Schnellbus zwischen Münster und Datteln geplant

Regionale-Projekt

Von Münster bis Datteln. Wer in der Region auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist, muss viel Zeit und Geduld mitbringen. Jetzt gibt es die berechtigte Hoffnung auf eine bahnbrechende Verbesserung. Eine Schnellbuslinie, die das Ruhrgebiet mit dem Münsterland verbindet, könnte kommen. Wir haben nachgefragt.

OLFEN/SELM/NORDKIRCHEN

, 30.06.2015, 06:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Regionale 2016 hat das Projekt „Bewegtes Land“ mit dem A-Status versehen – und damit grünes Licht für Umsetzung gegeben.

Hinter „Bewegtes Land – Mobilität in die Fläche bringen“ stehen die Städte Haltern am See, Olfen, Selm, die Gemeinde Nordkirchen, der Regionalverkehr Münsterland und der Kreis Coesfeld. Mit dem Gemeinschaftsprojekt sollen der öffentliche Personennahverkehr in der Region attraktiver werden und neue Angebote entstehen, die auf die Bürger zugeschnitten sein sollen. 

Wir haben nachgehört, was konkret geplant ist:

Olfens Bürgermeister Josef Himmelmann berichtet über eine geplante Schnellbuslinie, die das Münsterland mit dem Ruhrgebiet verbinden soll. Es wäre ein Quantensprung. Wer bislang von Münster nach Datteln will, fährt mit dem Schnellbus erst einmal bis Lüdinghausen. Hier endet der Schnellbus. Mit dem nächsten Bus geht es nach Olfen. Hier muss er erneut umsteigen – in den Bus nach Datteln.

Mobilitätspunkt in Olfen

Werden die Pläne für die neue Linie umgesetzt, müssen die Fahrgäste auf dem Weg von Münster nach Datteln nicht ein einziges Mal umsteigen. Damit nicht genug. Das Projekt sieht eine Verknüpfung verschiedenster Verkehrsmittel vor.

Nach Aussage von Josef Himmelmann soll es in Olfen auf der Bilholtstraße in Höhe der früheren Sparkasse einen sogenannten „Mobilitätspunkt“ geben. An dieser Haltestelle des Schnellbusses sollen die Fahrgäste umsteigen können auf ein Fahrrad oder auf ein Auto, das sie mieten können.

Weitere Mobilitätspunkte sind in Nordkirchen und Capelle geplant. Wie Nordkirchens Bauamtsleiter Josef Klaas im Gespräch mit dieser Redaktion berichtet, soll es in dem Neubau auf der Fläche von Haus Westermann sogar eine Mobilitätszentrale geben. Es geht dabei um Fahrplanauskünfte, um den Verkauf von Fahrkarten sowie den Fahrradverleih. „Eventuell gibt es auch eine kleine Fahrradwerkstatt.“

Auch Postagentur in der neuen Zentrale

Einziehen wird in das neue Gebäude auch die Postagentur. Dazu soll es eine Verkaufsstelle für regionale Produkte geben. „Wir wollen hier auch Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen schaffen“, nennt Klaas einen weiteren wichtigen Aspekt. In Capelle plant die Gemeinde ein ähnliches Konzept – will allerdings nicht selbst als Betreiber fungieren.

Aktiv werden will die Gemeinde beim Zugang zu den Bahngleisen. Josef Klaas sieht nach jahrelangen Verhandlungen jetzt gute Chancen, dass eine Rampe gebaut wird, die auch Menschen mit Behinderungen oder Familien mit Kinderwagen den Zugang zu den Gleisen problemlos ermöglicht.  

Auch der Bürgerbus in Olfen ist Teil des Projektes "Bewegtes Land". 

Mehr Infos zur Regionale 2016 gibt es hier.

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