Schwerer Unfall mit zwei Toten in Vinnum: Einziger Überlebender ist außer Lebensgefahr

rnSchwerer Unfall

Nach dem schweren Unfall, bei dem am Dienstagabend, 30. April, ein Dortmunder und ein Selmer gestorben sind, hat die Polizei erste Ermittlungsergebnisse und die mögliche Ursache mitgeteilt.

Vinnum, Selm, Dortmund

, 03.05.2019, 13:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach den ersten Ermittlungen ist jetzt klar, wer den Wagen gefahren hat. „Bei dem Fahrer handelt es sich um einen 38-jährigen Selmer“, teilt die Pressestelle der Kreispolizei Coesfeld mit. Der Selmer befinde sich inzwischen außer Lebensgefahr im Krankenhaus. Er werde noch zum Unfallhergang vernommen.

Weiter erklärt die Polizei zu dem 38-jährigen Selmer: „Es gab Hinweise auf eine Beeinflussung durch Alkohol oder Drogen.“ Die Ergebnisse der beim Fahrer entnommenen Blutproben liegen jedoch noch nicht vor.

Schwerer Unfall mit zwei Toten in Vinnum: Einziger Überlebender ist außer Lebensgefahr

Die Lützowstraße musste wegen der Unfallaufnahme und den Rettungsmaßnahmen lange gesperrt werden. © Andre Braune (Archiv)

Mitfahrer womöglich nicht angeschnallt

Nach Zeugenaussagen war der VW Polo mit offensichtlich überhöhter Geschwindigkeit ausgangs einer leichten Linkskurve von der Straße abgekommen, hatte sich überschlagen und war total demoliert auf einem Acker liegen geblieben, so die Polizei.

Ein 38-jähriger Dortmunder wurde laut Polizei aus dem Wagen geschleudert und starb an Ort und Stelle. Auch an Ort und Stelle starb der 48-jährige Selmer als Beifahrer im Auto.„Fahrer und Beifahrer mussten von Ersthelfern aus ihren Gurten befreit werden; der Passagier auf der Rückbank dürfte nicht angeschnallt gewesen sein“, teilt die Polizei weiter mit.

Um die Frage zu klären, ob das Auto zum Zeitpunkt des Unfalls einen Defekt hatte, der mit dazu beigetragen hat, dass es zum Unfall kam, hat die Polizei nun einen Gutachter hinzugezogen: Er werde zum technischen Zustand des Unfallwagens Stellung nehmen.

Zweiter Alleinunfall mit tödlichem Ausgang

Unfälle wie der am Dienstagabend in Vinnum auf der Lützowstraße stuft die Polizei als sogenannte Alleinunfälle ein. Weil dabei nur ein Fahrzeug beteiligt ist. Der Unfall in Vinnum war laut Polizeisprecher Rolf Werenbeck-Ueding der zweite Alleinunfall in diesem Jahr im Kreis Coesfeld mit tödlichem Ausgang. In Nottuln-Appelhülsen sei in diesem Jahr bereits ein Fahranfänger gestorben.

Gründe für Alleinunfälle sind vielfältig: „Manchmal ist Alkohol im Spiel, manchmal war es ein Fahrfehler oder überhöhte Geschwindigkeit“, führt der Sprecher aus. Zuweilen kann es aber auch ein defekt am Fahrzeug sein, der zum Unfall führt. „Manchmal bleiben aber auch Fragen offen.“ Wobei Polizei und Gutachter alles daran setzen, alle Fragen zu beantworten, versichert Werenbeck-Ueding.

Digitale Spurenvermessung

Um das zu leisten, bediene sich die Polizei des sogenannten Monobildverfahrens. Laut Werenbeck-Ueding handelt es sich um eine digitale Unfallspurenvermessung. Dabei werden auf der Fahrbahn an der und rund um die Unfallstelle Unfallspuren mit Sprühkreide markiert. Messfeld für Messfeld wird letztendlich zu einem Bild (Monobild) zusammengesetzt.

„So können wir vermessen, wie die Unfallspuren zueinander liegen.“ Zentimetergenau können so zum Beispiel Bremsspurenbeginn, Kollisionspunkt oder Endlage des Unfallfahrzeuges festgelegt werden. Es gebe sogar Gutachter, die sich dieser Vermessungsergebnisse bedienen, sagt Rolf Werenbeck-Ueding.

Dieses Vermessungsverfahren sei auch dazu geeignet, bei möglichen Ortsterminen hinzugezogen zu werden. Denn die Polizei legt an der Unfallstelle einen Anhaltspunkt fest, etwa einen Gullideckel, dessen Lage dann vor Ort gemeinsam mit den Messbildern zentimetergenau nachvollziehen lässt, wie sich das Unfallgeschehen abgespielt hat.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt