassen und einen Pass zu beantragen.© Foto: Pia Niewind
Um einen zweifelsfreien Abstammungsnachweis zu erbringen wird Mutter Vicky Blut abgenommen.© Foto: Pia Niewind
Bevor die Arbeit starten kann, muss das Fell vom Hals entfernt werden, damit Tierärztin Meike Schulte Sienbeck einen bessern Blick hat und kein Fell oder Dreck in die Stichöffnung gelangt.© Foto: Pia Niewind
Noch ein kurzer Allgemeincheck - Heidi ist kerngesund. Der Mikrochip kann eingesetzt werden.© Foto: Pia Niewind
Vor dem Blutabnehmen hatte die kleine Heidi ein wenig Angst. Doch Norbert Niewind redete ihr gut zu.© Foto: Pia Niewind
Wenigen Sekunden dauerte das Einsetzten des Chips. Heidi ließ die Prozedur ganz brav über sich ergehen und ließ sich nichts anmerken.© Foto: Pia Niewind
Nach der ganzen Aufregung brauchte klein Heidi erstmal eine Stärkung© Foto: Pia Niewind
Im Anschluss an das Blut abnehmen und Chip einsetzen folgte eine Menge Papierkram© Foto: Pia Niewind
Vor dem Einsetzten des Chips wurde auch Heidi Blut abgenommen um diese mit dem Blut von Mutter und Vater zu vergleichen und die Abstammung zweifelsfrei zu bestätigen.© Foto: Pia Niewind
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Damit Heidi dort aufgenommen werden kann, muss sie registriert und der Pass beantragt werden. „Dazu bekomme ich die passenden Unterlagen direkt aus Frankreich zugeschickt“, erklärt Norbert Niewind, Betreuer der Esel. Für eine einwandfreie Identifizierung müssen die Tiere alle gechipt werden.

Bereits vor dem Eintreffen der Tierärztin hat Norbert Niewind Mutter Vicky und Tochter Heidi im Paddock eingesperrt und ihnen in Ruhe ein Halfter aufgezogen, um größeren Stress zu vermeiden. Wenig später treffen Tierärztin Meike Schulte Sienbeck und ihre Assistentin Tatjana Wulf aus Seppenrade ein.

Blutabnahme als Abstammungsnachweis notwendig

Bevor Heidi der Mikrochip unter die Haut gesetzt werden kann, muss sowohl ihr als auch ihrer Mutter Heidi Blut abgenommen werden. „Die Blutabnahme dient als Abstammungsnachweis“, erklärt Meike Schulte Sienbeck. Das Blut von Heidis Vater Tiane liegt den Behörden bereits vor.

Das Blutabnehmen ist für die Tiere ein wenig unangenehm; auch Heidi ist die ganze Sache nicht wirklich geheuer. Während ihre Mutter an der Reihe ist, versteckt sich Heidi schüchtern im Stall. Nach der Blutabnahme folgt das Einsetzen des Mikrochips. Der Chip sitzt auf einer kleinen Nadel, mit deren Hilfe der für das menschliche Auge kaum sichtbare Chip unter die Haut gespritzt wird.

„Um den Chip später schnell und einfach mit dem Lesegerät zu erfassen, gibt es die Regelung, ihn immer auf die linke Halsseite zu spritzen“, erklärt Schulte Sienbeck. Zuerst wird der Chip von Mutter Vicky noch einmal geprüft, um ihre Identität abzusichern. Danach hört die Ärztin noch einmal Heidis Allgemeinzustand geprüft. Herz und Lunge wurden abgehört. Heidi ist kerngesund – der Chip kann eingesetzt werden.

„Ein ganz cooler kleiner Esel“

Vorher rasiert und desinfiziert sie die Stelle ordentlich. Im Anschluss schiebt die Ärztin den Chip mit der Nadel unter die Haut. Dieser Vorgang ist nicht schmerzhaft. „Normalerweise nehmen die Tiere nur einen leichten Pieks wahr“, so Schulte Sienbeck.

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Der Esel-Nachwuchs in der Olfener Steveraue

In der Steveraue in Olfen ist Donnerstag früh ein ganz besonderer Esel zu Welt gekommen. Die hier lebenden Poitou-Esel gehören zu einer bedrohten Esel-Rasse, die es wahrscheinlich schon seit dem 11. Jahrhundert gibt. Durch seine Zucht hilft die Steveraue kräftig bei dem Erhalt der Rasse. Hier gibt es Fotos der ersten gemeinsamen Stunden von Eselmutter Vicky und dem noch namenlosen Nachwuchs.
18.05.2017
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Leicht zerzaust und noch wackelig auf den Beinen, weicht das Esel-Fohlen selten von der Seite seiner Mutter.© Foto: Theo Wolters
Der kleine Esel ist gerade ein paar Stunden alt und erkundet bereits die Steveraue.© Foto: Theo Wolters
Leicht zerzaust und noch wackelig auf den Beinen, weicht das Esel-Fohlen selten von der Seite seiner Mutter.© Foto: Theo Wolters
Leicht zerzaust und noch wackelig auf den Beinen, weicht das Esel-Fohlen selten von der Seite seiner Mutter.© Foto: Theo Wolters
Der kleine Esel ist gerade ein paar Stunden alt und erkundet bereits die Steveraue.© Foto: Theo Wolters
Der kleine Esel ist gerade ein paar Stunden alt und erkundet bereits die Steveraue.© Foto: Theo Wolters
Einige Stunden nach der Geburt sind Mutter und Kind wohlauf.© Foto: Theo Wolters
Einige Stunden nach der Geburt sind Mutter und Kind wohlauf.© Foto: Theo Wolters
Esel-Mutter Vicky ist selbst in der Steveraue geboren.© Foto: Theo Wolters
Esel-Mutter Vicky ist selbst in der Steveraue geboren.© Foto: Theo Wolters
Der kleine Esel ist gerade ein paar Stunden alt und erkundet bereits die Steveraue.© Foto: Theo Wolters
Esel-Mutter Vicky ist selbst in der Steveraue geboren.© Foto: Theo Wolters
Leicht zerzaust und noch wackelig auf den Beinen, weicht das Esel-Fohlen selten von der Seite seiner Mutter.© Foto: Theo Wolters
© Foto: Theo Wolters
Der kleine Esel ist gerade ein paar Stunden alt und erkundet bereits die Steveraue.© Foto: Theo Wolters
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Heidi scheint die Prozedur gar nicht zu stören. Sie zuckt nicht einmal beim Einsetzen des Chips. „Ein ganz cooler kleiner Esel“, stellt Schulte Sienbeck fest. Ob das Einsetzen geklappt hat, wird im Anschluss direkt mit dem Chip-Lesegerät geprüft. Heidi wird ihn ihr ganzes Leben behalten. Der Chip schränkt Heidi nicht ein und sie spürt ihn auch nicht.

Kleine Stärkung für Heidi - Papierkram für Betreuer und Ärztin

Gespeichert ist darauf eine Chip-Nummer, die im jeweiligen Tierpass vermerkt wird. Für Vicky und Heidi ist der Termin an dieser Stelle schon vorbei – und Heidi genehmigt sich direkt eine kleine Stärkung bei ihrer Mutter. Norbert Niewind und Meike Schulte Sienbeck müssen noch Unterlagen ausfüllen.

Auch die Fellfarbe, weiße Stellen im Fell oder Wirbel werden vermerkt. „Die Unterlagen werde ich nach Frankreich schicken“, erklärt Niewind. Nun ist Heidi offiziell registriert und kann ebenfalls in ein paar Jahren für die Zucht eingesetzt werden – damit der Poitou-Esel-Bestand vor dem Aussterben geschützt wird.

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