Das wird eine große Herausforderung für Schüler und Lehrer zum Start ins neue Schuljahr: Voraussichtlich sehr hohe Temperaturen, dazu die Maskenpflicht. Wie soll das funktionieren?

Olfen

, 11.08.2020, 11:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler steht an erster Stelle“, sagt Olfens Gesamtschulleiter Dr. Jerome Biehle. Er hat am Montag intensiv mit den Kolleginnen und Kollegen über die neuen Vorgaben des Landes NRW gesprochen - und sie auf die örtliche Situation übertragen.

Ähnlich die Situation an der Wieschhofgrundschule. Auch hier verweist Rektorin Petra Deuker auf die vom Land erlassenen Regeln. Allerdings hat sie aus der Elternschaft auch Mails mit der Forderung nach noch strikteren Regeln bekommen. So wünschen sich einige eine Regelung wie an weiterführenden Schulen und damit das Tragen von Masken im Unterricht auch an der Olfener Grundschule.

Dabei erfordern bereits die NRW-Vorgaben einen hohen organisatorischen Aufwand für die Schule. Auch für die Einschulung am Donnerstag. Den größten Unterschied im Vergleich zur Situation vor den Ferien wird es für die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule im Unterricht geben - sie müssen jetzt auch hier eine Maske tragen. Eine Situation, die in verschiedensten Foren bereits heftig diskutiert wird, zu der Jerome Biehle aber keine Alternative sieht.

Gesamtschüler können auf dem Schulhof tief durchatmen

„Jetzt haben alle Schüler zeitgleich Unterricht. Deshalb kann im Unterricht der geforderte Mindestabstand von mindestens 1,50 Meter nicht eingehalten werden“, so Biehle. Mit der Folge, dass nach der Landesvorgabe alle Schülerinnen und Schüler auch im Unterricht eine Maske tragen müssen.

Dass diese Situation gerade für sehr junge Schüler zu einem Problem werden kann, ist der Schulleitung und dem Lehrerkollegium durchaus bewusst. Deshalb sind die Kolleginnen und Kollegen am Montag ermutigt worden, „zwischendurch auf den Schulhof zu gehen.“ Hier sei der Mindestabstand möglich, sodass die Schüler ohne Maske tief ein- und ausatmen können.

Aber wie geht die Schule mit Kindern um, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen dürfen? „Bislang hatte wir noch nicht einen derartigen Fall“, sagt der Schulleiter. „Wenn er eintrifft, werden wir eine individuelle Regelung finden.“ Eine Möglichkeit könne sein, dass die entsprechenden Schülerinnen und Schüler über ihr Schul-Notebook von Zuhause aus zugeschaltet werden. Die Leistungsüberprüfung müsse aber in der Schule erfolgen.

Handwaschbecken und Papierhandtücher auch in Klassenräumen

Ein großes Thema in der Coronakrise ist die Desinfektion, welche Möglichkeiten gibt es denn in der Schule? Hier setzt die Gesamtschule auf die bereits vor den Ferien geltenden Regelungen. Die Schüler desinfizieren ihre Hände in den Eingangsbereichen und zudem beim Betreten der Mensa. Zudem verfügen fast alle Klassenräume über Handwaschbecken. „Hier stehen Seife und Papierhandtücher bereit“, sagt Jerome Biehle. Zudem müssen die Gesamtschüler die Hände waschen beim Betreten von Fachräumen mit Versuchen (Chemie, Biologie).

Unterschiedliche Wege gehen Grund- und Gesamtschule bei der inneren Organisation. Die Wieschhof-Grundschule behält die weit vor den Sommerferien eingeführte „Einbahnstraßenregelung“ im Gebäude bei, an der Gesamtschule ist das Sicht von Jerome Biehle angesichts der „vielen Schülerinnnen und Schüler sowie der baulichen Situation nicht möglich.“

An der Grundschule hat jede Klasse einen eigenen Treffpunkt

Unterschiede gibt es auch beim Schulbeginn. An der Gesamtschule fangen alle zur gleichen Zeit an. Der Schulleiter begründet das vor allem auch mit der großen Zahl der Fahrschüler. Das hat zur Folge, dass auch alle Gesamtschüler zur gleichen Zeit Pause haben.

Einen großen Aufwand betreiben Petra Deuker und ihr Team im Sinne des Schutzes vor einer Coronaerkrankung. Gab es vor den Ferien noch acht verschiedene Anfangszeiten, hat jetzt jede Klasse ihren eigenen Treffpunkt. Damit es beim Schulstart nicht trubelig wird, gehen die Mädchen und Jungen an der Wieschhofschule leicht zeitlich versetzt innerhalb von fünf Minuten in ihre Klasse.

Auch hier haben alle Kinder zur gleichen Zeit Pause. Sie profitieren von den enorm großen Freiflächen. Im Sinne des Coronaschutzes hat die Schule verschiedene Flächenbereiche festgezerrt. „Die Kinder rotieren täglich auf einen anderen Abschnitt“, sagt Rektorin Petra Deuker. So werde gewährleistet, dass die Kinder im Laufe der Tage verschiedenste Bereiche wie etwa den Fußballplatz nutzen können.

So laufen die Einschulungsfeiern an der Grund- und an der Gesamtschule

Und was passiert, wenn es einem Kind trotz der aufwendigen Maßnahmen schlecht gehen sollte? „Dann informieren wir sofort die Eltern“, sagt die Rektorin. Das Kind werde am Eingang übergeben. Für verschiedenste Situationen (Schnupfen, Unwohlsein) gebe es eindeutige Vorgaben des Landes NRW.

Auf möglichst gutes Wetter hofft die Grundschule am Donnerstag bei der Begrüßung der neuen Erstklässler. Weil 107 Kinder neu in die Grundschule kommen, gibt es zwei Durchgänge um 9 Uhr und um 10 Uhr. „Maximal zwei Begleitpersonen können jeweils an der Feier teilnehmen“, sagt Petra Deuker.

Abstand halten, Masken tragen - auch an der Gesamtschule Olfen war das bei der Begrüßung der neuen Fünftklässler noch nie ein Thema. In Coroanzeiten muss sich die Schule umstellen.

Abstand halten, Masken tragen - auch an der Gesamtschule Olfen war das bei der Begrüßung der neuen Fünftklässler noch nie ein Thema. In Coroanzeiten muss sich die Schule umstellen. © Foto Thomas Aschwer

Auch an der Wolfhelm-Gesamtschule sind die Eltern bei der Begrüßung der neuen Fünftklässler eingeladen. Die Feier in Olfen beginnt dabei um 8.30 Uhr, in Datteln um 11 Uhr. „Die Kinder sollen einen angstfreien und mit Freude verbundenen Schulstart haben“, sagt Schulleiter Jerome Biehle.

Er hat auch noch eine „gute Nachricht“ für alle Gesamtschüler. Angesichts der hohen Temperaturen in diesen Tagen könnte zumindest am Mittwoch „Hitzefrei“ ein Thema werden.