Eine Olfen-App - ein Wunsch vieler junger Olfener - soll am besten gemeinsam mit ihnen entwickelt werden. © Arndt Brede
Junge Olfener

Stadt Olfen setzt Wünsche junger Olfener um – nach und nach

Die Stadt Olfen hat junge Olfener befragt. Nach ihren Wünschen, wie Olfen für sie attraktiv sein oder attraktiver werden kann. Die Ergebnisse münden in Vorschlägen, die umzusetzen sind.

Mit der Befragung junger Olfener ist die Stadt Olfen in neue Dimensionen der Beteiligung der Bürger am Geschehen in der Stadt vorgedrungen. So detailliert wie in der Befragung hat sich die Stadt bisher noch nie damit beschäftigt, was junge Menschen eigentlich wollen. Wie sie sich ihre Zukunft in Olfen vorstellen. Ja, ob sie überhaupt in Olfen bleiben möchten.

Das Forschungsprojekt wurde als Kooperation zwischen der Stadt Olfen und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster durchgeführt.

Von Sommer bis Dezember 2020 fand dann eine Befragung der jungen Olfener Bürger zwischen 15 und 36 Jahren in drei Befragungswellen zu unterschiedlichen Themen statt. Ab Anfang 2021 schloss sich dann eine intensive Phase der Datenaufbereitung und Datenanalyse an.

Ausgehend von den Ergebnissen wurden für die drei Themenfelder „Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz“, „Information und Teilhabe“ sowie „Leben in Olfen und Stadtentwicklung“ nun Maßnahmenpakete gebündelt, die den wesentlichen Extrakt der Ergebnisse und Wünsche der Befragten darstellen, erklärt Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. habil. Stephanie Geise, die die wissenschaftliche Leitung des Projekts inne hat.

Viele junge Olfener wünschen sich, dass die Innenstadt und damit auch der Marktplatz attraktiver werden sollen.
Viele junge Olfener wünschen sich, dass die Innenstadt und damit auch der Marktplatz attraktiver werden sollen. © Arndt Brede © Arndt Brede

Einiges ist realistisch umsetzbar

Es gibt verschiedene Zeithorizonte für Maßnahmen: kurz, mittel, laufend, lang. Wobei Stephanie Geise jüngst im Haupt- und Finanzausschuss eines mit einem Lächeln klar stellte: „Wünsche junger Olfener nach einer Zuganbindung, einem Autobahnanschluss oder der Ansiedlung eines H&M in Olfen sind nur schwer umsetzbar.“ Einige der nun vorgeschlagenen Maßnahmen seien aber realistisch umzusetzen.

Eine Auswahl der Maßnahmen:

Laufend:

Einrichtung von begleitenden Arbeitsgruppen, in denen sich junge Menschen einbringen können.

Kurzfristig:

Klima-Café; Klima-Patenschaften; Online-Info-Veranstaltung für junge Menschen, bei denen Vorschläge (weiter-)entwickelt und diskutiert werden; Rad-Service-Stationen; „Young Summer Specials“ mit Veranstaltungen für junge Menschen; Mülleimer im Stadtzentrum aufstellen.

Mittelfristig:

Olfen-App; Austauschflächen für Bücher schaffen; Verbesserung des ÖPNV (zum Beispiel Bus zwischen Olfen und Selm); Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und alternative Wohnkonzepte.

Mittel-/Langfristig:

Innenstadt attraktiver gestalten (zum Beispiel Gastro-Angebot erweitern); Ausbau des Netzes sicherer Radwege.

Ein Beispiel für findige Bürgerbeteiligung: Auf Plakaten an den Wänden eines Tunnels in Münster können Bürger ihre Ideen aufschreiben.
Ein Beispiel für findige Bürgerbeteiligung: Auf Plakaten an den Wänden eines Tunnels in Münster können Bürger ihre Ideen aufschreiben. © Arndt Brede © Arndt Brede

Olfen-App mit jungen Menschen gemeinsam entwickeln

Die Liste – das betont Bürgermeister Wilhelm Sendermann – ist nicht das abschließende Ergebnis. „Sie kann immer wieder aktuell ergänzt werden. Dazu ist es aber notwendig, die jungen Menschen auch mitzunehmen.“ Vorschlag von Stephanie Geise: „Die Olfen-App sollten Sie mit den jungen Menschen unbedingt gemeinsam entwickeln.“

Und in Sachen Beteiligung verweist sie auf ein Beispiel in Münster, wo auf Wänden in einem Tunnel an der Wolbecker Straße Plakate mit fiktiven Straßenzügen hängen, auf denen die Menschen per Stift Vorschläge machen können.

Die Ergebnisse der Befragung seien eine „Fundquelle der Inspiration“, betont Professorin Geise. Sei es in der politischen Arbeit, als auch in der Arbeit der Verwaltung an der Stadtentwicklung.

Über den Autor
Redaktion Selm
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Arndt Brede