Sparkassen melden 13,8 Millionen Euro Überschuss

Rekordzahlen bei Zweckverband

Gut geht es der Sparkasse Westmünsterland, die Geschäftsstellen in Nordkirchen, Olfen, Herbern, Ascheberg und Davensberg hat. Das verkündete die Vorstandsmannschaft bei der Jahresbilanz vor Pressevertretern in Dülmen am Freitag. Demnach war 2014 ein Jahr mit Wachstum in allen Bereichen und einigen Rekorden.

NORDKIRCHEN/OLFEN/ASCHEBERG

, 21.03.2015, 05:53 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nachdem Anfang Januar schon die Volksbanken im Kreis Coesfeld mit einem Wachstum in der Bilanzsumme um 3,9 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gute Zahlen vorgewiesen hatten, legte nun die Sparkasse nach: Die Bilanzsumme stieg im Westmünsterland um 2,5 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss um etwa 100.000 Euro auf 13,8 Millionen Euro. Das verkündete der Vorstand Freitagmittag in Dülmen bei der Jahresbilanz vor Pressevertretern aus den Kreisen Coesfeld und Borken in Dülmen. 

Dabei legte der Vorstandsvorsitzende Heinrich-Georg Krumme wert darauf zu betonen, wie hoch der Sparkassen-Ertrag für die gesamte Region ausfällt: Auf 16 Millionen Euro taxiert die Sparkasse selbst diesen Wert. Er setze sich zusammen aus 9,7 Millionen Euro Gewerbesteuern, die direkt den Kommunen zugute komme, dazu Spenden, Gelder für die Wirtschaftsförderung, Stiftungen und Gewinn-Ausschüttungen an die Träger, also Städte, Kreise und Gemeinden, von allein 4,11 Millionen Euro. „Wir sind mehr als eine Bank“, sagte Krumme selbstbewusst.

Neue Kredite erstmals über der Milliarden-Grenze

Einen Rekord vermeldete die Sparkasse bei der Kreditvergabe: 1 Milliarde Euro an neuen Krediten verbuchte sie 2014 im Westmünsterland, das von Ahaus über Stadtlohn, Coesfeld, Havixbeck bis nach Nordkirchen reicht. Das sei ein Zuwachs um 15,4 Prozent – „weit über dem Durchschnitt aller Sparkassen in Westfalen-Lippe“, so Vorstandsmitglied Jürgen Büngeler.

Unwohl fühlt sich die Sparkasse mit der Zinsentwicklung. „Die Europäische Zentralbank schickt ein gefährliches Signal an alle Sparer“, sagte Raoul G. Wild, der für die Einlagen zuständig ist. Der Zinseszins-Effekt sei praktisch weg – und trotzdem unterstrich er, dass Sparen sich lohne. Seine Begründung lautete: „Wenn wir nicht sparen, führt das in die Altersarmut.“

Geldeinlagen steigen trotz Zins-Delle

Die Geldeinlagen stiegen trotzdem von 5,9 Milliarden Euro auf 6,1 Milliarden Euro. Spareinlagen machen 4,7 Milliarden aus, Wertpapier-Einlagen 1,4 Milliarden Euro. Allein an neuem Sparkapital legten die 280.000 Sparkassen-Kunden im Jahr 2014 168 Millionen Euro an – 16,3 Prozent mehr als im Vorjahr. 

 

Weitere Fakten im Überblick: 

  • Die Sparkasse Westmünsterland hat zurzeit 280.000 Kunden und 95 Standorte. Sie reichen von Anholt und Isselburg im Westenbei Bocholt über Raesfeld und Erle, Dülmen, Seppenrade und Lüdinghausen im Südosten bis nach Südkirchen und Herbern, im Norden bis Vreden und Ammeloe, Ahaus, Nienborg und Schöppingen bis Havixbeck. 
  • 79 dieser Geschäftsstellen sind mit Mitarbeitern besetzt, die 16 anderen sind Selbstbedienungsfilialen
  • Ein Eindampfen des Filialnetzes ist laut Vorstandsangaben nicht geplant: Man sei im Vorstand überein gekommen, dass die Strategie weiter sein soll, in der Fläche vertreten zu bleiben. „Das Netz der Geschäftsstellen macht uns zur wahren Direktbank“, sage Karlheinz Lipp auf Nachfrage. „Das gehört zu unserem genetischen Code.“ Aber: Letztlich hänge ein Bestand einer Filiale auch von den Kundenwünschen ab. Wenn die Kunden kommen, so die Garantie, bliebe auch die Filiale erhalten. Laut Vorstandschef Krumme schreibe jede der Filialen für sich gesehen schwarze Zahlen. 
  • Ähnlich, wie es die Volksbanken im Kreis Coesfeld im Januar formulierten, ärgert man sich auch bei der Sparkasse über die Beteiligung am geplanten europäischen Bankensicherungsfonds. Rund 100.000 Euro muss die Sparkasse einzahlen, dieser Anteil wird aber aller Voraussicht nach steigen. „Wir sind eine Sparkasse und haben darum in diesem Sinne kein Risiko“, sagte Vorstands-Chef Krumme. Er plädiere darum für risikoabhängige Beiträge in der Form, dass Banken, die am Finanzmarkt spekulieren und somit ein höheres Risiko eingehen, auch stärker am Fonds zu beteiligen. Zudem sei Deutschland das einzige Land, dass diese Beiträge steuerlich nicht geltend mache. „Das ist einzigartig in Europa – und nicht in Ordnung“, so Krumme. 
  • Eine Ausweitung der Sparkasse Westmünsterland, also das Ausdehnen auf weitere Einzelsparkassen, ist nicht laut Vorstands-Vorsitzendem Krumme zurzeit geplant. Die Herangehensweise sei auch nicht die, dass der Zweckverband auf die kleinen Sparkassen zugehe, sondern es sei immer umgekehrt. „Wir wollen nicht majorisieren. Wenn vom Träger einer Sparkasse aber der Antrag an den Zweckverband gestellt wird, dann ist er schon allein laut Satzung offen für Gespräche.“ Zurzeit liege nach seinen Informationen kein solcher Antrag vor. 
  • Der Mittelstand im Westmünsterland, der sich über die Sparkasse finanziert hat, hat 2013 Eigenkapital in Höhe von 23 Prozent. Die Sparkasse spricht von einer guten Eigenkapital-Ausstattung – im Vergleich zu Deutschland liegt sie um 0,7 Prozentpunkte höher. Auch im Vergleich zu den Vorjahren hat sie sich positiv entwickelt: von 19,5 Prozent im Jahr 2012 über 21,1 Prozent im Jahr 2012 auf 23 Prozent. 
  • Die Kunden der Sparkasse machten Kursgewinne in Höhe von 43,7 Millionen Euro mit ihren Wertpapierdepots. Diese haben ein Gesamtvolumen von 1,4 Milliarden Euro.
  • Ihr eigenes Eigenkapital gibt die Sparkasse mit über 600 Millionen Euro an.
  • Die Sparkasse Westmünsterland zahlte 2014 gewinnabhängige Steuern in Höhe von 19,3 Millionen Euro. Die Gewerbesteuer betrug hiervon 9,7 Millionen Euro. 
Lesen Sie jetzt