Skifreizeit, Mottotage und Englandfahrt fallen aus: Folgen des Corona-Falls am Cani

rnGymnasium Canisianum

Ein Lehrer vom Canisianum in Lüdinghausen ist am Coronavirus erkrankt: Das hat Folgen für die Schule. Bis zum 18. März hat sie geschlossen. Und jetzt steht auch fest: Auch Klassenfahrten fallen aus.

von Peter Werth

Olfen, Nordkirchen, Selm

, 09.03.2020, 14:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Montagmorgen am Canisianum sieht in der Regel ganz anders aus. Da stürmen Mädchen und Jungen über die Flure in ihre Klassen, die Pädagogen packen im Lehrerzimmer ihre sieben Sachen zusammen, um in den Unterricht zu gehen. Am Montag (9. März) war das ganz anders – gähnende Leere und absolute Stille. Und das soll bis zum 18. März (Mittwoch) so bleiben. Ein in Münster lebender Lehrer der Schule hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Daraufhin hat der Kreis Coesfeld in Absprache mit dem Gesundheitsamt des Kreises noch am Sonntag (8. März) die vorsorgliche Schließung der Schule angeordnet.

„Ich habe am Sonntag mehrfach mit den Ordnungsämtern des Kreises und der Stadt Lüdinghausen sowie mit dem Gesundheitsamt telefoniert“, schildert Schulleiter Michael Dahmen die Situation, nachdem er von dem betroffenen Kollegen über dessen Corona-Infektion Kenntnis erhalten habe. Der hatte sich schon am vergangenen Donnerstag (5. März) krank gemeldet. Das Ergebnis des Corona-Tests habe dann am Sonntag vorgelegen.

„Situation für uns alle nicht angenehm“

Nach dieser Mitteilung seien zunächst die Lehrer per E-Mail über den Vorfall informiert worden. Die wiederum hätten dann per Klassen-Mail Schüler und Eltern über die Schulschließung in Kenntnis gesetzt. Zeitgleich, so der Schulträgervorsitzende Dr. Kurt Stoffel, sei die Nachricht auf der Homepage der Schule platziert worden. „Die Situation ist für uns alle nicht angenehm, aber wir sollten sie ohne Aufgeregtheit annehmen“, heißt es dort. Gleichwohl nehme die Schule die Situation „nicht auf die leichte Schulter“.

Alle Schüler, Lehrer und andere Mitarbeiter des Cani sollen sich auf Anweisung der Ordnungsbehörden bis zum 18. März in eine „freiwillige häusliche Isolation“ begeben. Betroffen von dieser Lage seien rund 700 Personen, so Dahmen. Das sei eine „reine Vorsichtsmaßnahme“, betonte Christoph Schlütermann. Der ist nicht nur Mitglied im Cani-Schulträgerverein, sondern auch DRK-Kreisvorstand und mit der Coronavirus-Thematik bestens vertraut.

Skifreizeit, Mottotage und Englandfahrt fallen aus

Die zeitweise Schließung der Schule bedeutet allerdings nicht, dass die Kinder und Jugendlichen außerordentliche Ferien haben. Die Lehrer kontaktieren ihre Schüler über E-Mail und eine eigens eingerichtete Cloud, um den Unterrichtsausfall zu kompensieren. Dort werden für diese Zeit Aufgaben für zu Hause verteilt.

Entsprechende Vorbereitungen trifft derzeit Cani-Lehrer Martin Köller. „Das System Schule sollte weiterlaufen“, betont Dahmen. Er selbst hält gemeinsam mit der Schulsekretärin in dieser Zeit im Cani selbst die Stellung.

Auswirkungen auf die Abiturprüfungen seien indes nicht zu befürchten, so der Schulleiter. Die Vorklausuren in den Leistungskursen seien geschrieben, die in den Grundkursen müssten in dieser Zeit allerdings ausfallen.

Härter trifft es die geplanten Reisten. So fallen sowohl die Skifreizeit als auch die Englandfahrt der achten Jahrgangsstufe aus. Auch eine Fachexkursion der Lateiner der Q1 nach Rom – geplant für Mitte Mai – werde gestrichen, erklärt Dahmen mit der Corona-Lage in Italien.

Und ein Wermutstropfen für die angehende Abiturientia: Die Mottotage vom 1. bis 3. April entfallen ersatzlos. „Bei diesen Mottotagen lässt sich aufgrund der ausgelassenen Stimmung Körperkontakt nicht verhindern“, wird dies in einem weiteren Schreiben an die Cani-Eltern und -schüler begründet. Daher könne die Schule nicht anders reagieren, sind sich Leiter und Trägervertreter einig.

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