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Kleinvieh macht auch Mist - darum muss die Genossenschaft täglich einen Spagat machen

rnRaiffeisen-Genossenschaft

Wo gibt es denn sowas: Menschen, die Futter für ihre fünf bis acht Hühner benötigen? In Olfen und in anderen Orten der Umgebung. Und sie haben eine wichtige Anlaufstelle.

Olfen, Nordkirchen, Selm

, 25.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Raiffeisen-Geschäftsführer Christian Poppenborg kennt noch „viele Menschen mit eigener Hühnerhandlung“. Zwar würde die Genossenschaft nicht die „großen Mengen“ auf diesem Weg vertreiben, doch seien die Hühnerhalter wichtige und sehr gern gesehene Kunden.

Während sich der Bereich der Kleintierhalter also behauptet, gibt es bei den landwirtschaftlichen Betrieben eine dramatische Entwicklung. Haben in den vergangenen Jahren zwischen Drensteinfurt, Herbern, Lüdinghausen, Selm, Südkirchen, Olfen und Werne im Schnitt acht bis zehn Landwirte aufgegeben, erwartet Poppenborg für 2019 ganz andere Zahlen.

Pachtpreise sind in der Region „gigantisch hoch“

Der Geschäftsführer der Raiffeisen Lüdinghausen eG geht davon aus, dass in diesem Jahr rund 40 Landwirte - auch Nebenerwerbslandwirte - ihren Betrieb aufgeben werden. Die Gründe seien vielfältig. Mal gibt es keinen Hofnachfolger, mal sei der Erlös nicht hoch genug und mal sei den Hofbesitzern die politische Planungssicherheit.

Poppenborg räumt aber auch ein, dass Landwirte eine andere Rechnung aufmachen könnten. Die Pachtpreise seien „gigantisch hoch“. Zudem gebe es viele freie Stellen in der Region. Somit kann eine Verpachtung der Flächen und eine Anstellung in einem anderen Unternehmen wirtschaftlich attraktiver sein als die Bewirtschaftung des Hofes.

Millionen-Umsatz - aber ein „sehr überschaubarer“ Gewinn

Wie manchem Landwirt geht es auch der Raiffeisen-Genossenschaft. Sie hat mit allen Geschäftsbereichen einen Gesamtumsatz von knapp 79,16 Millionen Euro gemacht. Dem steht jedoch ein Ergebnis von „nur“ 378.000 Euro gegenüber. Das ist zwar leicht höher als in 2017, macht aber zugleich deutlich, wie gering die Gewinnmarge ist.

Zugleich ändern sich die Anforderungen an die Genossenschaft. Der teilweise sehr hohe Spezialisierungsgrad der Höfe erfordert gleichzeitig eine sehr intensive Beratung durch die Raiffeisen-Genossenschaft. Um viele Wünsche effektiv bedienen zu können, hat das Unternehmen eine Logistik-Zentrale in Lüdinghausen aufgebaut.

Genossenschaft hat 2018 rund 1 Million Euro investiert

Vor Ort investiert Raiffeisen in andere Projekte. Im vergangenen Jahr insgesamt rund eine Million Euro an folgenden Standorten: Ausbau der Photovoltaikanlagen in Südkirchen, Olfen und Drensteinfurt, Erneuerung der Waschstraße in Olfen, Modernisierung des Marktes in Lüdinghausen, Neubau einer Lagerfläche und eines Gewächshauses in Werne, Modernisierung des Mischfutterwerkes in Selm. In diesem Jahr will die Genossenschaft die Modernisierung des Selmer Standortes abschließen. Bereits angeschafft worden ist ein neuer Lkw.

Doch damit ist es nicht getan, auch inhaltlich muss sich das Unternehmen immer neu aufstellen. „Das Partygeschäft läuft gut“, sagt Christian Poppenborg. Um gleich anzuschließen, dass viele Kunden ihren „normalen“ Getränkeeinkauf mit dem Wocheneinkauf verbinden. Die Genossenschaft bleibe dann eher außen vor.

Blumen kaufen viele Kunden gerne bei der Genossenschaft

Ganz anders sieht es jedoch bei anderen Warengruppen aus. Beim Thema Blumen beispielsweise sind die insgesamt acht Märkte in der Region wichtige Ansprechpartner. Ähnlich sieht es aus, wenn es um fachliche Beratung beispielsweise bei verbranntem Rasen oder anderen Gartenproblemen geht.

Den Nerv der Kunden getroffen hat die Genossenschaft offensichtlich auch mit den Grillgeräten. „Seit zwei Jahren sind wir mit der Mittelklasse-Linie gut unterwegs. Das passt perfekt ins Konzept“, sagt Poppenborg. Das gilt natürlich nicht bei allen Warengruppen. Bereiche, die etwa in Herbern gut laufen, sind in Lüdinghausen nicht so stark nachgefragt. „Es gibt kein Patentrezept.“

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