Schloss Sandfort startet früh in die Spargelzeit

Fragen und Antworten

Auf den Spargelfeldern des Grafen Hagen vom Plettenberg an der Olfener Straße in Olfen herrscht rege Betriebsamkeit. Und das ist eine große Überraschung. So früh wie in diesem Jahr sei die Spargelsaison selten gestartet. Und das ist auch nicht überall der Fall. Vielerorts heißt es noch – warten. Hier ein Überblick.

OLFEN/BORK

, 30.03.2017, 12:01 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der erste Spargel sprießt auf den Spargelfeldern des Grafen Hagen vom Plettenberg an der Olfener Straße in Bork.

Der erste Spargel sprießt auf den Spargelfeldern des Grafen Hagen vom Plettenberg an der Olfener Straße in Bork.

Wo es das Stangengemüse aus eigenem Anbau bereits zu kaufen gibt und welche Arbeitsschritte momentan laufen, beantworten wir in einem Fragen und Antworten.

Wie ist der Stand der Dinge in der Region? Gibt es schon Spargel?

Gräfin Hagen vom Plettenberg hat die erlösende Nachricht: „Bei uns soll es am Freitag, 31. März, mit dem Verkauf losgehen.“ Denn an der Olfener Straße sprießt der Spargel. Das Angebot gelte aber selbstverständlich nur, solange der Vorrat reicht. Weißer und grüner Spargel aus eigenem Anbau werden im Hofladen des Schlosses Sandfort, Sandforter Straße, verkauft. Damit starte der Spargelverkauf am Schloss in diesem Jahr „besonders früh“ – fast drei Wochen früher als im vergangenen Jahr.

In der Warteschlange befindet sich der König des Gemüses allerdings noch auf dem Gemüsehof Bleckmann in Bork. „Kontrollieren, kontrollieren, kontrollieren“, beschreibt Hubertus Bleckmann seine derzeitige Aufgabe. Noch werde aber kein Spargel gestochen – vielleicht in der nächsten Woche, sagt Bleckmann.

Nicht in Erfahrung zu bringen war der Beginn der Spargelsaison auf den Höfen Tenkhoff und Schulze Kökelsum in Olfen.

Die einzelnen Spargel-Höfe in unserer Region sind hier markiert. Klicken Sie einfach auf ein Symbol - und schon bekommen Sie die Adresse und Infos zu dem jeweiligen Hof.

Welche Einflüsse auf den Spargelanbau spielen derzeit die größte Rolle?

Die Antwort ist eindeutig: „Die Temperatur ist der ausschlaggebende Punkt“, erklärt Christian Overkämping. Der 25-Jährige Volontärverwalter ist am Schloss Sandfort die rechte Hand von Verwalter Lars Hitscher und weiß, warum der Spargel schon gestochen werden kann.

„Wir hatten schon so viele warme Tage, die Temperatursumme unter den Folien ist erreicht.“ 21 Grad gilt als optimale Temperatur im Damm – so wird der Hügel, in dem der Spargel wächst, genannt. Zwei Folien sorgen dafür, diese Temperatur zu generieren.

Lässt der frühe Beginn eine Prognose für die Spargelsaison zu?

Ob es eine gute oder schlechte Saison werde, darüber lasse sich keine Aussage treffen. „Kommt ein Kälteeinbruch, kann es mit dem Stechen und somit natürlich auch mit dem Verkauf schnell wieder vorbei sein“, sagt Christian Overkämping. Auch Regen kühle den Boden ab und stoppe den Spargel in seinem Wuchs.

Was gilt für die Mitarbeiter auf den Spargelfeldern zu beachten?

„Bewaffnet“ mit Spargelmesser, Glätteisen, und Spargelkorb rücken die Mitarbeiter morgens auf die Fläche an der Olfener Straße aus. Aufgrund der Temperaturen sind sie ebenfalls ausgerüstet mit einem guten paar Handschuhe. Auf einem Hektar der insgesamt sechs Hektar großen Fläche kann gestochen werden. Hier sprießt der Spargel verfrüht.

Christian Overkämping erklärt, dass die Mitarbeiter darauf achten müssten, beim Stechen so nah wie möglich an der Stange zu stechen, um keine umliegenden Stangen zu zerstören. Diese Aufgabe werde allerdings im Verlauf der Saison schwieriger, da dann mehr Stangen gleichzeitig die Oberfläche erreichen würden. Das Glätteisen nutzen die Mitarbeiter in der Folge dazu, den Damm wieder glatt zu streichen.

Welche Schritte liegen zwischen der Arbeit auf dem Feld und dem Verkauf?

Was morgens gestochen werde, müsse noch am selben Tag verkauft werden, beschreibt Christian Overkämping die Vorgabe am Schloss. Vom Feld werde der Spargel zum Bauernladen gebracht. In einem hinteren Raum werde das Gemüse gewaschen, dann in einem Becken gekühlt und von einer Schneidemaschine auf 24 Zentimeter zugeschnitten. Danach folgt die Sortierung nach Güteklasse.

Und zu welchem Preis ist der Spargel dann im Verkauf?

Einen Preis pro Kilogramm kann Sabine Gräfin Hagen vom Plettenberg noch nicht nennen. Dafür weist sie auf eine Neuerung im Bauernladen hin. Neben Wein aus dem Rheingau, Erdbeeren, Kartoffeln und vielen kleinen Köstlichkeiten, die zum Spargel passen, wird in diesem Jahr den Kunden erstmals der Service angeboten, im Laden ein Spargelpaket an Freunde, Verwandte oder Bekannte verschicken zu können.

„Die Kunden wählen die Menge aus, nennen das gewünschte Versanddatum und wir verschicken innerhalb Deutschlands“, sagt die Gräfin. Sorgfältig verpackt, hielte sich der Spargel für die Dauer des Postweges frisch.

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