SPD-Unterbezirkschef Stinka: "Sind alle perplex"

Rückzug des Landrats-Kandidaten

Eckhard Hirsch will doch nicht Landrats-Kandidat für SPD und Grüne werden. Diese Nachricht hat auch die Partei selbst kalt erwischt. "Wir sind alle perplex", sagt SPD-Unterbezirkschef André Stinka. Was er damit meint, erläutert er im Interview.

KREIS COESFELD

, 11.03.2015, 12:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Da war noch alles in Ordnung: Bei der Vorstellung ihres Kandidaten Dr. Eckhard Hirsch (M.) strahlten SPD-Unterbezirksvorsitzender André Stinka (l.) und Grünen-Kreischef Richard Dammann (r.) und überreichten einen Korb mit rot-grünen Äpfeln.

Da war noch alles in Ordnung: Bei der Vorstellung ihres Kandidaten Dr. Eckhard Hirsch (M.) strahlten SPD-Unterbezirksvorsitzender André Stinka (l.) und Grünen-Kreischef Richard Dammann (r.) und überreichten einen Korb mit rot-grünen Äpfeln.

Der Landrats-Kandidat Eckhard Hirsch sollte für SPD und Grüne ins Rennen gehen und der Kontrapunkt sein zur konservativen Alternative Christian Schulze Pellengahr. Wir telefonierten in einer Sitzungspause am Morgen nach der überraschenden Wende mit dem Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks, André Stinka.

 

Guten Morgen Herr Stinka. Wie haben Sie heute Nacht geschlafen und wie geht es Ihnen heute nach dem Rückzug von Eckhard Hirsch aus der Landrats-Kandidatur für SPD und Grüne? Wir sind natürlich alle völlig perplex. Wir hatten eine gute Klausurtagung am Wochenende, auf der wir eine Aufgabenverteilung besprochen und uns über Wahlkampfthemen ausgetauscht haben. Da lagen keine Anhaltspunkte vor, dass Herr Hirsch sich Gedanken mache, die Kandidatur niederzulegen. 

Die Verkündung des Rückzuges war relativ ungewöhnlich: Er geschah in einer Mail am Dienstagvormittag an Herrn Schneider und Herrn Dammann von den Grünen... Ich bin offen gesagt persönlich enttäuscht, dass er nicht erst mit Herrn Schneider oder mir über diesen Schritt gesprochen hat.

Wie geht es jetzt weiter in dieser Sache? Heute steht eine Sitzung im Kreisvorstand an – in Dülmen war sowieso eine turnusmäßige Unterbezirkssitzung angesetzt. Nun steht die sicherlich unter dem Eindruck eines ganz neuen Themas. 

Können Sie uns strategisch etwas sagen? Was tut die SPD nun? Wir wollen nun mit den Genossen besprechen, was wir machen. Aber dazu kann ich jetzt noch nichts sagen. Auch nach dem Gespräch heute Abend werden wir uns dazu noch nicht äußern. 

Sie könnten aus dem Bewerberkreis einem anderen Kandidaten den Zuschlag geben. Immerhin gab es elf Bewerbungen und vier, die in die engere Auswahl gekommen sind. Wir müssen jetzt in Ruhe die Lage sondieren. Ob wir noch mal mit dem einen oder anderen Kandidaten aus der Runde sprechen, das lasse ich offen. Wir werden uns bei diesem Thema auch nicht treiben lassen.

Drängt denn die Zeit nicht? Am 13. September ist die Wahl. Wir müssen uns nun genau kundig machen: Ich glaube, bis Ende Mai können wir formell jemanden als Kandidaten melden, dann läuft die Anmeldefrist ab. Aber natürlich hätten wir gerne jetzt schon jemanden gehabt, der unsere Positionen nach außen vertritt. Den hatten wir ja auch bis gestern…

Würden Sie vor dem Hintergrund dieser Entwicklung auch Ihrem Verfahren – einer bundesweiten Ausschreibung der Kandidaten-Stelle – eine Mitschuld geben?  Nein. Die Stelle auszuschreiben war richtig. Das war ein gutes Verfahren, transparent und mit guten Kandidaten.

Was macht das mit der SPD? Das ist schon ein schwerer Schlag, weil einfach nichts darauf hindeutete. Wir möchten ja gegenüber der CDU mit ihrem „Weiter so“ und einem konservativen Kandidaten bewusst einen Kontrapunkt setzen.  

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