So soll die Integration der Flüchtlinge in Olfen besser gelingen

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Das Dach über dem Kopf ist gesichert, warme Mahlzeiten gibt es auch - doch wie geht das Leben der rund 200 Olfener Flüchtlinge weiter? Die Stadt fährt eine Doppelstrategie.

Olfen

, 23.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Rappelvoll war die Stadthalle im Spätsommer 2015, als die Pläne für eine Notunterkunft auf dem Hüning-Gelände vorgestellt wurden. Bis zu 320 Menschen konnten hier vorübergehend leben. Nur ein Jahr später begann der Abbau, doch die wichtigste Arbeit blieb - die Integration der Menschen. „Es ist eine Daueraufgabe“, sagt DRK-Vorstand Christoph Schlütermann. Aktuell geht es aus Sicht von Bürgermeister Wilhelm Sendermann vor allem darum, die rund 115 Menschen mit einem Bleiberecht in den örtlichen Arbeitsmarkt zu integrieren, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann.

Damian Hallas ist der neue Integrationsbeauftragte

Die Stadt plant deshalb für die nächsten zwei Jahre eine zusätzliche halbe Stelle, um Arbeitgeber und Neu-Olfener besser zusammen zu bringen. Parallel läuft dazu die „allgemeine Integration“ - allerdings neu strukturiert. War die bisherige Integrationsbeauftragte Mary Marcellus bei der Stadt Olfen beschäftigt, ist die Mutterschaftsvertretung Damian Hallas beim Roten Kreuz angestellt. Seit dem 1. April ist der 33-jährige Sozialpädagoge in Olfen Ansprechpartner für Flüchtlinge. Sein Büro ist im Marienstift, um so direkt ansprechbar zu sein. Regelmäßig ist er in der Einrichtung am Vinnumer Landweg, um den Menschen als „erste Anlaufstelle“ mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Hallas agiert dabei vor allem als Vermittlungsperson.

Rotes Kreuz hat in den Jahren viele Kompetenzen aufgebaut

Die Anliegen und Probleme der Flüchtlinge sind vielfältig. Es geht immer wieder um das Bleiberecht, um die Teilnahme an Sprachkurse oder viele andere Detailfragen. Wichtigste Ansprechpartnerin ist dabei Stefanie Benting, die Leiterin des Fachbereichs Arbeit, Soziales und Integration bei der Stadt Olfen. Der neue Integrationsbeauftragte profitiert aber auch vom großen Netzwerk des DRK-Kreisverbandes. „Damian Hallas nimmt einmal in der Woche an der Teamsitzung in Coesfeld teil“, sagt Christoph Schlütermann. Denn das DRK übernimmt diese Integrationsaufgabe bereits in Nordkirchen, Billerbeck und Coesfeld. Alle Kommunen profitieren davon, dass das Rote Kreuz in den vergangenen Jahren „viele Kompetenzen“ (Schlütermann) aufgebaut.

Schwierige Suche nach Wohnraum in Olfen

Für die Olfener Stadtverwaltung bleiben eine Reihe weiterer dringender Aufgaben. Eine große Herausforderung ist, Wohnraum zu finden. Mittlerweile hat die Stadt 14 Wohnungen angemietet, fünf bis sechs weitere Wohnungen haben Flüchtlinge selbst gemietet. Die weitere Suche gestaltet sich allerdings ausgesprochen schwierig, denn die Nachfrage ist in Olfen sehr groß, das Angebot hingegen knapp. Auf mittlere Sicht dürfte sich die Situation nicht entspannen, denn für Donnerstag waren zwei neue Zuweisungen angekündigt.

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