Stadt Olfen will Personal für Spielgruppen bezahlen

Alternative zu Kitas

Die Stadt Olfen möchte künftig die Personalkosten für Spielgruppen übernehmen. Das hat der Ausschuss für Schule und Kindergärten am Donnerstag bekannt gegeben. Die Stadt sieht in der finanziellen Unterstützung der Gruppen eine "echte Alternative" zu Kita-Plätzen.

OLFEN

, 12.12.2016, 14:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt Olfen will Personal für Spielgruppen bezahlen

In der Spielgruppe des DRK sind noch einige wenige Plätze frei.

Ob es in der Stadt einen Bedarf an weiteren Spielgruppen gibt oder nicht, kann die Stadtverwaltung nicht mit Gewissheit sagen. „Aber wir wollen das Angebot wieder ins Regal stellen“, betonte Amtsleiterin Daniela Damm am Donnerstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Schule und Kindergärten.

Die Verwaltung hat deshalb Förderrichtlinien für Spielgruppen erarbeitet. Dabei geht es der Stadt vor allem um die Gleichberechtigung von Kindergarten- und Spielgruppen-Kindern.

Qualität des Angebots soll vergleichbar sein

Bürgermeister Wilhelm Sendermann erläuterte den Ausschuss-Mitgliedern das Grundprinzip. Der Elternanteil für ein Kind, das in einer Spielgruppe betreut wird, soll dem von den Eltern zu zahlenden Stundensatz einer Betreuung im Kindergarten entsprechen.

Um das Angebot auch in der Qualität vergleichbar zu machen, benötigen auch die von der Stadt geförderten Spielgruppen eine offizielle Betriebserlaubnis. Träger einer Spielgruppe können dabei Elterninitiativen, freie Träger der Jugendhilfe und Vereine sein. Sie können Olfener Kinder im Alter von bis zu drei Jahren aufnehmen.

Stadt bezahlt Personal

Damit die Träger von Spielgruppen das Angebot finanziell stemmen können, übernimmt die Stadt die Personalkosten (Mindestbesetzung laut Landesjugendamt) zu 100 Prozent. Auch eventuell anfallende Mietkosten trägt die Stadt komplett. Für die Ersteinrichtung und kleine bauliche Maßnahmen gibt es schließlich einen Zuschuss von maximal 5000 Euro pro Spielgruppe. Bürgermeister Sendermann kündigte in der Sitzung bereits einen entsprechenden Haushaltansatz im Etat 2017 an.

Sendermann begründete die Initiative der Stadt. Aus seiner Sicht kann es in Olfen Eltern geben, die eine Betreuung für ihre Kinder benötigen. Sie melden deshalb ihre Kinder im Kindergarten an, obwohl sie keinen Bedarf für die Kita-Mindeststundenzahl (25 Stunden in der Woche) haben. Eine Spielgruppe mit maximal 15 Wochenstunden könnte für diese Eltern aus Sicht der Verwaltung eine echte Alternative sein.

Sendermann räumte in den Beratungen ein, dass auch die Stadt Olfen sich in den vergangenen Jahren auf den Ausbau der Kita-Plätze konzentriert hat. Das habe dazu geführt, dass es derzeit nur noch eine einzige offizielle Spielgruppe gibt. „Und dort gibt es eine Warteliste.“ Deshalb ergreife die Stadt nun die Initiative für zusätzliche Spielgruppen. Wohl wissend, dass mit dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz „dieses Angebot fast vom Markt verschwunden ist“.

Die Kommunalpolitiker begrüßten einstimmig die Initiative. Sie wiesen darauf hin, dass die Stadt kaum Investitionskosten hat. Und falls die Nachfrage nach Spielgruppen-Plätzen geringer als erwartet ist, könnte das Angebot auch recht kurzfristig zurückgefahren oder eingestellt werden.

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