Das Rote Kreuz hat in seine 30 Kindergärten im Kreis Coesfeld Raumfilter einbauen lassen. Die Rückmeldungen des Personals und der Eltern sei positiv, berichtet Bianca Thier, Leiterin der Kita Traumland in Olfen. Unser Foto zeigt sie mit DRK-Vorstand Christoph Schlütermann. © Thomas Aschwer
Investition

Raumfilter in DRK-Kitas im Einsatz – Raumluft jetzt „spürbar besser“

Das Rote Kreuz setzt in ihren Kindergärten im Kreis Coesfeld konsequent auf Raumluftfilter - und nimmt dafür viel Geld in die Hand. Bei einer neuen Kita geht das DRK noch einen Schritt weiter.

Viele intensive Corona-Monate liegen hinter den Kindergärten mit sich wiederholt ändernden Rahmenbedingungen für die Teams in den Einrichtungen und ganz besonders auch für die Eltern. Viele Mütter und Väter hatten zwischenzeitlich riesige Betreuungsprobleme. Das Rote Kreuz hat sich deshalb entschlossen, alle technischen Möglichkeiten zu nutzen. „Corona ist noch nicht vorbei“, sagt DRK-Vorstand Christoph Schlütermann. Im Gegenteil, er befürchtet einen schwierigen Herbst.

In der DRK-Kindertageseinrichtung Traumland, die zugleich Familienzentrum ist, laufen seit etlichen Tagen die 10 Raumluftfilter. Rund 30.000 Euro hat die technische Aufrüstung gekostet. Trotz vielfältiger Bemühungen gab es keine Fördergelder vom Land oder vom Bund. Christoph Schlütermann ist dennoch überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. „Wir haben es zum Wohle der Kinder und des Personals angeschafft.“ Offensichtlich eine gute Entscheidung.

Kita-Leitung berichtet von positiven Rückmeldungen

„Die Raumluft ist spürbar besser geworden“, sagt Kita-Leiterin Bianca Thier. Sie berichtet von vielen positiven Rückmeldungen der Kolleginnen und auch der Eltern. Alle seien „froh und dankbar, dass sich der Träger so stark einsetzt.“ Nach Einschätzung von Christoph Schlütermann werden sich die Anlagen nicht ausschließlich in der Pandemie bewähren. Er erwartet auch positive Auswirkungen in Grippezeiten. Der DRK-Vorstand erwartet deshalb, dass derartige Anlagen „irgendwann Standard sein werden“. Andere Kindergartenträger haben allerdings bislang auf Investitionen verzichtet. Gleiches gilt für Schulträger.

Die Begründung ist in fast allen Fällen deckungsgleich. Um frische Luft zu haben, können auch die Fenster geöffnet werden. Das sieht auch das Land NRW so. Es fördert ausschließlich Raumluftfilter, wenn Fenster nicht zu öffnen sind. Per Dringlichkeitsentscheidung hat allerdings die Stadt Münster vor knapp einem Monat beschlossen, 500 mobile Luftfilteranlagen für Schulen anzuschaffen. Die Kosten für diese Luftreiniger, 1,35 Millionen Euro, trägt die Kommune selbst. Auch im Kreis Coesfeld sind sich die Schulträger nicht mehr einig. Die Stadt Dülmen will für Schulen und Kitas Luftfilter anschaffen. Sie setzt dabei auf ein Leasingmodell.

Das Rote Kreuz hingegen kauft die Geräte – insgesamt rund 350. Nicht alle sind oder werden in Kindergärten verbaut.

Rettungswachen und Kreisverband sind technisch aufgerüstet

Bereits vor etlichen Wochen hat das Deutsche Rote Kreuz die Rettungswachen mit entsprechenden Geräten ausgestattet. Auch beim Kreisverband in Coesfeld sorgt die Technik automatisch für saubere Luft. Gerade dieser Punkt ist auch für Bianca Thier wichtig. Die neuen Geräte sind keine große Zusatz-Aufgabe für das Personal, sie arbeiten quasi vollautomatisch – und vor allem sehr ruhig. Die Luftfilter haben dabei nicht zur Folge, dass im Kindergarten die Fenster immer geschlossen bleiben. „Stoßlüften ist weiter angesagt“, betont Christoph Schlütermann.

Für das DRK kommt mit der Zusatzausstattung in den rund 30 Kindergärten im Kreis Coesfeld ein neuer Ausgabenposten hinzu. „Zweimal im Jahr müssen die Filter ausgetauscht werden.“ Doch dieses Geld sei gut investiert. „Es ist viel günstiger, als wenn ein Kind an Long Covid erkrankt.“ Um die Kinder so gut wie eben möglich zu schützen, gibt es in der Kita Traumland deshalb weiter ein sehr engmaschiges Hygienekonzept. Dazu gehört, dass die Eltern im Regelfall vor der Kitatür bleiben.

Das Rote Kreuz geht unterdessen schon den nächsten Schritt. Beim Neubau eines Kindergartens in Billerbeck setzt es nicht auf Geräte, die an die Wand geschraubt werden. Vielmehr wird bereits beim Bau ein aufwendiges Lüftungssystem realisiert. Interessant ist, dass die Zusatzkosten dabei zu 80 Prozent gefördert werden – obwohl auch hier Fenster zu öffnen sind.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer