Scheune an Füchtelner Mühle: Fahrradverleih und Toiletten für Touristen im Olfener Vorzeigeprojekt

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Was haben die Olfener davon, dass die Stadt für zwei Millionen Euro die Scheune an der Füchtelner Mühle zu einem großen Tourismuszentrum ausbaut? Eine Menge - wie die Pläne jetzt belegen.

Olfen

, 04.12.2019, 21:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Architektin Tanja Rudde vom Büro Farwick+Grote hatte im Bau- und Umweltausschuss „leichtes Spiel“: Einige wenige Bilder von der aktuellen Situation an der Füchtelner Mühle belegten den Handlungsbedarf. Unkraut wuchert, Wind und Wetter setzen den großen Scheunentoren zu. Der Bereich wirkt ungepflegt. Nicht mehr lange.

Ab Juni 2020 rücken Bauarbeiter an, um in gut 15 Monaten die lange und kaum genutzte Scheune in ein „Naturpark-Haus“ mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten zu verwandeln. Kostenpunkt: 2 Millionen Euro. Auf gar keinen Fall mehr. „Auf Überziehungen reagieren wir hier allergisch“, sagt der Ausschussvorsitzende Heinrich Vinnemann.

Fahrradverleih zieht vom Rathaus zur Füchtelner Mühle um

Im Gegenzug bekommen Touristen und Olfener ein Haus, das neue Möglichkeiten schafft und gleichzeitig Lücken schließt. Ein klassisches Beispiel: Wer eine Fahrt mit dem Floß Antonia auf der Stever gebucht hat, sollte möglichst kein „dringendes Problem“ haben. An der Anlegestelle gibt es nur eine mobile Toiletten-Kabine.

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Das neue Naturparkhaus schafft hier Abhilfe. Architektin Tanja Rudde hat hier Toiletten eingeplant. Für die Besucher des Hauses - und die vielen Touristen, die künftig hier ihre Radtour durch Olfen starten. Die Ausleihe der Fahrräder mitten in der Stadt am Rathaus gehört mit der Fertigstellung des Hauses im Herbst 2021 ebenfalls der Vergangenheit an.

Scheune an Füchtelner Mühle: Fahrradverleih und Toiletten für Touristen im Olfener Vorzeigeprojekt

Die lange Scheune bleibt in der Grundstruktur erhalten. Die Scheunentore soll aufgearbeitet werden. Dahinter sind künftig große Glasflächen. © farwick+grote Architekten BDA Stadtplaner

Von besonderem Interesse gerade auch für die Olfener dürfte die „Haus-in-Haus-Lösung“ mit einem klimatisierten Veranstaltungsraum sein. Um dieses „innere Haus“ mit vielen Nutzungsmöglichkeiten gruppieren sich künftig große Ausstellungsbereiche. Eingeplant ist auch ein Aquarium.

Die großen Scheunentore erfüllen auch in Zukunft wichtige Funktion

Eine kleine Teeküche, eine Garderobe, ein Technikbereich und großzügige Lagerflächen (auch im Obergeschoss) runden das Raumprogramm ab. Die jetzt vorgestellten Pläne zeigen zugleich auf, dass die Architekten die Grundstruktur des Gebäudes erhalten. Dazu gehören auch die großen Scheunentore.

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„Sie werden aufgearbeitet“, sagt Architektin Tanja Rudde. Sie werden nicht nur Zierde sein. Das Naturpark-Haus wird von April bis November bespielt. In den Wintermonaten werden die Tore vor die großen Fensterflächen geschoben. Sie halten Regen und Kälte und im besten Fall auch mögliche Einbrecher ab.

Bürgermeister Wilhelm Sendermann sieht in dem Naturparkhaus eine „Riesenchance“ für Olfen. Bis Ende des Jahres sollen alle Details geklärt sein, ab Anfang 2020 laufen die Ausschreibungen der Arbeiten.

Während die Folgekosten noch nicht detailliert berechnet sind, gibt es für den Bau positive Nachrichten. „Die Förderquote beträgt 80 Prozent, also 1,6 Millionen Euro“, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann.

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