Stadt geht bei Windkraft-Flächen in die Offensive

Flächennutzungsplan

Ein Fachbüro aus Oldenburg wird das gesamte Stadtgebiet auf mögliche Flächen für Windenergieanlagen untersuchen. Ziel ist es, Konzentrationsflächen im Flächennutzungsplan (FNP) auszuweisen. Damit soll verhindert werden, dass Windkraftanlagen an von der Stadt unerwünschten Standorten genehmigt werden müssten.

OLFEN

, 20.03.2015, 15:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stadt geht bei Windkraft-Flächen in die Offensive

Bisher gibt es auf Olfener Stadtgebiet drei Windenergieanlagen in Rechede.

Der Bau- und Umweltausschuss erteilte in seiner Sitzung am Dienstag den Auftrag für die Untersuchung. „Wir benötigen ein Steuerungselement, damit Windenergieanlagen nur dort gebaut werden, wo sie der Stadtplanung nicht im Weg stehen“, so Beigeordneter Wilhelm Sendermann in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Denn wenn eine Kommune keine Konzentrationsflächen im Flächennutzungsplan darstellen lasse, laufe sie Gefahr, Anlagen woanders genehmigen zu müssen. „Der Bau von Windenergieanlagen ist privilegiert, sodass wir eine Baugenehmigung erteilen müssten, wenn nicht harte Faktoren dem widersprechen.“

Harte Faktoren, weiche Faktoren

Harte Faktoren, die zu einem Ausschluss als Standort führen, sind zum Beispiel zusammenhängende Waldflächen, Verkehrswege, Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete. Wichtige Steuerungselemente einer Gemeinde sind weiche Faktoren. Dazu zählt eine Stadtentwicklung und Planungen von Gewerbe- und Wohngebieten.

„Wenn wir zum Beispiel die Fläche einer möglichen dritten Erweiterung des Gewerbegebiets Olfen-Ost als Standort für Windenergie festschreiben, würden wir so die Ansiedlung von Gewerbe in diesem Gebiet gefährden.“ Zu weichen Faktoren gehören auch die Abstände zur Wohnbebauung.

Bürgerinformation geplant

Bereits durchgeführte Untersuchungen des ehemaligen Bundeswehrgeländes haben zwei mögliche Standorte ergeben. „Es stellt sich die Frage, was außerhalb dieses Geländes geht“, erklärte Wilhelm Sendermann im Ausschuss. Eine Untersuchung der gesamten Fläche Olfens würde Rechtssicherheit geben.

Das Stadtgebiet wird nun in den nächsten Wochen untersucht. „Wenn wir das Ergebnis vorliegen haben, werden wir die Bürger bei einer Versammlung informieren“, erklärte Bürgermeister Josef Himmelmann. Und gefundene mögliche Konzentrationsflächen würden dann im FNP festgeschrieben. 

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