So will die Stadt viele neue Plätze für pflegebedürftige Senioren schaffen

rnVitus-Stift

Neue Kindergärten, eine sechszügige Gesamtschule: Olfen ist jung. Aber die Bürger werden natürlich älter und damit pflegebedürftiger. Die Stadt hat deshalb einen ersten Pflock eingeschlagen.

Olfen

, 16.09.2019, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Genau 79 stationäre Pflegeplätze hat aktuell das St.-Vitus-Stift. Selten ist einer frei. Das dürfte auch an der bevorzugten Lage direkt an der Alten Fahrt liegen. Seit geraumer Zeit gibt es deshalb Überlegungen, das Stift zu erweitern. Jetzt konkretisieren sich die Pläne. Nicht nur für das Altenheim.

Mit Nachdruck setzen sich Geschäftsführung und Verwaltung dafür ein, dass Olfen bei der kreisweiten „Fortschreibung der Pflegebedarfsplanung“ berücksichtigt wird. „Es geht um eine ansehnliche Größenordnung“, sagt auf Anfrage Bürgermeister Wilhelm Sendermann, der früher auch Geschäftsführer des Stifts war.

Zahl der Senioren steigt in Olfen rasant an

Geht es auch konkreter? Ja, den Verantwortlichen schwebt ein zusätzliches „halbes Altenheim“ vor - also weitere 40 Plätze. An Argumenten fehlt es nicht. Waren im Jahr 2017 noch 2715 Einwohner Olfens 65 Jahre und älter, so wird diese Zahl nach der neuesten Untersuchung im Auftrag des Kreises gewaltig steigen - auf voraussichtlich 3380 im Jahr 2025 und sogar auf 3990 im Jahr 2030.

In blinden Aktionismus versetzt diese Zahl die Stadt aber nicht. Sendermann geht von einer mittelfristigen Umsetzung aus. Also von vier oder fünf Jahren. Deutlich weiter sind die Verantwortlichen aber bei den Überlegungen der konkreten Umsetzung. In den Mittelpunkt gerückt ist dabei das frühere Marienheim.

Anbauten am früheren Krankenhaus werden abgerissen

Nach einem Grundstückskauf stehen hier rund 4000 Quadratmeter zur Verfügung. Und die sollen in einigen Teilen völlig neu gestaltet werden. Wer vor dem Marienheim an der Oststraße steht, erkennt sofort das ursprüngliche Gebäude und die beiden Anbauten links und rechts. Diese beiden Komplexe sollen, so die Pläne, abgerissen werden. Was bleibt, ist das Gebäude des früheren St.-Marien-Krankenhauses.

Allerdings sollen im Altbau nicht neue Bewohner-Zimmer entstehen. Vielmehr gibt es Überlegungen für einen Mittagstisch. Das bereits bestehende Angebot im St.-Vitus-Stift ist stark nachgefragt und deshalb ausgebucht. Im Marienheim würde für dieses Angebot deutlich mehr Platz zur Verfügung stehen. Auch für andere Pflegeangebote würde sich das in den vergangenen Jahren vielfältig genutzte Marienheim anbieten.

Stadt will die Aufgaben auf jeden Fall angehen

Das Gelände ist zudem so groß, dass die neuen Bewohnerzimmer in einem neu geschaffenen Anbau entstehen könnten. Allerdings handelt es sich dabei um vorläufige Überlegungen. „Es gibt noch keine fertige Konzeption“, sagt der Bürgermeister. Sendermann lässt aber keinen Zweifel daran, dass die Stadt die „Aufgabe angehen wird“.

Mit dem geplanten Abriss von Teilen des Marienheimes werden voraussichtlich auch Kleiderkammer und die Nebenstelle der Tafel die angestammten Räumlichkeiten verlassen müssen. Beide Einrichtung sollen aber auf jeden Fall erhalten bleiben und eine neue Heimat finden. Vorschläge dafür gibt es allerdings noch nicht.

Gutachter: Neue Pflegeplätze vornehmlich im Südkreis

Die im Auftrag der Kreisverwaltung Coesfeld erstellte Fortschreibung der Pflegebedarfsplanung von Juli 2019 weist auch angesichts der Olfener Pläne auf die „aktuell relativ hohe Anzahl an stationären Plätzen im Kreis Coesfeld hin“. Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass „neue stationäre

Plätze eher in den südlichen Teilen des Kreises Coesfeld

anzusiedeln sind - also in Senden, Lüdinghausen, Olfen, Ascheberg

und ggf. in Nordkirchen“.

Falls dabei neue stationäre Einrichtungen entstehen sollten, sei auf eine flexibel nutzbare Gestaltung zu achten, die auch die Umwandlung der Gebäude (oder Teilen davon) für andere Nutzungen erlauben würde.

Für die Geschäftsführung des Vitus-Stiftes und die Stadtspitze steht zweifelsfrei fest, dass Olfen weitere stationäre Pflegeplätze benötigt. „Dafür haben wir gekämpft“, so Sendermann.

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