So war die Premiere des neuen Stücks von Theater Pur

Theater in Olfen

Am Freitag feierte das neue Stück von Theater Pur Premiere. Dabei gab es Spannung bis zum Schluss - aber auch viel zu lachen.

Olfen

, 31.03.2019, 16:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Szene mit Jennifer Sämann, Tobias Restel, Daniela Schulz und Erich Walter (v.l.).

Szene mit Jennifer Sämann, Tobias Restel, Daniela Schulz und Erich Walter (v.l.). © Antje Pflips

Das viele Auswendiglernen und Üben haben sich gelohnt. Am Freitag feierte die Amateurbühne Theater Pur mit ihrem neuen Stück „Schau nicht unter‘s Rosenbeet“ in der Stadthalle Olfen Premiere. Nach mehreren Komödien und Lustspielen war es dieses Mal ein Thriller, verbunden mit einer gehörigen Portion Komik.

Es wurde geschossen, gewürgt und erstochen, doch nicht ohne jene Prise schwarzem Humor, der vielen britischen Comedy-Thrillern eigen ist. Keiner wusste, wer war tot? Wer lebt noch? Wer wird der nächste sein, der dran glauben muss? Und, vor allem: Wer ist der Mörder? Die Lösung bleibt bis ans Ende offen.

Streit über Testament

Das Stück von Norman Robbins spielt in drei Akten im Hause der sehr seltsamen Familie Henk. Nach dem Tod von Vater Septimus Henk soll das Testament eröffnet werden, bei dem niemand aus der Verwandtschaft bedacht wird, sondern nur die Romanschreiberin Ermentrud Ash. Das lässt sich die Sippe nicht gefallen und das Morden beginnt.

Geheimnisse ranken sich um das Haus und ihre Anwohner. Schritt für Schritt und in kleinen Häppchen serviert, erfuhren die Zuschauer von deren Vorlieben und skurrilen Hobbys. Schon schnell wurde klar: Wehe dem, der sich in dieses Haus verirrt. Vor allem, nie Getränke oder Speisen annehmen – sie könnten vergiftet sein. Alle Darsteller haben durchweg überzeugt und ihre Rolle voll ausgefüllt.

„Die Truppe steigert sich von Jahr zu Jahr“, meinte anerkennend Norbert Schulte aus Lünen. Schon viele Male war er bei den Aufführungen dabei. Marcus Dorweiler führte nicht nur Regie, er selbst spielte auch den naiven Sekretär Peregrine Potter. Viel Mut bewies er mit seiner Umkleideszene.


Neu im Ensenble

Mit großer Mimik verkörperte er den treuen Begleiter der Miss Ash, dargestellt von Birgit Klemp. Doch sie ist nicht die, die sie vorgibt zu sein. Aber auch er ist nicht so unschuldig, wie er tut. Überzeugend spielte Daniela Schulz eine Tochter des Hauses, Emily Henk. Mit ihrer ruppigen, polternden und burschikosen Art und immer etwas zum Essen zwischen den Zähnen, wurde sie schnell zum Liebling des Publikums.

Schwester Anne wird von Monica angegriffen (r.). Perry schaut entgeistert zu. Dora ist schon tot. (l.)

Schwester Anne wird von Monica angegriffen (r.). Perry schaut entgeistert zu. Dora ist schon tot. (l.) © Antje Pflips

Rabea Dorweiler zerrte als naive Giftmischerin Dora ordentlich an den Nerven ihrer Geschwister. Neu im Ensemble und erstmals auf der Bühne stand Theo Wolters als durchgeknallter Bruder Marcus Henk, der sich für Julius Cäsar hält und ständig in Zitaten spricht. Bis auf die Testamentseröffnung, wandelte er in römischer Tunika mit Siegeskranz im Haar über die Bühne. Ihm zur Seite stand Anne Franklin, die persönliche Krankenschwester, überzeugend gespielt von Birgitt Godejohann.

Begeistertes Publikum

„Die sind unheimlich gut kostümiert“, meinte Peter Dördelmann. Auch Marita Jürgens war begeistert: „Alle Figuren sind hervorragend besetzt.“ Hannelore Hemstedt hielt als gestrenge Hausdame Agatha Hammond die Zügel in der Hand. Tobias Restel spielte als jüngstes Ensemblemitglied das älteste Familienmitglied: Lucien Henk, der eine Neigung für wissenschaftliche Experimente hat. Die Rolle als männermordende und verruchte Monica Henk schien Jennifer Sämann wie auf den Leib geschnitten.

Sie brachte Potter oft in brenzlige Situationen und erzeugte somit viele Lacher beim Publikum. Zum Schluss wäre noch Erich Walter als seriöser Familienanwalt Hamilton Penworthy zu nennen. Auch er spielt eine undurchsichtige Rolle im Gerangel um das Erbe. Begeisterter, lang anhaltender Applaus war der Lohn für diese tolle Leistung aller Akteure und denen, die im Hintergrund wirkten.

Noch zwei Aufführungen:
Wer das Stück verpasst hat, kann es sich noch in Lüdinghausen ansehen: Am Freitag, 5.4. und Samstag, 6.4, jeweils um 20 Uhr im RICORDO Lüdinghausen.
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