So diskutierte Vinnum über die Zukunft des Dorfes

Entwicklungskonzept

"Wir haben die Chance, Vinnum für die nächsten Jahre zu entwickeln", sagte Bürgermeister Wilhelm Sendermann am Montagabend bei einer offenen Runde im Restaurant "Mutter Althoff". Bürger waren eingeladen, über die Zukunft des Dorfes zu diskutieren. Wir geben einen Überblick, welche Themen und Ideen aufkamen.

VINNUM

, 20.09.2016, 17:35 Uhr / Lesedauer: 3 min
So diskutierte Vinnum über die Zukunft des Dorfes

Arbeitsgruppe im Pfarrheim.

Ein Gesamtkonzept für den Olfener Ortsteil soll entwickelt werden. Und dabei sei das Meinungsbild der Vinnumer wichtig, so Bürgermeister Sendermann. "Ich möchte viel Vinnumer Input für die Pläne haben." Die Ideen wolle man demnächst bewerten, dann solle ein Plan für Vinnum entstehen, der Richtschnur und roter Faden für die nächsten Jahre sei.

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Vinnum diskutiert über die Zukunft des Dorfes

Über die Zukunft des Dorfes diskutierten die Vinnumer am Montagabend mit Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Vorschläge aus der Politik und Ideen der Bürger wurden gleichermaßen besprochen.
22.09.2016
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Vor der Arbeitskreissitzung gingen die Gruppen erst einmal ein Stück durch Vinnum.© Foto: Theo Wolters
Viele Vinnumer kamen zum Workshop.© Foto: Theo Wolters
Arbeitsgruppe bei Mutter Althoff.© Foto: Theo Wolters
Arbeitsgruppe im Pfarrheim.© Foto: Theo Wolters
Arbeitsgruppe im Pfarrheim.© Foto: Theo Wolters
Arbeitsgruppe im Westfalia-Vereinsheim.© Foto: Theo Wolters
Bürgermeister Wilhelm Sendermann bei der Arbeitsgruppe im Westfalia-Vereinsheim.© Foto: Theo Wolters
Vor der Arbeitskreissitzung gingen die Gruppen erst einmal ein Stück durch den Ort.© Foto: Theo Wolters
Schlagworte Olfen

Der Bürgermeister brachte einige Ideen ins Gespräch, ein Dorfgemeinschaftshaus oder Altenwohnungen etwa. Die Vinnumer waren aber nicht gekommen, um nur Ideen des Bürgermeisters entgegenzunehmen. Sie wollten selbst welche einbringen und entwickeln. Dazu bildeten sie Arbeitsgruppen. Wir geben einen Überblick über die Themen des Abends:

Thema Freizeit

Bürgermeister Wilhelm Sendermann hatte angeregt, doch zu überlegen, ob der jetzige Spielplatz an der richtigen Stelle sei. Er bracht den Bereich des Kindergarten ins Gespräch. Teilnehmer äußerten den Wunsch, einen Spielplatz für Kleinkinder zu schaffen. Man müsse aber auch an die Jugend denken. So kam der Vorschlag, die Geräte von der jetzigen Anlage in Olfen in Vinnum aufzubauen, wenn in Olfen ein Skaterpark entsteht.

Radfahren ist ein beliebte Freizeitgestaltung im Dorf. So wünschen sich die Vinnumer, dass ihr Ortsteil an die Radroute Rund um Olfen angeschlossen wird. Ganz wichtig ist für sie auch ein Radweg in Richtung Schloss Sandfort. Die Vinnumer können sich auch neue Wege, kleine Pättken, in ihrem Ortsteil vorstellen. So sollte man über ein Pättken abseits der Straßen in Richtung Sportgelände nachdenken.

 

Thema Haus für die Dorfgemeinschaft

Die Idee eines Dorfgemeinschaftshauses wird durchaus begrüßt. Doch an welchem Standort? Da gehen die Meinungen auseinander. Vorgeschlagen wurde das Gelände am Sportplatz. Es gab auch die Meinung, so ein Haus müsse in der Nähe der Kirche sein. Vorstellbar ist eine Erweiterung des Pfarrheims. Auch das Haus Rath wurde genannt.

Möglich sei auch ein Gemeinschaftshaus am jetzigen Standort der Feuerwehr. Und man solle über ein neues Feuerwehrhaus im Gewerbegebiet nachdenken. Bürgermeister Wilhelm Sendermann betonte, ein Dorfgemeinschaftshaus müsse dann auch mit Leben gefüllt werden: „Warum sollen sich Doppelkopfklubs dann nicht dort treffen?“ In einem solchen Haus müssten die Getränke dann auch bezahlbar sein.

 

Thema Wohnen

Wilhelm Sendermann äußerte seine Idee, in Vinnum Seniorenwohnungen zu errichten. Dem schlossen sich am Montag viele Vinnumer an. Vorstellen können sie sich aber auch weiteren Raum für den Bau von Häusern. Der Bürgermeister betonte, neue Baugebiete seien bei der Bezirksregierung nicht durchzusetzen.

Denkbar sei trotzdem, Möglichkeiten für Vinnumer zu schaffen. Ein Teilnehmer hatte einen besonderen Vorschlag. Man solle doch die Industriebrache, gemeint ist das Hüning-Gelände, zu einem Wohngebiet umwandeln.

 

Thema Versorgung

Ein Lebensmittelgeschäft gibt es in Vinnum seit einigen Jahren nicht mehr. Auch die Vinnumer können sich nicht vorstellen, dass sich ein Geschäft wieder in Vinnum ansiedelt, auch wenn dies wünschenswert wäre. So wurde zum Beispiel ein kleiner Wochenmarkt auf dem Parkplatz von Mutter Althoff ins Gespräch gebracht.

Man solle fahrende Lebensmittelhändler ansprechen, ob sie sich nicht einen Wochenmarkt in Vinnum vorstellen können. Im Gespräch ist auch ein Dorfladen, wo man Lebensmittel bestellen kann. Sie müssten dann nach Vinnum in einen Dorfladen gebracht werden, wo die Bürger ihre bestellten Waren dann abholen. Für diese Idee müsste man mit größeren Lebensmittelgeschäften Gespräche führen.

Froh sind die Vinnumer, dass sie bald schnelles Internet bekommen. Wilhlem Sendermann erklärte, dass dies sicherlich im kommenden Jahr möglich sei. Die Olfenkom werde in naher Zukunft zur einer Versammlung einladen, wo dann Einzelheiten besprochen werden. Es wurde der Wunsch geäußert, auch über den Anschluss außerhalb liegender Bauernhöfe nachzudenken.

 

Thema Straßenverkehr

Der Verkehr in Vinnum war in allen Arbeitsgruppen ein wichtiges Thema. Ängste vor noch mehr LKW-Verkehr haben die Vinnumer, wenn die Lippebrücke ausgebaut wird. Schon jetzt gebe es viel LKW-Verkehr. Die Fahrzeuge seien viel zu schnell unterwegs. Gewünscht wird ein fester Starenkasten zum Beispiel im Bereich des Kindergartens.

Ein zweiter Kreisverkehr im Bereich der Kirche wird positiv gesehen. Allerdings solle man den neuen Kreisverkehr so bauen, dass die Verkehrsteilnehmer auch wirklich stoppen müssen. So sollte auch der bestehende Kreisverkehr verändert werden. Denn zurzeit sei es von Olfen möglich, durch den Kreisverkehr in Richtung Vinnum zu fahren ohne abzubremsen.

Nachdenken solle man über Zebrastreifen im Bereich der Kreisverkehrs. Viele Vinnumer wünschen sich auch Tempo 30 im gesamten Ort. Unterschiedlich gesehen wird die bestehende Querungshilfe. Einige Teilnehmer waren der Ansicht, sie sei nur dafür da, um bei Geschwindigkeitskontrollen Geld in die Kassen zu bekommen.

Andere Teilnehmer halten sie für sinnvoll, wünschen sich Querungshilfen auch an anderen Stellen. Thema war auch der Bürgerbus. So ist eine zeitliche Ausweitung des Angebots ein Wunsch vieler Vinnumer. Gewünscht wird sich auch eine Anbindung zum Bahnhof Bork und an die künftige Schnellbuslinie von Münster nach Datteln.

So geht es weiter
Gemeinsam mit dem Büro farwick+grote aus Ahaus werden die Vorschläge bewertet. Entstehen soll ein erster Plan, der den Vinnumern im November bei einer Versammlung vorgestellt werden soll. Sendermann: „Auch dann können wir über verschiedene Punkte noch diskutieren.“
Anfang 2017 sollen die Ergebnisse dann in den politischen Gremien diskutiert werden. Schließlich wird der Rat entscheiden. Die Verwaltung bemüht sich zudem um Fördermittel für verschiedene Projekte.

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