Silvia Zöllner: „Es lag nicht am schlechten Wetter, dass es keinen Mittelaltermarkt gab“

Mittelaltermarkt in Olfen

Wegen des schlechten Wetters konnten keine mittelalterlichen Stände beim Adventsmarkt aufgebaut werden, sagen die Veranstalter. Silvia Zöllner von der Gruppe „Draco Saxum“ sieht das anders.

Olfen

, 12.12.2018, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Den Mittelaltermarkt auf Gut Eversum organisiert Silvia Zöllner seit acht Jahren.

Den Mittelaltermarkt auf Gut Eversum organisiert Silvia Zöllner seit acht Jahren. © Marie Rademacher

Ein Mittelaltermarkt sollte den Olfener Adventsmarkt am Wochenende komplettieren. Doch daraus wurde nichts. „Bei dem strömenden Regen und dem starken Wind konnte die Gruppe nicht aufbauen“, erklärte Barbara Schulte, die den Adventsmarkt mit dem Werbering Olfen organisierte, am Montag. Silvia Zöllner von der keltischen Gruppe „Draco Saxum“, die sich um die Organisation des Mittelaltermarktes gekümmert hat, möchte das so nicht stehen lassen.

„Es lag nicht am schlechten Wetter, dass es keinen Mittelaltermarkt gab“, sagt sie. Vielmehr habe es an den Gegebenheiten vor Ort gelegen. „Unser Sonnensegel konnten wir nicht aufbauen, weil wir bei den großen Heringen Angst um das Kopfsteinpflaster vor der Kirche hatten“, erzählt Silvia Zöllner, die seit acht Jahren den Mittelaltermarkt auf Gut Eversum organisiert. Hinter der Kirche, wo kein Kopfsteinpflaster liegt, sei es dann am Freitag tatsächlich zu windig gewesen. Aber: „Das Sonnensegel hätten wir nicht unbedingt gebraucht.“

Aufbau auf Samstag verschieben?

Den Aufbau der Marktstände hätte man auch am Samstag nachholen können, so Silvia Zöllner. Doch dann habe es ein viel größeres Problem gegeben. Manfred Schleicher reiste mit einem großen Lkw und vier Mitarbeitern aus Nürnberg an. Im Gepäck hatte er die Taverne, einen Fleisch- und einen Verkaufsstand sowie Lebensmittel und ein Kinderkarussell - die aufwändigsten Aufbauten des Mittelaltermarktes. „Damit musste am Freitag begonnen werden, sonst ist das gar nicht zu schaffen“, erklärt Silvia Zöllner.

„Ich bin sieben Stunden angereist“, erzählt Manfred Schleicher. „Dann kam der Herr vom Werbering später als verabredet und unsere Übernachtung war auch noch nicht geklärt.“ Ursprünglich habe man ihm und seinen Mitarbeitern ein Haus angeboten, dann eine Weihnachtsmarkthütte und schließlich ein Zelt. „Also wir sind ja mit wenig zufrieden, aber nach so viel Arbeit in einem zugigen Zelt schlafen, das machen wir nicht.“

Zwei Stunden auf eine Lösung gewartet

Und dann das nächste Problem: Weder Strom- noch Wasserleitungen waren für die mittelalterlichen Stände gelegt worden. „Ich hätte aber eine Möglichkeit gebraucht, um meine Lebensmittel zu kühlen und, weil es spätnachmittags war, auch eine Lampe zum Aufbau“, sagt Manfred Schleicher. Doch von dem Elektriker, der den Stromkasten aufschließen sollte, sei keine Spur gewesen. Zwei Stunden habe er abgewartet, dann habe er sich auf den Heimweg gemacht, so Manfred Schleicher. „Niemand fühlte sich zuständig. Ich mache das seit fünf Jahren hauptberuflich - so etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Und weil die größten Aufbauten fehlten, sagte Silvia Zöllner den Mittelaltermarkt schließlich ab. Ein Schmuckstand, der schon aufgebaut worden war, sei wieder abgebaut worden, weil die Händlerin nicht alleine auf dem Markt stehen wollte. Nur die Musiker wollten auftreten und die Falknerin habe sie nicht mehr erreicht, um ihr abzusagen, sagt Silvia Zöllner.

Werbering muss die Bezahlung übernehmen

Normalerweise hätte Silvia Zöllner zehn Prozent von den Einnahmen jedes Standes bekommen und davon die Attraktionen des Mittelaltermarktes bezahlt. „Aber weil er ausgefallen ist, musste der Werbering die Kosten tragen“, erklärt sie. 150 Euro für die Musiker und 50 Euro für die Falknerin sollte der Werbering bezahlen. „Aber die Falknerin hat kein Geld bekommen“, sagt Silvia Zöllner. „Da haben wir - und das machen wir sonst nie - von den Zuschauern Geld gesammelt. Damit konnte sie wenigstens ihre Spritkosten decken.“

Zu den Aussagen von Silvia Zöllner und Manfred Schleicher wollte sich Barbara Schulte vom Werbering auf Anfrage nicht ausführlich äußern. „Es war alles so, wie ich es erzählt habe“, erklärt sie. Warum sich die Veranstalter des Mittelaltermarktes nun so äußern, verstehe sie nicht.

Lesen Sie jetzt

Als Attraktion beim diesjährigen Adventsmarkt hatten die Veranstalter einen Mittelaltermarkt angekündigt. Doch anstelle zahlreicher Markstände kamen nur eine Musikgruppe und eine Falknerin. Von Carolin West

Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Karnevalsumzug Nordkirchen
„Der Müller ist verrückt“: Wie vor über 40 Jahren die Idee für den Karnevalsumzug entstand