Sexueller Übergriff an Flüchtlingsunterkunft Olfen?

Mann griff Frau an

Vor der Flüchtlingsunterkunft in Olfen-Vinnum hat es am Dienstag offenbar einen sexuellen Übergriff gegeben. Ein männlicher Flüchtling versuchte demnach über einen weiblichen Flüchtling herzufallen und flüchtete dann. Die Polizei setzte einen Hubschrauber ein, nahm einen Mann fest - und nannte am Mittwoch den aktuellen Stand der Ermittlungen.

OLFEN

, 01.06.2016, 13:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Laut Polizei geschah der Vorfall am Dienstag um 17.55 Uhr: Eine 30-Jährige aus der Flüchtlingsunterkunft ging demnach nach draußen und wollte eine Zigarette rauchen. Dort sei ein 33-Jähriger Mann - ebenfalls Bewohner der Unterkunft - über sie hergefallen, habe sie am Arm gepackt, küssen und zu Boden ziehen wollen.

Welche Informationen gibt es über den mutmaßlichen Täter?

„Der Mann war einige Wochen in der Unterkunft“, sagt auf unsere Anfrage Christoph Schlütermann. Er sei dann allerdings abgetaucht. DRK-Kreisvorstand Schlütermann weist auf die Freizügigkeit für die hier lebenden Menschen. „Vor drei Wochen haben wir ihn dann aus der Liste genommen.“

Gibt es weitere Erkenntnisse über den Mann?

Christoph Schlütermann berichtet, dass das Rote Kreuz als Betreiber der Unterkunft in dem von dem Mann bewohnten Bereich eine zweite Meldebescheinigung fand.

Hat dieser Fund wichtige Erkenntnisse gebracht und wie hat das Rote Kreuz darauf reagiert?

Das DRK ist nach dem Fund sicher, dass der Mann aus Marokko kommt. Bei seiner ersten Registrierung hatte der 33-Jährige hingegen angenommen, syrischer Flüchtling zu sein. Zudem soll er nicht seinen richtigen Namen angegeben haben. Diese Informationen meldete das Rote Kreuz der Polizei.

Lebte der Mann zuletzt wieder in der Vinnumer Unterkunft?

„Der Mann war nicht mehr Bewohner der Unterkunft, ist aber wieder nach Vinnum gekommen, jedoch von dem Gelände der Notunterkunft verwiesen worden“, sagt Schlütermann. Wo und wann er sich zwischenzeitlich aufgehalten hat und dann wieder gemeldet hat, kann das DRK nicht nachvollziehen.

Was ist nach Erkenntnissen von Polizei und DRK am Dienstag genau passiert?

Im Polizeibericht steht, dass der „33-jährige Zuwanderer marokkanischer Herkunft die Frau an den Armen packte. Er wollte sie offensichtlich küssen und auf den Boden ziehen.“ Nach Informationen des DRK "beleidigte und begrapschte" er die Frau „massiv. Nach ersten Informationen ist die Frau nicht vergewaltigt worden.“

Was ist dann passiert, wie konnte sich die Frau befreien?

„Möglicherweise ließ er von ihr ab, weil eine Spaziergängerin mit einem Hund vorbei kam“, schreibt die Polizei. Der Mann entfernte sich zu Fuß, die Frau ging zurück in die Notunterkunft und meldete den Angriff.

Wie geht es jetzt dem Opfer?

„Die Frau ist wieder im Camp. Sie ist sehr schockiert“, sagt auf unsere Anfrage Christoph Schlütermann. Er kündigte zugleich „alle möglichen Hilfen“ für das Opfer an.

Wie konnte der Mann gefasst werden?

Die Polizei hat sofort eine Fahndung eingeleitet. Dabei kam auch ein Hubschrauber zum Einsatz. Der Zuwanderer wurde schließlich in der Nähe der Notunterkunft festgenommen.

Was ist danach mit dem Mann passiert?

Er kam ins Polizeigewahrsam in Dülmen. Dort sollten am Mittwoch weitere Vernehmungen stattfinden. Dann steht die Entscheidung an, ob er dem Haftrichter vorgeführt wird,

Sieht das DRK Möglichkeiten, derartige Taten künftig zu verhindern?

Kreisvorstand Christoph Schlütermann sagt, dass es natürlich oberstes Ziel sei, alle Menschen zu schützen. „Aber wir können nicht verhindern, dass so etwas passiert.“ Im konkreten Fall habe der Übergriff nicht in der Notunterkunft, sondern vor dem Gelände stattgefunden. 

So entwickelte sich der Fall weiter

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